Archive for August, 2007

Aug 31 2007

Welchem Kulturverein wäre der Prophet (sas) beigetreten?

Published by Rachid under Moschee, Vereine, Islam

Vor der Ankunft des Propheten, Sallallahu Alaihi wa Sallam, wohnten in Yathrib - dem späteren Medina - die beiden arabischen Stämme Chazradsch und ‘Aws, sowie die drei jüdischen Stämme Bani Nadir, Bani Quraizah und Bani Qainuqa’. Die Chazradsch und ‘Aws bekannten sich zum Teil bereits vor der Ankunft des Propheten (sas) zum Islam. Zwischen den Chazradsch und den ‘Aws gab es althergebrachte Spannungen. Der stetig wachsende Strom aus Mekka zuwandernder Muslime verschärfte die Konflikte zusätzlich. Die Mekkaner und die mit ihnen verbündeten Stämme im Umland von Medina waren den Muslimen feindlich gesinnt. Alles in allem warteten in Medina schwierige Verhältnisse auf den Propheten (sas).

Als der Prophet (sas) nach seiner Hijra in Medina ankam, hat er zuallererst ein Stück Land erworben und eine einfache Moschee gebaut. Die Moschee weder ein Minaret, noch einen Teppich, noch war sie reich geschmückt. Die Moschee des Propheten (sas) besass nicht einmal ein richtiges Dach. Gleich nach dem Moscheebau hat der Prophet (sas) das traditionelle Stammesgefüge aufgebrochen indem er jeweils einen medinensischen Muslim mit einem mekkanischen Muslim verbrüderte. Mit den drei jüdischen Stämmen haben die Muslime einen Bündnisvertrag geschlossen, die Charta von Medina. Damit waren die Spannungen in Medina vorerst beigelegt und die Umma der Muslime war geboren. Erst danach hat sich der Prophet (sas) um die Bedrohungen von aussen gekümmert.

Kurz zusammengefasst hat der Prophet (sas) also folgendes getan:

  1. Landerwerb und Moscheebau
  2. Verbrüderung der Mekkaner und Medinenser, Bündnisvertrag mit den jüdischen Stämmen
  3. Bannen der Gefahr von aussen

Nun stell dir vor, die nach Medina emigrierten mekkanischen Muslime hätten ihre eigene Moschee gebaut, die Chazradsch hätten ihre eigene Moschee gebaut, und die ‘Aws hätten ebenfalls ihre eigene Moschee gebaut. Die Muslime hätten wahrscheinlich keinen Bündnisvertrag mit den drei jüdischen Stämmen schliessen können. Und wahrscheinlich hätte sich der Islam nie über Medina hinaus verbreitet.

Wir befinden uns doch heute in Luzern in einer ähnlich schwierigen Lage wie die Medinenser vor der Ankunft des Propheten (sas). Es lassen sich durchaus einige Parallelen ziehen. Doch das Medinensische Modell des Propheten (sas) unterscheidet sich stark von unserer zerklüfteten Vereinslandschaft. Eigentlich tun wir genau das Gegenteil dessen, was der Prophet (sas) getan hat. Es ist Zeit dass wir über den Zustand unserer Gemeinschaft nachdenken. Wie hätte sich der Prophet (sas) in unserer Situation verhalten? Welchem Kulturverein wäre er beigetreten? In welcher Moschee hätte er die Freitagspredigt gehalten?

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Aug 30 2007

Familienpicknick im Eigenthal

Published by Rachid under Vereine, Islam

Diesen Samstag 1. September 2007 gibt’s im Eigenthal bei Luzern ein Familienpicknick mit Kinderbetreuung und Fleisch vom Grill. Wir haben die Jugendalp gemietet, das Familienpicknick findet also bei jedem Wetter statt. Weitere Details siehe Flyer. Das Picknick wird von der Islamischen Gemeinde Luzern (IGL) organisiert. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Wir freuen uns, wenn du auch zum Picknick kommst.

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Aug 29 2007

Warten am Gate

Published by Rachid under Islam

Wenn du am Gate auf deinen Flug wartest, richtest du es dir dort so bequem wie möglich ein? Ist dein ganzes Bewusstsein darauf ausgerichtet, möglichst viel Bequemlichkeit am Gate zu erreichen? Bist du bereit, dich total dafür zu verausgaben? Nein, sicher nicht. Du beschränkst es auf das Notwendigste. Es ist dir egal, wenn etwas nicht ganz so optimal ist. Dein Bewusstsein hat sich ganz auf den bevorstehenden Flug und das Reiseziel ausgerichtet. Und wenn du ans Reiseziel denkst, verliert das Gate an Bedeutung.

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Aug 28 2007

Ibn Mas’ud

Published by Rachid under Hadith, Qur'an, Islam

Der Sahabi Ibn Mas’ud sagte: “Bei Allah, ausser Ihm gibt es keine Gottheit! Keine Sura vom Buch Allahs wurde hinabgesandt, ohne dass ich weiss, wo sie hinabgesandt wurde. Und es wurde keine Ayat vom Buch Allahs hinabgesandt, ohne dass ich weiss, weshalb sie hinabgesandt wurde.”
(Sahih nach al-Buchari)

Ibn Mas’ud, ein treuer Gefährte des Propheten, Sallallahu Alaihi wa Sallam, war einer der hervorragendsten Qur’an-Kommentatoren unter den Sahaba. Wie weit sind wir doch vom Wissen eines Ibn Mas’ud entfernt. Und doch trauen wir es uns ohne weiteres zu, eine Ayat zu interpretieren, ja Verpflichtendes daraus abzuleiten, ohne zu wissen wo diese Ayat warum hinabgesandt wurde.

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Aug 27 2007

Sind Moscheevereine der richtige Weg?

Published by Rachid under Vereine, Islam

Der Islam ist die am schnellsten wachsende Religion, auch und vor allem in Europa. Vor allem junge Menschen besinnen sich auf den Islam, beginnen das Gebet zu verrichten. Immer mehr junge Frauen tragen aus Überzeugung ein Kopftuch. Und am Freitag sind die Moscheen voll mit Betenden.

