Rachid's Blog - Eine Reise in die Gedankenwelt eines Schweizer Muslims
... und manchmal richtet sich ein Text an eine bestimmte Person. Weil die Texte Persönliches berühren können, nenne ich die Person jeweils "Bruder Ali".
Übelste Propaganda auf Spiegel Online
Autor: Rachid | Kategorie: Gesellschaft, Vereine, Politik, Islam
Seit Jahren häufen sich Pädophilie-Fälle in Europa, fast könnte man meinen die Europäer seien pädophil. So ist das natürlich nicht, nur die allerwenigsten Europäer sind pädophil. Man darf dies keinesfalls verallgemeinern.
In manchen meist ländlichen Gegenden kommt es vor, dass manchmal Eltern ihre Söhne und Töchter zwingen wollen einen bestimmten von den Familien vorgeschlagenen Partner zu heiraten. Und manchmal bringen Immigranten dieses Problem mit nach Deutschland oder in die Schweiz. Ja, solche Fälle gibt es leider. Dies ist ein Problem und es muss thematisiert werden. Im Islam gibt es keine Rechtfertigung und keinen Platz für Zwangsehen. Eine Ehe kann nur geschlossen werden, wenn beide Partner einverstanden sind, frei von Zwang.
Auf Spiegel Online ist kürzlich ein Artikel aufgetaucht, Zwangsheiraten: Zum Urlaub in die Ehehölle. Obwohl mir dieses Thema ein Anliegen ist, finde ich den Artikel verheerend. Der Artikel suggeriert, dass Türken - sprich Muslime - üblicherweise Frauen ihren Familien abkaufen, ihnen ein Kopftuch über stülpen, sie einsperren, schlagen, und dass die Frauenhäuser voll türkischer Frauen sind, die flüchten konnten. Dies wird dann natürlich mit dem Bild einer gekonnt unvorteilhaft porträtierten Kopftuch tragenden Frau illustriert, von hinten aufgenommen, so dass man sich als Betrachter ihr Gesicht als vom Leben gezeichnet vorstellt. Warum nur ist die Berichterstattung über türkische Zwangsehen so auffallend anders als die Berichterstattung über Pädophilie?
Nun, leider gibt es Zwangsehen, und leider gibt es Ehen, die für die Ehepartner die Hölle sind. Durch die negative Berichterstattung über die Muslime sind viele Leute überzeugt, dass kopftuchtragende Frauen per se unterdrückt sind. Wenn Bella und ich in der Stadt unterwegs sind, sehen wir das doch oft an den Blicken der Leute. Ich bin mir sicher, viele dieser Leute würden uns beneiden, wenn sie unsere Ehe kennen würden. Und ich bin mir sicher, dass muslimische Ehen nicht schlechter und nicht besser sind als nichtmuslimische Ehen. Unter Muslimen wie Nichtmuslimen gibt es wohl gleich wenige Ehen, die die Hölle sind.
Dieser Spiegel Online Artikel ist übelste Propaganda, die nicht dazu beiträgt Probleme zu lösen. Ganz im Gegenteil. Es wird Hass geschürt, der verhindert, dass Probleme gelöst werden können. Vor allem rechtspopulistische Politiker haben überhaupt kein Interesse daran, dass diese Probleme gelöst werden. Denn die Lösung ist schwierig und vielleicht unpopulär. Und warum sollte man auch etwas an dieser für rechtspopulistische Politiker vorteilhaften Situation ändern? Es lässt sich doch so gut mit der Angst vor dem Islam Stimmen fangen. Also schürt man diese Angst so gut man kann. Und der Spiegel Verlag verdient gutes Geld mit seinem Geschmiere. Ich bin enttäuscht, dass in Europa kaum Stimmen gegen diese destruktive Propaganda erhoben werden. Der Hass ist wohl schon zu weit fortgeschritten.
Den islamischen Verbänden empfehle ich den Fokus ihrer Arbeit mehr auf gesellschaftliche Probleme zu setzen. Projekte wie die öffentlich-rechtliche Anerkennung können auf später verschoben werden. Denn das Abwehren von Schädlichem hat Vorrang vor dem Vollbringen von Nützlichem. Dies ist eine Grundregel im Islam.
15 Responses to “Übelste Propaganda auf Spiegel Online”
Dein Kommentar
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August 13th, 2007 at 11:47 am
Warum löscht Du einfach meinen Kommentar. Habe ich etwas ehrverletzendes geschrieben? Für was eröffnest Du einen Blog, wenn Du nicht einmal eine Diskussion zulässt. Das nenne ich wieder einmal übelste Zensur.
August 13th, 2007 at 11:54 am
Dein Kommentar hat genau in die gleiche Bresche geschlagen wie der Spiegel Online Artikel. Als ich dann Dein Blog angeschaut habe war mir dann aber klar warum. So kommen wir nicht weiter. So finden wir keine Lösung.
