Oct 31 2007
Archive for October, 2007
Oct 30 2007
Kundenservice bei Bäckerei Bachmann
Im Emmen Center habe ich bei der Bäckerei Bachmann für meine Familie vier Gipfeli und ein Rustico Paillasse Bauernmutschli gekauft. Die Verkäuferin fragte mich:
“Haben sie mich nicht einmal nach den Zutaten unserer Produkte gefragt? Haben ihnen die Informationen geholfen?”
Ja, tatsächlich habe ich vor vielen Jahren in der Bachmann-Filiale im Bahnhof Luzern nachgefragt, welche Fette in den Produkten enthalten sind. Die Verkäuferin, die inzwischen in der Filiale Emmen Center arbeitet, hat sich an mich erinnert. Sie hat mir damals eine umfangreiche Liste mitgegeben, auf der die Zutaten sämtlicher Produkte aufgeführt waren. Diese Informationen haben mir tatsächlich sehr geholfen, denn manche Bäckereien benutzen für einige Produkte Schweinefett. Ich konnte anhand der Liste überprüfen, welche Produkte für uns unbedenklich sind. So enthalten zum Beispiel die Schoggibrötli bei Bachmann ausschliesslich Butter, während die Schoggi-Maisbrötli bei Macchi Schweinefett enthalten.

Schöggibrötli enthalten bei Bachmann kein Schweinefett
Die Verkäuferin hat mir dann einen Touchscreen gezeigt, der seit kurzem in jeder Filiale steht. Über diesen Touchscreen können die Kunden Informationen zu sämtlichen Produkten abrufen. Diese ausführlichen Produktinformationen bietet die Bäckerei auch auf ihrer Website an.
Diese Verkäuferin ist der Aufsteller des Tages.
Oct 29 2007
Polizei beendet Flitterwochen deutscher Blogger
Omar und Kathrin, zwei deutsche Blogger, haben kürzlich geheiratet. Ihre Flitterwochen haben sie in einem Ferienhäuschen auf der Lüneburger Heide verbracht. Eines Abends wurden die Flitterwochen durch einen Polizeieinsatz beendet.
“Polizei, bitte aufmachen” rief es von draußen. Omar schloss die Tür auf und öffnete die Tür, als die Polizei auch schon in das Haus stürmte. Omar hielt einen Arm vor die Tür mit der Bitte “Einen Augenblick, meine Frau zieht sich grade an”. Ein großer Polizist in schusssicherer Kleidung drückte seinen Arm weg und ein älterer grauhaariger Herr (der befehlsführende Beamte) hielt Omar seine Dienstmarke vor das Gesicht.
Als ich Kathrin und Omars E-Mail gelesen habe, dachte ich an die Geschichte mit dem Frosch. Setzt man einen Frosch ins heisse Wasser, springt er hinaus. Setzt man ihn aber in kaltes Wasser und erhitzt es langsam, so bleibt er sitzen bis das Wasser kocht.
Oct 28 2007
Sprich niemals darüber
Lieber Bruder Ali, denke nur ja nicht, du seist besser als irgend jemand anders. Vielleicht fastest du jeden zweiten Tag und stehst jede Nacht zum Gebet auf. Vielleicht hast du eine Moschee aufgebaut und hast die Tasbih die ganze Zeit in der Hand. Vielleicht spriesst dir ein prächtiger Bart und die Leute kommen zu dir, wenn sie eine Frage über den Islam haben. Denn du bist ein Gelehrter. Aber was bringt dir all dies am Ende, wenn du es für dein Ansehen unter den Menschen und nicht aus Liebe zu Allah tust?
Halte immer ein wachsames Auge auf dein Herz, mein lieber Bruder Ali. Lass niemals zu, dass sich Augendienerei, Neid oder dergleichen in dein Herz einschleichen. Bitte Allah darum, dass Er dich zu Seinem aufrichtigen Diener macht. Und dann vollbringe gute Taten lieber im Verborgenen und sprich niemals darüber.