Erstaunlicherweise fehlt den Moscheevereinen und den islamischen Verbänden der Nachwuchs und eigentlich ganz einfach aktive Mitglieder. Wieso dieses Missverhältnis? Warum bedeutet wachsendes Interesse für den Islam nicht automatisch wachsendes Interesse für die Vereine und Verbände?

Sind die Moscheevereine und islamischen Verbände vielleicht die falsche Organisationsform für die neuen Muslime?

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Aug 26 2007

Muslimischer Blogkarneval

Published by Rachid under Islam

Der vierte muslimische Blogkarneval ist auf Musafira’s Blog online. Leider gab es ziemlich wenig Beiträge…

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Aug 25 2007

Wettbewerb: SVP Wahlplakat

Published by Rachid under Politik

Die SVP bereitet sich im Moment wie andere Parteien auch auf die National- und Ständeratswahlen vor. Zur Zeit kleben also mal wieder rassistische Plakate an allen Wänden. Und manche dieser Plakate tragen legendäre Verunstaltungen.

Derjenige, der die originellste, lustigste oder krasseste Verunstaltung findet, fotografiert und hier als Kommentar einfügt, gewinnt ein Buch nach freier Wahl aus dem Sortiment der Islamischen Bibliothek.

Das Verunstalten von Plakaten ist verboten. Also verunstalte keine Plakate, sondern fotografiere nur bereits verunstaltete Plakate. Wenn du selbst ein Plakat verunstaltest bist du vom Wettbewerb disqualifiziert.

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Aug 24 2007

Arzt oder Fischverkäufer?

Published by Rachid under Iman, Islam

Welchen Unterschied bedeutet es für dein Leben nach dem Tod, ob du Arzt oder Fischverkäufer bist?

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Aug 23 2007

Aischa und der Nachtfalter

Published by Rachid under Persönlich

Liebe kleine Aischa, du willst diesen winzigen Nachtfalter töten? Einfach so zum Spass? Schau ihn dir genau an. Diese kleinen Beinchen, wie der Nachtfalter damit seinen Kopf putzt. Und mit diesen filigranen Flügelchen kann der Nachtfalter sogar fliegen. Die Menschen sind bis heute nicht fähig etwas Vergleichbares zu konstruieren. Niemals wird ein Mensch toter Materie Leben einhauchen. Schlag diesen kleinen Nachtfalter nicht platt, mein Kind, sondern staune über Allahs Wunder.

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Aug 22 2007

Wesen und Form in der islamischen Kosmologie

Published by Rachid under Kosmologie, Islam

Haqq, Batil, az-Zahir, al-Baten, Wirklichkeitsebene, Entität, Form, mögliches Sein, aus sich selbst seiendes Sein, Alam al-Ghaib, Alam asch-Schahada. Während einer langweiligen IGL Sitzung habe ich diese Skizze angefertigt. Die Skizze versucht mögliche Zusammenhänge aufzuzeigen.

Dies ist nur die Spinnerei eines Gelangweilten. Nimm es also nicht allzu ernst.

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Aug 21 2007

Interview mit Schwester Laura

Published by Rachid under Interview, Menschen, Islam

Schwester Laura (25), eine Schweizer Muslimin aus Luzern, begann diesen Sommer ihren einjährigen Sprachaufenthalt in Damaskus, der Hauptstadt Syriens.

Rachid: Liebe Schwester, du hast dich für einen einjährigen Sprachaufenthalt in Syrien entschieden, wie kam es dazu?

Laura: Nach einer längeren Beziehung zu einem Muslim begann ich mich für den Islam zu interessieren. Ich informierte mich über diese Religion, las viele Bücher, besuchte den Islam Unterricht in der Moschee und lernte das Gebet. Im Juni 2006 konvertierte ich schliesslich zum Islam. Allhamdulillah! Weil ich in der Schweiz Vollzeit arbeitete, genügte mir nicht, was ich in meiner Freizeit lernte. Ich wollte meine ganze Zeit nutzen, um Hocharabisch, über Islam und Qur’an zu lernen. So entschied ich mich, in ein arabischsprechendes Land zu reisen, in dem die Leute den Islam vorbildlich praktizieren.

Rachid: Du wurdest also nicht von deinem damaligen Freund gebeten Muslimin zu werden, sondern hast dich selbst dazu entschieden?

Laura: Das ist richtig. Ich habe den Islam nicht für einen Mann angenommen, sondern aus eigener Überzeugung. Als ich genug über den Islam wusste, gab es für mich keinen Grund um zu warten.

Rachid: Was hat dich am Islam so sehr fasziniert, dass du Muslimin geworden bist?

Laura: Als ich zum ersten Mal die Moschee besuchte, war ich vom würdevollen Gebet äusserst fasziniert. Ich machte die Bewegungen mit und war den Tränen nahe. Mit der Zeit lernte ich den Islam mit seinen unzähligen positiven Seiten kennen. Zudem fand ich viele neue Freunde, überall Unterstützung, offene Ohren und Türen. Alles, was ich mir schwierig vorgestellt hatte – z.B. das Gebet auf Arabisch zu lernen und fünf Mal am Tag zu beten – war machbar, nur eine Frage der Einstellung und des Willens.

Rachid: Stichwort Gebet. Spürst du eine innerliche Veränderung seit du Muslimin geworden bist und die täglichen Gebete verrichtest?

Laura: Seit ich täglich bete, spüre ich eine innere Ruhe und Reinheit im Herzen. Ich brauche einen Sinn in meinem Leben und habe mit dem Islam ein neues Ziel gefunden. Ich bin dankbarer geworden und erkenne die bedeutenden Werte im Leben – materielle Dinge sind für mich weniger wichtig geworden. Das Aussprechen von Dua’s gibt mir ein Gefühl von Erleichterung und Hoffnung. Was ich vorher als „schlecht“ empfunden habe, sehe ich heute mit anderen Augen. Wenn etwas nicht klappt, wie ich es will oder mir vorgestellt habe, erkenne ich später meistens die Gründe dafür. Nicht zuletzt fühle mich auch äusserlich viel sauberer, weil ich mich mehrmals täglich wasche.

Rachid: Wie reagierte dein Umfeld auf deine neue Religion?