August 13th, 2007 at 11:56 am
Na und, ich betreibe einen Israelfreundlichen Blog. Hast Du was gegen Israelis. Können wir deshalb keine Diskussion führen?
August 13th, 2007 at 11:59 am
Israelfreundlich und anti-islamisch, um genau zu sein. Nein, ich habe nichts gegen Israelis. Die Politik Israels finde ich nicht allzu gut, aber das ist ein anderes Thema. Doch anhand Deines Blogs verstehe ich, dass Du den Islam und die Muslime abgrundtief hasst, deshalb sage ich, dass wir so keine Lösung finden.
August 13th, 2007 at 12:00 pm
Ach wenn jemand kritische Töne schlägt, dann löscht man einfach kurzerhand den Kommentar und versucht nicht auf Basis einer gesitteten Diskussion damit klar zu kommen. Ist es nicht so, dass in einigen Ländern Frauen ein schweres los haben. Kannst Du darauf nicht Stellung beziehen. Aber das löschen von Kommentaren ist ja viel einfacher.
August 13th, 2007 at 12:01 pm
Ich hasse den Islam nicht, ich bin nur nicht mit allem einverstanden. So wie Du mit den Israelis. Dennoch lasse ich eine Diskussion bei mir zu. Wenn Sie anständig und mit einer gewissen Tiefe geführt wird.
August 13th, 2007 at 12:05 pm
In Deinem Kommentar ging es nicht um kritische Töne, und schon gar nicht um eine gesittete Diskussion. Und eigentlich diskutieren wir hier auch gar nicht über die Lösung des ursprünglich angesprochenen Problems. Ich verweise hier nochmals auf meinen Post.
August 13th, 2007 at 12:07 pm
Und ja, Du hast recht, es war ein Fehler den Kommentar zu löschen. Ich hätte ihn stehen lassen sollen. Beim Thema Frauen in den Ländern, die Du ansprichst - ich nehme mal an es ist vor allem Saudi Arabien und Iran - bin ich der Falsche um Stellung zu beziehen. Mit der staatlichen Auslegung des Islams in diesen beiden Ländern bin ich in vielen Punkten nicht einverstanden. Dies beinhaltet vor allem auch die Frauenrechte. Und noch einiges mehr. Auf diesem Blog hier möchte ich mich aber auf den Islam in der Schweiz konzentrieren. Denn mit der Diskussion über Frauenrechte in Saudi Arabien lenkt man nur von den Problemen ab, die wir in der Schweiz haben. Und die Lösung der Probleme in der Schweiz ist mir ein Anliegen, nicht die Diskussion über Saudi Arabien, Iran oder Israel.
August 13th, 2007 at 12:30 pm
Es geht im Artikel um den vom Spiegel verfassten Artikel, wie Du ja so schön schreibst und darin geht es um die Zwangsheirat usw. Ich habe daraufhin einen Kommentar abgegeben, dass die Frau in einigen Ländern (z. Bsp. Iran) nicht den Wert hat, den Sie eigentlich haben sollte. Ich habe weder Fluchwörter noch sonst irgendwelche Beleidigungen geschrieben. Ich hatte erwartet, dass Du darauf Stellung beziehst und um es nun abzuschliessen, ich erwarte nichts mehr von Dir. Wie es aussieht kannst Du ja nicht auf eine Frage, bezüglich der Stellung der Frau in islamischen Staaten (egal ob es sich nun auf deinen Post bezieht oder nicht) antworten. Es hätte mich Wunder genommen, wie die Thematik für einen gläubigen Muslime aussieht. Ich lass dich nun wieder in Ruhe.
August 13th, 2007 at 12:31 pm
Okey sorry, Du hast zwischenzeitlich geantwortet. Also lassen wir das.
August 13th, 2007 at 12:31 pm
Dann sind wir ja gleicher Meinung. Also Peace
August 13th, 2007 at 12:36 pm
:-)) Vielleicht sollte man sich einfach etwas unverkrampfter begegnen…
August 13th, 2007 at 1:02 pm
Ja denke ich auch
hehe… gruss
April 4th, 2008 at 3:29 pm
hallo rachid
versteh ich jetzt nicht ganz was an dem spiegel-artikel “übelste propaganda” sein soll. meiner empfindung nach wird seriös über ein schlimmes problem berichtet. auch wenn du sonst die artikel zum thema islam im spiegel liest wirst du feststellen, dass von “geschmiere” keine rede sein kann.
mit liebem gruss
April 11th, 2008 at 1:23 pm
Zwangsheiraten sind wirklich etwas Abscheuliches, es ist eine Form der Versklavung. Leider wird in der Schweiz und generell in Europa der Begriff nur mit dem Islam in Verbindung gesetzt. Dass Zwangsheiraten in China, in Indien und Sri Lanka sowie auch in christlichen Staaten wie Griechenland, Rumänien etc. gang und gäbe sind wird praktisch nie thematisiert!
Auch in der Schweiz war es vor gar nicht so langer Zeit normal, dass die Eltern der Frau einen Mann zuwiesen.