Oct 27 2007
Gebetszeiten auf dem Natel
Ein Natel ersetzt einen MP3-Player, eine Digitalkamera, einen Kassettenrekorder und nun auch einen Gebetszeitenkalender.
Guidedways.com bietet die Software PrayerTimes für Java oder Symbian Natels an. Somit läuft die Software auf fast jedem in den letzten Jahren produzierten Natel. Die Einstellungsmöglichkeiten sind äusserst vielseitig. Ein sehr gutes zusätzliches Feature ist der Qibla-Kompass.

Screenshot von PrayerTimes 2.0
PrayerTimes ist wirklich hilfreich, vor allem wenn man viel unterwegs ist. Etwas nervig ist der Nag, der immer mal wieder erscheint und einen auffordert per Tastendruck zu schwören, dass man die Software nicht weiterkopiert.
Oct 26 2007
Eigenschaften der Heuchler
Abdullah Ibn Amr hat berichtet, dass der Prophet, Sallallahu Alaihi wa Sallam, sinngemäss gesagt hat:
“Es gibt vielerlei Eigenschaften, wer sie hat, der ist gewiss ein Heuchler. Und wer eine davon hat, der hat etwas von der Heuchelei, bis er es losgeworden ist: Wenn ihm etwas anvertraut wird, handelt er treulos. Wenn er etwas erzählt, lügt er. Wenn er etwas verspricht, bricht er es. Und wenn er streitet, überschreitet er jedes Mass.”
(Sahih nach Buchari)
Lieber Bruder, liebe Schwester, wenn dir jemand etwas übergibt - auch ein vertrauliches Wort ist wie eine anvertraute Sache - dann trag sorge dazu. Und lüge nie, nie! Halte deine Versprechen ein, auch den Kindern gegenüber. Und wenn du in einen Streit gerätst, dann bleib massvoll, versuch zu schlichten.
Oct 25 2007
Der Kampf gegen die eigene Nafs
Das Register “Diary” in meinem Filofax ist vergleichsweise schmal, aber das Register “Notes” quillt über. Ich mache mir nicht nur viele Notizen, sondern zeichne manchmal auch Skizzen, um mir Zusammenhänge besser verständlich zu machen. Ab und zu möchte ich eine Skizze hier im Blog vorstellen. Heute geht es um den Kampf gegen die eigene Nafs.
Der Kampf gegen die eigene Nafs ist ganz wesentlich auf dem Weg in die Nähe Allahs. Man versucht sich dabei ein Stück weit von den Fesseln freizumachen, die einen an die diesseitige Welt ketten. Unsere Begierden, unser Zorn, unser Körper und eigentlich auch unser Verstand sind tief im Diesseits verankert. Bestimmt kennst du das Gefühl - wohl jeder von uns hat das schon erlebt - dass dir eine Sache gefällt, du musst sie unbedingt haben. Du wirst von deiner Begierde angetrieben das Geld zusammenzukratzen und diese Sache zu kaufen. Kaum besitzt du die Sache, keimt schon die Begierde nach etwas anderem. Manche Menschen geben sich dem hin, bis sie die Sklaven ihrer Begierden sind. Ihre Nafs ist ihren Begierden unterworfen. Dies ist wohl mitunter ein Grund, warum vielen Menschen das Gebet, das Fasten und das Spenden schwer fällt.
Eine Skizze aus meinem Filofax, gezeichnet im Café Bachmann
Durch ein andauerndes Ringen mit Deiner Nafs kannst Du diese Knechtschaft überwinden. Deine Nafs ist dann nicht länger der Begierde unterworfen, sondern unterwirft ihrerseits die Begierde und benutzt sie auf dem Weg in die Nähe Allahs.
Oct 24 2007
Stolz
Mein lieber Bruder Ali, weisst du, wann ich ein langersehntes Ziel erreicht hatte? Als ich jemanden über mich sagen hörte: “Was hat Rachid schon für den Islam getan?!” Und ich mich über diesen abschätzigen Kommentar gefreut habe.