Laura: Muslimische Freunde, die ich durch den Islam kennen gelernt habe, freuten sich natürlich riesig und weinten sogar teilweise. Meine Familie war nicht begeistert. Meine Mutter empfindet das Kopftuch als Unterdrückung der Frau. Ich habe eine sehr liebe Familie. Auch wenn ich Muslimin geworden bin, wird meine Familie immer zu mir stehen – denn ich bleibe ihre Tochter / Schwester. Die Beziehung ist sogar noch intensiver geworden und meine Mutter sorgt sich besonders um mich. Meine Familie drängt mich nie, bei ihnen Fleisch zu essen und meistens kocht meine Mutter etwas Spezielles für mich. Wenn ich zu Besuch bin, kann ich in einem Zimmer beten. Bei der Arbeit fragten mich die Leute, weil ich mitten im Sommer plötzlich immer lange Kleidung trug. Sie haben es akzeptiert, aber nicht verstanden – das Kopftuch trug ich nicht. Mein damaliger Chef interessierte sich für den Islam und gelegentlich diskutierten wir über meine neue Religion. Bei meinem Abschiedsapéro schenkte ich nur Fruchtsäfte aus, kein Alkohol. Meine Freunde konnten mir nicht nachfühlen. Obwohl ich eine neue Religion habe, werde ich weiterhin mit ihnen befreundet bleiben. Ich habe immer erzählt, dass ich Muslimin geworden bin und habe mich dabei nie geschämt, sondern im Gegenteil: ich bin froh darüber. Alhamdulillah! Die meisten nicht-muslimischen Freunde und meine Verwandtschaft haben mich nie
mit dem Kopftuch gesehen.

Rachid: Nun wollen wir dich aber noch ein bisschen in Syrien besuchen. Wie sieht dein typischer Tag in Damaskus aus?

Laura: Morgens stehen wir (ich und die Frau, bei der ich wohne) um 05:00 für das Morgengebet auf. Nach dem Gebet liege ich meistens noch 1 Stunde im Bett. Dann dusche ich und frühstücke ausgiebig. Um 07:30 verlasse ich das Haus. Um 08:00 beginnt die Schule im Institut Abu Al Nur, das zur Moschee gehört. 8:00 bis 09:00 Uhr haben wir Qur’an Unterricht, 09:00 bis 10:30 Arabisch und nach 30-minütiger Pause folgt Grammatik Unterricht bis 12:30. Nach der Schule gehe ich einkaufen und fahre mit dem Bus zur Wohnung zurück. Nach dem Mittagsgebet koche ich etwas und am Nachmittag benutze ich meist den Computer, beantworte E-Mails und erledige meine Hausaufgaben, die täglich 1 bis 2 Stunden beanspruchen. Um 16:30 mache ich mich auf den Weg zur Moschee Bechir, die auf dem Weg zu meiner Privatlehrerin liegt und bete dort das Nachmittagsgebet. Diesen Weg lege ich zu Fuss zurück. Von 17:00 bis 19:00 habe ich Privatunterricht. Immer gibt es auch etwas zu essen: Früchte oder syrische Spezialitäten. Anschliessend spaziere ich zurück zur Wohnung und gehe unterwegs meistens noch einkaufen. Die meisten Lebensmittel sind in Damaskus äusserst günstig. Cornflackes sind mindestens so teuer wie in der Schweiz, habe ich die Erfahrung gemacht. Die Frau bei der ich wohne ist abends meistens zu Hause. Gemeinsam sitzen wir vor dem Fernseher und sprechen ein wenig. Manchmal kommt Besuch, ihre Schwester mit den Kindern oder eine Kollegin. Oft lerne ich nochmals für die Schule. Das Abend- und Nachtgebet verrichte ich zu hause, danach gehe ich um 22:30 schlafen.

Wochenende ist in Damaskus am Freitag und Samstag. Freitags vor dem Mittag besuche ich die Predigt eines Scheichs in der Moschee Abu Al Nur und Samstag morgens Qur’an Unterricht in der Moschee Mushab. Meistens treffe ich mich am Wochenende mit Kolleginnen um auswärts essen zu gehen oder zu lernen.

Auf dem Bazar habe ich neue Kleider gekauft, die dünn und sehr angenehm zum Tragen sind bei den heissen Temperaturen hier. Auf der Strasse bin ich kaum von einer syrischen Frau zu unterscheiden.

Rachid: Du nützt deine Zeit also gut aus um zu lernen. Und du scheinst dich in Damaskus zu bewegen wie ein Fisch im Wasser. Ist das als Europäische Frau alleine in einem arabischen Land kein Problem? Hast du noch nie eine schwierige Situation erlebt?

Laura: Europäische Frauen können prima alleine nach Damaskus reisen. Es gilt aber ein paar Grundregeln zu beachten, weil es sich um ein islamisches Land handelt. Ich kann mich auf der Strasse frei bewegen, wie es die syrischen Frauen auch tun. Belästigungen halten sich wirklich im Rahmen. Seit ich mich anziehe wie eine Syrierin, habe ich damit praktisch gar keine Probleme mehr. Oft werde ich im Gespräch gefragt, ob ich verheiratet bin und die meisten sind ganz erstaunt, dass ich alleine hier bin. Die einzige Schwierigkeit ist die Verständigung auf Arabisch, nicht dass ich als Frau alleine in Damaskus bin.

Die Leute hier sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit, insbesondere wenn sie wissen, dass ich eine Touristin bin. Einmal suchte ich ein Gebäude und fragte einen Mann nach dem Weg. Er schickte einen Jungen mit mir, der mich nach 20-minütigem Fussmarsch dorthin brachte. Als ich das 1. Mal alleine mit dem Bus zur Moschee Abu Al Nur gefahren bin, habe ich mich nicht auf die Strasse geachtet und bin tatsächlich zu weit gefahren. Als mir dies bewusst wurde, stieg ich aus und fragte einen Mann, wo die Moschee sei. Mit dem Bus brachte er mich zur Moschee und bezahlte sogar die Busfahrt. Dies sind nur zwei Beispiele!