Oct 23 2007
Interview mit Yusuf Sabadia, Präsident der islamischen Gemeinde Luzern
Yusuf Sabadia hat seinerzeit die Gründung eines muslimischen Dachverbandes im Kanton Luzern angeregt und und den Verband in der Aufbauphase begleitet. Heute präsidiert Yusuf Sabadia die Islamische Gemeinde Luzern.
Yusuf Sabadia ist der Vater des Dachverbandes der Luzerner Muslime, der Vereinigung der islamischen Organisationen des Kantons Luzern (VIOKL). Es ist Yusuf Sabadias Verdienst, dass die Muslime im Kanton Luzern sich damals an einen Tisch gesetzt haben, und heute enger zusammenarbeiten. Nach der Abwahl von Petrit Alimi, dem ersten VIOKL Präsidenten, war Yusuf Sabadia Präsident der Vereinigung der islamischen Organisationen des Kantons Luzern (VIOKL). Etwa ein Jahr nach der Gründung der Islamischen Gemeinde Luzern (IGL), der er seit ihrer Gründung als Präsident vorsteht, hat er das Amt des VIOKL Präsidenten an Abdulnasser Callaku abgegeben.

Yusuf Sabadia, IGL Präsident
Rachid: Lieber Bruder Yusuf, im Jahr 2002 wurde die Vereinigung der islamischen Organisationen des Kantons Luzern (VIOKL) gegründet. Was ist der Zweck dieses Vereins?
Yusuf: Seit Mitte der 90er Jahren geben sich die verschiedenen ethnischen Gruppen viel Mühe, sich besser kennen zu lernen und sich durch den ihnen gemeinsamen Bund des Islams anzunähern. Schliesslich leben sie alle in den gleichen gesellschaftlichen Umständen und haben die gleichen Anliegen. Diese Bemühungen führten im Januar 2002 zur Gründung der Vereinigung der islamischen Organisationen des Kantons Luzern (VIOKL).
VIOKL repräsentiert als Dachverband die Institutionen der Gemeinschaft – das heisst: Moscheen, Kulturzentren und anderen Vereine. Über die Plattform VIOKL koordinieren die verschiedenen Vereine ihre gemeinsamen Aktivitäten untereinander, aber auch mit der breiteren schweizerischen Gesellschaft.
Rachid: Vor 2 Jahren wurde dann die Islamische Gemeinde Luzern (IGL) gegründet. Wozu?
Yusuf: Ein paar Jahre nach der Gründung der VIOKL diskutierten wir innerhalb der islamischen Gemeinschaft jedoch immer wieder die Repräsentation der Muslime gegenüber den Behörden. Vor allem Muslime aus der zweiten Generation - die sich viel mehr mit der schweizerischen Umgebung und den Werte identifizieren - haben sich die Frage gestellt, wie man eine die verschiedenen Ethnien integrierende islamische Gemeinschaft aufbauen könnte. Dies bringt uns zur Entwicklung einer schweizerischen muslimischen Identität.
Der Demokratisierungsprozess ist der Schlüssel für unsere vielfältige Gemeinschaft. Deswegen haben wir in März 2005 die Islamische Gemeinde Luzern (IGL) gegründet.
Wir glauben, dass sich die Strukturen von IGL und VIOKL ergänzen und ein stabiler Grundpfeiler für die Gemeinschaft sein werden. Durch die VIOKL werden die Institutionen vertreten und durch die IGL individuelle Mitgliedern. Wir glauben, dass wir durch IGL und VIOKL einerseits die Bedürfnisse der muslimischen Gemeinschaft vertreten können und andererseits die legitimen Erwartungen und Anliegen der schweizerischen Gesellschaft ansprechen. Ausserdem es ist wichtig, dass beide Organisationen ergänzende Rollen haben und sich gut untereinander koordinieren.
Rachid: Wie stark überschneiden sich die Aufgabengebiete von VIOKL und IGL?
Yusuf: Während und kurz nach der Gründung gab es Diskussionen zwischen IGL und VIOKL um die jeweilige Rolle zu klären und um sicherzustellen, dass die Aktivitäten von IGL und VIOKL einander ergänzen und nicht konkurrieren. Wir haben uns darauf geeinigt, dass VIOKL - als Vertreter der islamischen Institutionen - sich der Koordination von religiösen und kulturellen Belange annimmt. Die IGL andererseits versucht eine Gemeinde zu formieren und widmet sich daher eher sozialen Belangen. Diese Tabelle gibt Auskunft über die Ausrichtung von IGL und VIOKL.
Natürlich kann es Fälle geben, bei denen nicht klar ist, wo die Trennlinie verläuft. Genau deswegen ist es wichtig, dass VIOKL und IGL ihre Aktivitäten eng koordinieren.
Rachid: Die Mission der IGL ist die öffentlich rechtliche Anerkennung als religiöse Gemeinde im Kanton Luzern. Von den fast 14′000 im Kanton Luzern wohnhaften Musliminnen und Muslimen sind bis heute nur knapp 100 der IGL beigetreten. Ist mit dieser geringen Mitgliederzahl die öffentlich rechtliche Anerkennung überhaupt realistisch?
Yusuf: Die öffentlich rechtliche Anerkennung ist ein längerer Prozess. Zuerst müssen wir eine mitgliederstarke Gemeinde aufbauen und nach verschiedenen Seiten Gespräche führen. Vielleicht sind wir in zehn Jahren soweit, dass eine öffentlich rechtliche Anerkennung konkret werden könnte.
Rachid: Du engagierst dich stark für unsere Gemeinschaft. Wie viel Zeit pro Woche wendest du in etwa für das Amt des IGL Präsidenten auf?
Yusuf: Allah weiss es, das genügt.
Rachid: Das ist die Beste Antwort, die man auf diese Frage geben kann. Auf dass Allah dich für deine Aufrichtigkeit mit Dschannat ul-Firdaus belohnt. Als Präsident der IGL stehst du in der Öffentlichkeit. Was war deine positivste Erfahrung?
Yusuf: Gibt es positive Erfahrungen? Da muss man weit suchen. (lacht). Eine positive Erfahrung ist, dass man mehr und mehr einen Gemeinschaftsgeist spürt. Man kommt zusammen und macht neue Erfahrungen. Das Familienpicknick zeigt dies sehr schön auf.
Rachid: Und die negativste Erfahrung?
Yusuf: Die erniedrigenden Kampagnen gewisser Parteien sind eine negative Erfahrung. Auch eine sehr negative Erfahrung ist die verletztende Initiative, die Muslime generell von der Einbürgerung ausschliessen will.
Rachid: Was ist dein grösster Wunsch als IGL Präsident an die Gesellschaft?
Yusuf: Ich finde es wichtig, dass man die vielfältige Gesellschaft der Schweiz wahrnimmt. Es ist eine Herausforderung, mit dieser Vielfältigkeit umgehen zu können und sich gegenseitig zu respektieren.
Rachid: Und dein grösster Wunsch an die Muslime?
Yusuf: Ich wünsche mir, dass sich die Muslime sowohl in der islamischen Gemeinschaft als auch in der schweizerischen Gesellschaft mehr engagieren. Die Muslime sind zu wenig präsent.
Rachid: Bruder Yusuf, ich danke dir vielmals für das Gespräch.
Wenn ich recht darüber nachdenke, finde ich, dass VIOKL und IGL zusammengelegt werden sollten. Dies aus zwei Gründen:
1. Man erklärt den Leuten seit drei Jahren, warum es die VIOKL und parallel dazu die IGL braucht. Kaum jemand versteht dies.
2. Die nötigen Ressourcen fehlen, um zwei Vereine am Leben zu erhalten. Von der VIOKL hat man in den letzten zwei Jahren nichts mehr gehört. Die Organisation ist nur noch eine leere Hülle.