Ich habe meinen Aufenthalt via eine Agentur gebucht. Die Agentur half mir überall: Registrierung in der Schule, Wohnungssuche, Aufenthaltsverlängerung, etc. Für die Aufenthaltsverlängerung musste ich selber vor den Schalter im Immigrationsbüro, wo ein richtiges Chaos herrscht. Ich wusste nicht, wie die Formulare hiessen und zeigte einfach darauf. Der Mann am Schalter fragte mich auf Arabisch, was ich brauchte, lachte nur und wollte mir die Formulare erst nicht geben. Schwierige Situationen enden meistens lustig. Wenn ich ein Wort auf Arabisch nicht weiss, komme ich meistens mit Erklären oder Finger darauf zeigen weiter. Ich habe auch immer ein kleines Wörterbuch bei mir und im Notfall hilft manchmal Englisch weiter.

Rachid: Ja, das syrische “Immigration Office”, das war schon immer abenteuerlich. Welche Vorkenntnise sind für den Besuch des Arabischkurses des Abu Nur Instituts notwendig?

Laura: Grundsätzlich sind keine Vorkenntnisse notwendig. Wenn die Buchung über eine Agentur erfolgt, erhält man überall Unterstützung. Ich empfehle aber sehr, sich zuvor in der Schweiz Arabisch Grundkenntnisse anzueignen. Der Unterricht im Institut Abu Al Nur wird ausschliesslich in Arabisch erteilt und geht sehr schnell vorwärts! Für guten Lernerfolg ist es vorteilhaft, zusätzlich Privatunterricht zu belegen. In der Schweiz lernte ich fast 3 Semester Arabisch und habe hier nochmals von vorne begonnen. Das Mezze Institut geht in einem langsameren Tempo vorwärts, habe ich gehört. Nach Bedarf kann eine Gastfamilie und Privatlehrer gefunden werden, die Englisch sprechen.

Rachid: Was kostet so ein Sprachjahr in Syrien in etwa? Und wo finden Interessenten weitere Infos?

Laura: Der Flug nach Damaskus kann auf einem Schweizer Reisebüro gebucht werden. Ich würde CHF 1500 rechnen, weil es auf die Saison ankommt und je nachdem Umbuchungskosten vor Ort zu bezahlen sind. Ich kann die Agentur Arabesk für die Buchung der Schule und Unterkunft sehr empfehlen. Sie hilft auch für die Buchung des Flugs und gibt Informationen für das Visum ab: www.arabeskstudiesindamascus.com

Unterkunft ohne Essen: ca. 190 Euro / Monat, Unterkunft mit Essen: ca. 250 Euro / Monat, Institut Abu Al Nur: ca. 770 Euro (6 Kurse à 2 Monate, 60h pro Monat). Abu Al Nur bietet zudem kostenlosen Qur’an Unterricht an und ist deshalb besonders für Muslime zu empfehlen. Die Universität in Damaskus und das Mezze Institut bieten ebenfalls Arabisch Kurse an, sind aber ein bisschen teurer. Bei Bedarf kann zusätzlich Privatunterricht besucht werden, z.B. 40h pro Monat für ca. Euro 340.

Im Preis von Arabesk inbegriffen sind Abholung am Flughafen, die ersten drei Nächte Unterkunft im Hotel, Registrierungen, Übersetzungen, Aufenthaltsbewilligungen und vieles mehr. Individuell können auch Ausflüge nach Bosra, Palmyra, Krak des Chevaliers, Aleppo, Jordanien und Libanon gebucht werden. Im weiteren organisiert Arabesk auf Wunsch den Besuch des traditionellen Hamams (Bad), City Tour, Kochkurse, Kurse in Kaligraphie, Umra und Hajj in Mekka, etc. Ein Jahr Aufenthalt kann bereits ab CHF 7’500 gebucht werden. Es ist mit zusätzlichen Auslagen zu rechnen, z.B. Kauf von Kleidern, Ausflüge, etc. Arabesk schickt bei Interesse gerne eine individuelle Offerte, die Aufenthaltsdauer kann natürlich beliebig verkürzt werden (Korrespondenz in Englisch oder Französisch). Für weitere Auskünfte und Tipps stehe ich ebenfalls zur Verfügung.

Rachid: Wenn du nun mit etwas Abstand an die Schweiz denkst, welchen Wunsch hättest du als Schweizer Muslimin an die Schweizer?

Laura: Ich wünsche mir mehr Verständnis der Schweizer für die Muslime und dass sie weniger Vorurteile haben, sondern den wahren Islam mit seinen unzähligen positiven Seiten kennen lernen. Denn der Islam ist wunderschön und ich hoffe, dass sich viele Schweizer zum Islam bekehren werden. Die Medien hinterlassen meistens negative Eindrücke. Von uns Muslimen erwarte ich, dass wir den Islam vorbildlich leben und so mithelfen, überall viele gute Eindrücke zu hinterlassen. Besonders wichtig ist, dass Traditionen in islamischen Ländern – die teilweise wirklich „schlecht“ sind – nicht als die Religion angesehen werden. Weiter bedeutet das Kopftuch nicht Unterdrückung der Frau, wie die Meinung in vielen Köpfen herrscht. In der Schweiz habe ich als Muslimin die einzig wirkliche Schwierigkeit mit dem Tragen eines Kopftuchs. Es ist umso schwieriger, weil meine Familie und Verwandtschaft nichtmuslimisch ist. Ich wünsche mir mehr Arbeitgeber, die den Islam respektieren und das Kopftuch erlauben. Religionsfreiheit herrscht bereits in der Schweiz und ein friedliches miteinander – und nicht gegeneinander – Leben der verschiedenen Religionen ist doch am Schönsten. Damaskus ist ein gutes Vorbild: nebst den vielen Moscheen gibt es hier auch viele Kirchen.

Rachid: Dies ist nicht nur ein Wunsch, sondern ein ganzer Katalog von Wünschen. Was bietest du als Schweizer Muslimin der Gesellschaft an?

Laura: Egal in welchem Land ich lebe: ich muss die dort geltenden Gesetze einhalten und die Lebensweise der Gesellschaft respektieren. Die Schweiz ist kein Islamisches Land und das muss mir als erstes bewusst sein! Ich muss mich dem Leben in der Schweiz anpassen. Anpassen bedeutet aber nicht, dass ich meine Religion nicht leben kann. Als konvertierte Muslimin habe ich automatisch regelmässigen Kontakt mit anderen Religionen – das beginnt schon bei meiner Familie. Ich bin ein gutes Vorbild, das Freundschaft über die Religion hinaus geht. Nicht ich alleine, sondern wir Muslime alle zusammen haben der Gesellschaft durch vorbildliches Leben des Islams viel Positives als Gegenleistung zu bieten. Es gibt keine andere Religion, in der bereits die Begrüssung „Friede sei mit Euch“ („As salamu aleikum“) lautet. Also ein Zeichen von friedlichem Zusammenleben. Durch Praktizieren des Islams helfen wir die Gesellschaft in unzähligen Punkten zu verbessern. Hier nur ein paar Beispiele: keine unehelichen Kinder, keine Alkoholiker, keine Gewalt; dafür umso mehr: Hilfsbereitschaft, Gastfreundschaft, Dankbarkeit, Familienzusammenhalt, usw.

Rachid: Liebe Schwester Laura, ich danke dir vielmals für das Gespräch und wünsche dir noch einen schönen Aufenthalt in Damaskus.

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Aug 20 2007

Rubena Barren

Published by Rachid under Menschen, Persönlich

Rubena Barren ;-) Am Samstag war ich im Wallis. Als ich in Brig die Bahnhofstrasse entlag zum Café Guntern ging um da zu frühstücken, kamst du mir in den Sinn. Wie du mit 17 ein falsches GA in der Tasche hattest, ich hab mich versucht an die falschen Namen zu erinnern, Rubena, Raphaela, es gab noch mehr. Wir hätten am liebsten die Welt auf den Kopf gestellt, heute sind wir wohl Teil des Systems. Als du nach Kolumbien gegangen bist, habe ich dich aus den Augen verloren. Du warst offensichtlich in München, doch danach verliert sich deine Spur abermals.

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Aug 19 2007

Moscheevereine haben ein Ressourcenproblem

Published by Rachid under Vereine

Die islamischen Organisationen haben schon seit Jahren ein Ressourcenproblem. Dies gilt vor allem auch für die islamischen Vereine im Raum Luzern. Es fehlen ganz einfach Leute, die mithelfen. Die Moscheen sind jeden Freitag bis auf den letzten Platz besetzt. Diejenigen, die zu spät kommen, müssen das Gebet im Aufenthaltsraum oder im Gang verrichten. Trotzdem haben die Vereine ein Ressourcenproblem. Es gibt nur wenige fähige Leute, die bereit sind ihre Zeit zu opfern.

Umso schlimmer, dass sich die Moscheevereine derart verzetteln. Es gibt im Raum Luzern sechs Moscheevereine:

  • die albanische Moschee in Emmenbrücke
  • die arabische Moschee in Kriens
  • die bosnische Moschee in Emmenbrücke
  • die türkische Moschee in Reussbühl
  • seit kurzem die neue albanische Moschee an der Baselstrasse
  • und nun auch die unabhängige Nur Moschee in Ebikon

Oft müssen alle sechs Vereine Lösungen für dasselbe Problem finden. Zum Beispiel organisiert jeder Verein einen Sonntagsunterricht für Kinder. Gemeinsam könnten die sechs Vereine einen viel besseren und umfassenderen Sonntagsunterricht aufbauen.

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Aug 17 2007

Freitagspredigt in der neuen Moschee in Ebikon

Published by Rachid under Vereine, Islam

Bruder Hasib hat heute in der neuen Moschee in Ebikon folgende Freitagspredigt auf Deutsch gehalten:

Liebe Brüder und Schwestern,
Das Thema meiner heutigen Chutba lautet: Die Eigenschaften der Mu’minun. In der Sura asch-Schura in der Ayat 36 sagt uns Allah: „Also was euch auch immer zuteil wurde, dies ist das Verbrauchsgut des diesseitigen Lebens. Und was bei Allah ist, ist besser und bleibender für diejenigen, die den Iman verinnerlichten und Tawakkul ihrem Herrn gegenüber üben.“

Und danach erklärt uns Allah in den folgenden Ayat wer die Mu’minin sind, und welche Eigenschaften sie haben.

Die Mu’ninun sind „diejenigen, welche die schweren Verfehlungen und Verabscheuenswürdigkeiten meiden, und wenn sie erzürnen, verzeihen sie;“

Die Mu’minun sind „diejenigen, die ihrem Herrn folgen, das rituelle Gebet ordnungsgemäss verrichten, ihre Angelegenheiten gemäß der Schura unter sich klären und vom Rizq geben, was Wir ihnen gewährten;“

Ya Allah, nimm uns als Mu’min bei Dir an.

Ya Allah, lass uns den Iman an Dich, Deine Engel und die Dschinn, Deine Propheten, Deine Bücher, den Jüngsten Tag und al-Qadaa / al-Qadar verinnerlichen.

Ya Allah, lass uns Tawakkul Dir gegenüber üben.

Ya Allah, lass uns die Sünde meiden und lass uns anderen ihre Fehler verzeihen, damit auch Du uns unsere Fehler verzeihst.

Ya Allah, lass uns unsere Gebete mit Ichlas uns Ichsan verrichten.

Ya Allah, lass uns von Deinem Rizq Sadaqa spenden.

Ya Allah, gib uns Gutes in dieser Dunya, gib uns gutes in der Achira und beschütze uns vor dem Feuer.

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Aug 16 2007

Islamisches Lager für Kurzentschlossene

Published by Rachid under Islam

Morgen Abend beginnt das jährliche Islamische Lager, organisiert von der Zeitschrift Die Barmherzigkeit. Das Lager ist jedes Jahr aufs neue ein Erlebnis. Informationen findest du auf dem Flyer und Bilder vom letzten Jahr hier in der Bildergalerie.

Für Kurzentschlossene hat es noch ein paar wenige Plätze frei!

Weitere Infos gibt dir Abduschakur Burger unter 062 891 72 48 (weil es für die ordentliche Anmeldung über das Formular vielleicht nicht mehr reicht).

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Aug 15 2007

Ausflug auf die Krienseregg

Published by Rachid under Persönlich

Heute war ich mit meiner Frau und unseren Kindern Omar (2) und Aischa (5) auf der Krienseregg am Fuss des Pilatus.

Von Kriens bei Luzern aus führt eine Gondelbahn auf den Pilatus, resp. auf die Fräkmüntegg, da steigt man dann um in die Seilbahn auf den Pilatus. Die erste Station der Gondelbahn ist die Krienseregg. Ganz in der Nähe der Station gibt es einen ausserordentlich schönen Spielplatz mit vielen Picknick-Möglichkeiten und Feuerstellen. Der Spielplatz war gut besucht, es hatte viele Kinder.