Oct 22 2007
Der Segen im Morgengebet
Der Prophet, Sallallahu Alaihi wa Sallam, hat sinngemäss gesagt:
“Kein Gebet ist schwerer für die Heuchler als das Morgengebet und das Nachgebet. Aber wenn sie wüssten, was in ihnen an Segen ist, würden sie bestimmt zu ihnen kommen, selbst wenn sie kriechen müssten.”
(Sahih nach Muslim und Buchari)
Zum Gebet kriechen. Vom Bett bis in die Moschee. Das Gebet muss schon etwas gewaltiges sein, wenn der Mensch dafür zur Moschee kriechen würde. Wenn wir nur die Bedeutung erkennen würden, die im Gebet verborgen liegt.

Die Zeit des Morgengebets beginnt sobald das erste Licht am Horizont sichtbar wird, und endet sobald die Sonne aufzugehen beginnt. Die Zeit des Nachtgebets beginnt sobald es richtig dunkel ist, normalerweise etwa 1.5 Stunden nach dem Sonnenuntergang. Im Hochsommer kann das Nachtgebet ab ca 23:00 verrichtet werden und das Morgengebet irgendwo zwischen 02:00 und 04:00. Dies bedeutet, dass man ein bis zweimal pro Nacht zum Gebet aufsteht.
Oct 21 2007
Wie findest du einen Lehrer?
Gestern habe ich über den Wert der Lehrer/Schüler-Beziehung geschrieben. Wie aber findest du einen guten Lehrer, der dich auf dem Weg des Islam weiterbringt?
Als ich neu zum Islam kam, besass ich unkommentierte mahrbändige Ausgaben von Sahih Muslim und Sahih al-Buchari in englischer Sprache. Ich konnte aus diesen Büchern unmöglich die Dinge lernen, die man wissen muss, um als Muslim den Islam in Übereinstimmung mit den Geboten Allahs leben zu können. Die Liste, die wir vor einiger Zeit zusammengestellt haben, kannte ich damals noch nicht. Ich war der einzige Muslim im Dorf. Die Gefahr bestand, dass ich mir aus unterschiedlichsten Quellen einen ganz eigenen Islam zusammenbastle und nicht zwischen dem Islam und türkischen Traditionen unterscheiden konnte.
Nach dem Gebet habe ich dann jeweils in einer Du’a Allah gebeten, mir doch zu helfen diese Dinge zu lernen. Das ging nicht von einem Tag auf den anderen. Ich begann aktiv nach Brüdern zu suchen, von denen ich lernen konnte. In Zürich hatte ich einen Bruder gefunden, der mich in der Moschee einige Dinge aus der Aqida gelernt hat. Damals wusste ich aber noch nicht, dass man dies Aqida nennt. Ich bin wöchentlich von Luzern nach Zürich gefahren um von ihm zu lernen. Vor allem charakterlich konnte ich viel von diesem libanesischen Bruder lernen. Später habe ich in Bern einen türkischstämmigen Bruder kennengelernt, der in Saudiarabien und in Syrien studiert hat. Jeden Monat habe ich einen Sonntagmorgen mit ihm in Bern verbracht. Ihn konnte ich alles fragen, was mir auf dem Herzen lag. Dieser Bruder hat mich vor allem gelernt, wie wichtig es ist sein Leben auf Allah auszurichten, und wie wichtig es ist zu lernen. Er hat mich auf das Islamologische Institut in Frankfurt aufmerksam gemacht. Ohne zu zögern habe ich mich angemeldet und zusammen mit einem Bruder aus Biel die Kurse besucht. Daneben hatte ich natürlich auch andere Lehrer. Bei denen kam ich aber jeweils an einen Punkt, an dem es mir bewusst wurde, dass ich mich da langsam und freundlich wieder zurückziehen sollte. Ich habe das jeweils irgendwie gespürt.