Wenn man es für’s Picknick gerne etwas ruhiger hat, so gibt es weiter hinten im Wald viele schöne Plätzchen um sich zurückzuziehen.

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Aug 13 2007

Übelste Propaganda auf Spiegel Online

Published by Rachid under Gesellschaft, Vereine, Politik, Islam

Seit Jahren häufen sich Pädophilie-Fälle in Europa, fast könnte man meinen die Europäer seien pädophil. So ist das natürlich nicht, nur die allerwenigsten Europäer sind pädophil. Man darf dies keinesfalls verallgemeinern.

In manchen meist ländlichen Gegenden kommt es vor, dass manchmal Eltern ihre Söhne und Töchter zwingen wollen einen bestimmten von den Familien vorgeschlagenen Partner zu heiraten. Und manchmal bringen Immigranten dieses Problem mit nach Deutschland oder in die Schweiz. Ja, solche Fälle gibt es leider. Dies ist ein Problem und es muss thematisiert werden. Im Islam gibt es keine Rechtfertigung und keinen Platz für Zwangsehen. Eine Ehe kann nur geschlossen werden, wenn beide Partner einverstanden sind, frei von Zwang.

Auf Spiegel Online ist kürzlich ein Artikel aufgetaucht, Zwangsheiraten: Zum Urlaub in die Ehehölle. Obwohl mir dieses Thema ein Anliegen ist, finde ich den Artikel verheerend. Der Artikel suggeriert, dass Türken - sprich Muslime - üblicherweise Frauen ihren Familien abkaufen, ihnen ein Kopftuch über stülpen, sie einsperren, schlagen, und dass die Frauenhäuser voll türkischer Frauen sind, die flüchten konnten. Dies wird dann natürlich mit dem Bild einer gekonnt unvorteilhaft porträtierten Kopftuch tragenden Frau illustriert, von hinten aufgenommen, so dass man sich als Betrachter ihr Gesicht als vom Leben gezeichnet vorstellt. Warum nur ist die Berichterstattung über türkische Zwangsehen so auffallend anders als die Berichterstattung über Pädophilie?

Nun, leider gibt es Zwangsehen, und leider gibt es Ehen, die für die Ehepartner die Hölle sind. Durch die negative Berichterstattung über die Muslime sind viele Leute überzeugt, dass kopftuchtragende Frauen per se unterdrückt sind. Wenn Bella und ich in der Stadt unterwegs sind, sehen wir das doch oft an den Blicken der Leute. Ich bin mir sicher, viele dieser Leute würden uns beneiden, wenn sie unsere Ehe kennen würden. Und ich bin mir sicher, dass muslimische Ehen nicht schlechter und nicht besser sind als nichtmuslimische Ehen. Unter Muslimen wie Nichtmuslimen gibt es wohl gleich wenige Ehen, die die Hölle sind.

Dieser Spiegel Online Artikel ist übelste Propaganda, die nicht dazu beiträgt Probleme zu lösen. Ganz im Gegenteil. Es wird Hass geschürt, der verhindert, dass Probleme gelöst werden können. Vor allem rechtspopulistische Politiker haben überhaupt kein Interesse daran, dass diese Probleme gelöst werden. Denn die Lösung ist schwierig und vielleicht unpopulär. Und warum sollte man auch etwas an dieser für rechtspopulistische Politiker vorteilhaften Situation ändern? Es lässt sich doch so gut mit der Angst vor dem Islam Stimmen fangen. Also schürt man diese Angst so gut man kann. Und der Spiegel Verlag verdient gutes Geld mit seinem Geschmiere. Ich bin enttäuscht, dass in Europa kaum Stimmen gegen diese destruktive Propaganda erhoben werden. Der Hass ist wohl schon zu weit fortgeschritten.

Den islamischen Verbänden empfehle ich den Fokus ihrer Arbeit mehr auf gesellschaftliche Probleme zu setzen. Projekte wie die öffentlich-rechtliche Anerkennung können auf später verschoben werden. Denn das Abwehren von Schädlichem hat Vorrang vor dem Vollbringen von Nützlichem. Dies ist eine Grundregel im Islam.

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Aug 12 2007

Baraka Lebensmittel und Metzgerei in Kriens bei Luzern

Published by Rachid under Islam

Vor einiger Zeit eröffnete Bruder Mustafa einen Halal Lebensmittelladen in Kriens bei Luzern. Neben halal geschlachtetem schweizer Rind-, Kalb- und Lammfleisch verkauft er auch gefrorene Poulets aus der Schweiz, Käse, Gemüse, frisches arabisches Fladenbrot sowie türkische und arabische Kolonialwaren. Seit kurzem verkauft er auch schweizer Eier vom Bauernhof.

Eigentlich gibt es in Bruder Mustafas Lebensmittelladen alles zu kaufen, was man so zum Kochen braucht. Klar, wenn man nicht nur zwei verschiedene Sorten Früchte sondern mindestens 25 zur Auswahl haben will, dann muss man zu Migros oder Coop gehen. Doch mit Mustafas Angeboten kann man ebenfalls gut leben. Und günstig obendrein, denn Mustafas Preise sind meist tiefer als bei Migros oder Coop.

Bei Bruder Mustafa sind manche Tomaten gross, manche klein, und manche haben eigenartige Formen. Die Tomaten sehen aus wie aus Mutters Garten. Bruder Mustafas Tomaten sind nicht streng normiert wie die Tomaten bei Migros oder Coop. Bruder Mustafas Produkte sind irgendwie erdverbunden, echt, sympathisch, und nicht gestylt. Wenn ich bei Bruder Mustafa einkaufe fühle ich mich wie früher als Kind im Dorflädeli. Und wahrscheinlich werden auch meine Kinder Mustafas Laden in Erinnerung behalten. Denn Bruder Mustafa schenkt den Kindern manchmal eine Süssigkeit. Genau so war es doch auch im Dorflädeli.

Bruder Mustafa hat mir gesagt, dass der Laden gut läuft. Nur hat er recht viel Arbeit mit dem Laden und sucht deshalb jemanden der ihm hilft, möglichst als Teilhaber. Idealerweise sollte dies ein Metzger sein, und er sollte ebenso gewissenhaft und sauber arbeiten wie Mustafa.

Baraka Lebensmittel & Metzgerei
Luzernerstrasse 31
6010 Kriens
041 310 14 83

Öffnungszeiten
MO 14:00 - 18:30
DI 14:00 - 18:30
MI 14:00 - 21:00
DO 14:00 - 18:30
FR 14:00 - 21:00
SA 09:00 - 16:00

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Aug 11 2007

Das Buch “Fiqh ul-Ibadat” ist wieder erhältlich

Published by Rachid under Bücher, Islam

“Fiqh ul-Ibadat” ist ein allseits beliebtes Buch über die Reinheit, das Gebet, die Zakat, das Fasten und über die Hajj. Diese Ibadat werden nach allen vier Madhahib kurz und griffig dargestellt. Das Buch enthält genau das, was wir als Muslime in diesem Bereich unbedingt wissen müssen.

Leider ist dieses wichtige Buch seit langem vergriffen. Der Autor, Amir Zaidan, hat immer wieder gesagt, er überarbeite den Text für eine Neuauflage. Das Buch ist inzwischen überarbeitet aber eine Neuauflage lässt weiterhin auf sich warten.

Schwester Karola Khan hat kürzlich gesagt, man könne die überarbeitete Fassung als Skript beim Sekretariat des Islamologischen Instituts bestellen. Unabhängig davon, ob man die Kurse besucht. Um das Skript zu bestellen sendest du einfach eine E-Mail an sekretariat@islamologie.info. Um die Porto- und Überweisungskosten niedrig zu halten ist vielleicht eine Sammelbestellung sinnvoll.

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Aug 10 2007

Lailat al-Miradsch

Published by Rachid under Kosmologie, Islam

Die Lailat al-Miradsch, die Nacht der Himmelfahrt des Propheten Muhammad, Sallallahu Alaihi wa Sallam, ist eine besondere Nacht für uns Muslime. Die Lailat al-Miradsch, im islamischen Kalender die Nacht des 27. Radschab, beginnt heute Abend nach Maghrib und dauert bis zum Fajr. Im Islam ist es ja so, dass ein Kalendertag bei Sonnenuntergang (Maghrib) beginnt und bis zum nächsten Sonnenuntergang dauert. Die Nacht geht also dem Tag voraus.

Der Engel Dschibril, Alaihi as-Salam, weckte unseren Propheten Muhammad, Sallallahu Alaihi wa Sallam, in dieser Nacht auf und führte ihn durch die sieben Himmel und vorbei am Sidrat ul-Muntaha in die Gegenwart Allahs, subhanahu wa ta’ala. Einige Aqida Inhalte kennen wir aus der Himmelsreise des Propheten, Sallallahu Alaihi wa Sallam. Auch die islamische Kosmologie stützt sich unter anderem auf die Himmelsreise. Im Buch Muhammad. Sein Leben nach den frühesten Quellengibt es einen ausführlichen Bericht über die Himmelsreise des Propheten, Sallallahu Alaihi wa Sallam. Auf vielen Brüdern und Schwestern vielleicht unbekannte Aspekte der Himmelsreise weist der Vortrag Die Wunder der Himmelsreise des Propheten (Abdurrahman Reidegeld) hin. Hör dir diesen Vortrag heute Abend doch mal an.

In den Moscheen gibt es teilweise ein spezielles Programm während der Lailat ul-Miradsch.

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Aug 09 2007

Vornamenhitparade

Published by Rachid under Uncategorized

Eben hat das Bundesamt für Statistik die Vornamenhitparade der zwischen 2004 und 2006 in der Schweiz geborenen Kinder veröffentlicht. Die einzigen muslimischen Vornamen, die es in die Statistik geschafft haben, waren Ali auf Platz 3 im Kanton Basel-Stadt, Asia auf Platz 31 im Tessin und Samira auf Platz 42 in der Gesamtwertung der Deutschschweiz.

Im Gesamtklassement der Bübchen liegt der Name des Propheten Noah auf dem ersten Rang. Bei den Mädchen ist es Anna. Auf den vorderen Rängen befinden sich überraschend viele biblische Namen, also Namen von christlich-jüdischen (und folglich meist auch muslimischen) Propheten, sowie Namen christlicher Apostel und Evangelisten. Aus dem englischen Sprachraum stammende Namen wie Kevin sind in allen Regionen um ein paar Ränge nach hinten gefallen.

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Aug 09 2007

Neues Buch: Islamische Geschichte

Published by Rachid under Bücher, Islam

Gestern lag eine Überraschung im Briefkasten. Ein Päckchen aus Deutschland. Im Päckchen befand sich das neue Buch “Islamische Geschichte, eine analytische Einführung” von Samir Mourad.

Ein Kapitel des Buches - Vor-islamisches Zeitalter der Araber - stammt aus einem Skript, das ich vor längerer Zeit geschrieben habe. Falls Du damals den Islamunterricht in der Moschee in Luzern besucht hast, kennst Du das Skript vielleicht noch.

Lieber Bruder Samir, vielen Dank für das Buch. Ich freue mich sehr darüber. Demnächst, sobald ich das Buch gelesen habe, schreibe ich insyaAllah eine Buchbesprechung.

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Aug 07 2007

Zurück aus den Ferien

Published by Rachid under Islam

Seit heute morgen sind die Ferien vorüber, ich beginne nun wieder zu arbeiten. Während vier Wochen Ferien gewöhnt man sich schon sehr an den Müssiggang, deshalb beginne ich den Arbeitstag heute mit einer feinen Tasse Kaffee in der Konfiserie Bachmann.

Während meine Frau in Indonesien war, konnten die Kinder und ich für drei Wochen zu meinen Eltern ins Tessin fahren. Für diese nicht selbstverständliche Hilfe sind wir meinen Eltern sehr dankbar. Wir haben immer gut gegessen und jeder Tag war erlebnisreich.

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Aug 06 2007

Treffen der Darqawi Tariqat

Published by Rachid under Dhikr, Persönlich, Islam

Über das Wochenende war ich in Wila und habe als Gast an einem Dhikr der Darqawi Tariqat teilgenommen. Die Darqawi Tariqat ist ein schari’agemässer und authentischer Sufi Orden der Schadhili Tradition.

 

Das Treffen wurde von Hajj Abd ul-Haqq Bewley geleitet. Am Samstag hielt er tagsüber einen mehrteiligen Vortrag. Am Nachmittag habe ich mit Hajj Abd ul-Haqq Bewley einen längeren Spaziergang über die Felder und durch den Wald unternommen. Dabei hatten wir ein sehr gutes Gespräch.

Nach dem Maghrib Gebet wurden Qasidas von Scheich Muhammad Ibn al-Habib gesungen, und danach ein Dhikr in Form eines Wird.

Das war ein sehr schönes Wochenende.

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Aug 04 2007

Swiss Miniatur und Hermann Hesse Museum

Published by Rachid under Persönlich

Im Swiss Miniatur in Melide verbrachten die Kinder und ich heute ein paar Stunden. Wir haben die Modelle einiger Sehenswürdigkeiten der Schweiz angeschaut. Ich war überrascht wie sehr sich die Kinder dafür interessierten.

Die verschiedenen Bahnen waren aber mindestens ebenso interessant. Vor allem die Autorennbahn hat es Aischa angetan. Einmal hat sie einen Jungen so frech ausgebremst, dass er in den Banden zum Stehen kam.

Diese Gummiboote haben uns am besten gefallen. Ich liess es mir nicht nehmen, mit Omar selbst zu fahren, obwohl diese Gummiboote wohl eher für Kinder gedacht sind.

Danach gab’s eine Glace für die Kinder und einen Kaffee für Papi. Das Swiss Miniatur ist unbedingt ein Besuch wert, wenn man mit Kindern in Lugano in den Ferien ist.

Danach sind wir mit Opa nach Montagnola gefahren und haben das Hermann Hesse Museum besucht.

Das Museum ist eigentlich nichts für Kinder. Die Fotos im obersten Stock waren interessant für Aischa, ebenso die Schildkröte im Garten. Der Rest war dann doch eher etwas für Papi.

Hier ein interessantes Zitat von Hermann Hesse. Das Zitat stammt aus “Lektüre für Minuten”, Suhrkamp 1952:

Eine Religion ist ungefähr so gut wie die andere. Es gibt keine, in der man nicht ein Weiser werden könnte, und keine, die man nicht auch als dümmsten Götzendienst betreiben könnte. Aber es hat sich in den Religionen fast alles wirkliche Wissen des Menschheit angesammelt, zumal in den Mythologien. Jede Mythologie ist “falsch”, wenn wir sie anders als fromm ansehen; aber jede ist ein Schlüssel zum Herzen des Welt. Jede weiss von den Wegen, aus dem Götzendienst am Ich einen Gottesdienst zu machen.

Unser damaliger Deutschlehrer am St. Klemens in Ebikon, Josef Fux, hat Hermann Hesse jeweils in der Luft zerrissen und seine Bücher als Schundliteratur bezeichnet.

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Aug 03 2007

Streifzug durch die Ruine des Sanatoriums Agra

Published by Rachid under Persönlich

Heute haben Opa, die Kinder und ich einen ungewöhnlichen Ferientag verbracht. Wir wanderten zum ehemaligen Sanatorium Agra oberhalb Lugano. Erst mussten wir uns durch hohes Dornengestrüpp kämpfen, bevor wir die Ruine auskundschaften konnten.

Für die während dem Streifzug durch die Ruine entstandenen Fotos habe ich eine eigene Seite zusammengestellt.

Im Sanatorium Agra haben in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts vor allem deutsche Patienten ihre Lungenkrankheiten auskuriert. Viele unheilbar Kranke sind im Sanatorium Agra gestorben. Irgendwo auf dem 850′000 m2 umfassenden Gelände des Sanatoriums gibt es einen Friedhof. Aber der ist wohl komplett mit Dornenbüschen überwuchert.

Nach dem Skandal um den Chefarzt ging es bergab bis das Sanatorium Agra im Jahr 1969 geschlossen werden musste. Professor Hanns Alexander war ein bekennender Nazi schlimmster Sorte und hat während dem zweiten Weltkrieg in Agra die NSDAP Ortsgruppe gegründet und geleitet. Vor 1933 waren im Sanatorium unter anderem Schriftsteller wie Erich Kästner oder Berthold Brecht zu Gast, danach fast ausschliesslich Nazis.

Jahrzehnte nach der Schliessung des Sanatoriums hat ein Investor das Gelände für CHF 9′000′000.- gekauft. Er wollte innerhalb der Mauern des ehemaligen Sanatoriums ein Luxusresort bauen. Auf dem brachliegenden Gelände sollten ausserdem neue Bauten mit Luxuswohnungen entstehen. Doch nachdem die Gemeinden Agra, Gentilino und Montagnola fusionierten, erteilte die neue Gemeinde Collina d’Oro die Baubewilligung nicht. Was nun mit dem Sanatorium geschieht - so erzählte uns ein Mann, den wir auf der Kuhweide unterhalb des Sanatoriums antrafen - weiss man nicht.

Und so bleibt die Ruine bis auf weiteres ein Abenteuerspielplatz.

Links

http://www.sperrzone.net

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Aug 02 2007

Das Gebet vernachlässigen

Published by Rachid under Gebet, Islam

Lieber Bruder Ali,

Hüte dich vor Leuten, die das Gebet vernachlässigen und dich dazu bringen wollen, das Gebet ebenfalls zu vernachlässigen.

Das Gebet ist die zweite Säule des Islams. Gleich nach der Schahada kommt das Gebet. Vernachlässigst du es, so führt dich dies zum Kufr. Verrichtest du das Gebet aber aufrichtig, so bringt es dich Allah näher.

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Aug 01 2007

Café “La Vela”

Published by Rachid under Persönlich

Während den Ferien hier im Tessin spaziere ich mit den Kindern fast täglich dem Bach entlang von Origlio nach Ponte Capriasca. Es gibt da beim Sportplatz einen grossen Spielplatz.

Auf einer kleinen Anhöhe gleich beim Spielplatz steht das Café “la Vela”. Da trinke ich jeweils einen Cappuccino und lese ein bisschen während die Kinder auf dem Spielplatz herumtollen. Es ist schön hier.

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