Sehr wichtig bei der Wahl eines Lehrers sind mir jeweils die Charaktereigenschaften. Ist er bescheiden? Stellt er seine Person in den Hintergrund? Lebt er was er sagt? Spricht er schlecht über andere? Animiert mich seine Gegenwart zum Lernen? Fühle ich mich in seinem Haus wohl? Achtet er darauf, halal zu essen? Wie hält er es mit der Sauberkeit? Spüre ich in seiner Gegenwart, dass er Allah fürchtet? Es gibt noch viele weitere solcher Fragen.
Zusammengefasst habe ich folgendes getan:
1. Allah intensiv um Hilfe gebeten
2. Die Nähe von Brüdern gesucht, von denen ich lernen kann
3. Den Charakter eines Lehrers angeschaut
4. Mich bei der Suche nach einem Lehrer nicht auf die Stadt Luzern beschränkt. Es hat sich gezeigt, dass lernen oft mit reisen verbunden ist.

Muhammad Said Ramadan al-Buti *
Und deine Geschichte? Wie hast du deinen Lehrer gefunen? Wie lernst du?
* Scheich Muhammad Said Ramadan al-Buti ist einer der grössten Gelehrten des Islams. Er lebt in Damaskus und predigt jeden Freitag in einer kleinen Moschee in der Nähe seines Hauses im Quartier Rukn ed-Din. Während seinen Predigten ist die Moschee bis weit auf die Strasse hinaus überfüllt. Interessant ist diese Diskussion zwischen Scheich al-Buti und einem Salafi-Lehrer.
Oct 21 2007
NLZ berichtet über Petrit Alimi
Die Neue Luzerner Zeitung publizierte gestern einen guten Bericht über Imam Petrit Alimi, den Kommunikationsbeauftragten des neuen “supranationalen” albanischen Moschee-Zentrums an der Baselstrasse in Luzern.

Kommunikationsbeauftragter Petrit Alimi bei einer Führung durch das Moschee-Zentrum
Die Neue Luzerner Zeitung schreibt schon seit Jahren ausgewogen und unverkrampft über die Muslime in der Innerschweiz.
Oct 19 2007
Die Lehrer/Schüler-Beziehung
Der Prophet, Sallallahu Alaihi wa Sallam, war den Sahaba (Gefährten) ein Lehrer. Die Sahaba wiederum waren die Lehrer der Tabi’i (Nachfolger). Die Sahaba und ihre Schüler haben die Botschaft des Islams in die Welt hinaus getragen. Leider lehnen heute viele Muslime die Lehrer/Schüler-Beziehung mit dem Hinweis ab, dass Qur’an und Hadith genügen. Schade, denn die Lehrer/Schüler-Beziehung bannt die Gefahr, beim Lernen vom rechten Weg abzuweichen.
Der Lehrer kennt den Weg zum Wissen besser als der Schüler. Der Lehrer bringt den Schüler auf direktem Weg zum Wissen. Der Schüler kann sein Wissen zielstrebiger und nachhaltiger aufbauen als derjenige, der ohne Lehrer lernt.
Der Schüler kann im Gespräch mit dem Lehrer überprüfen, ob er richtig verstanden hat. Der Lehrer korrigiert die Fehler des Schülers. Der Schüler kann Fragen stellen. Der Lehrer zeigt dem Schüler, wie er das gelernte theoretische Wissen in der Praxis anwenden kann.
Der Schüler lernt von den guten Charaktereigenschaften und Gewohnheiten des Lehrers. Der Schüler lernt Demut und Bescheidenheit. Dies ist der grosse Gewinn der Lehrer/Schüler-Beziehung. Denn derjenige, der ohne Lehrer lernt, denkt vielleicht bald nachdem er ein paar Ayat und Hadith auswendig gelernt hat, er gehöre zu den Gelehrten. Dann verteufelt ihn seine Nafs und er wird stolz. Und bald wagt er sich an die Interpretation der Quellen, die selbstständige Urteilsfindung, den Idschtihad. Wie weit ist er schon vom rechten Weg abgewichen und merkt es nicht.
Falls du der Sunna des Propheten, Sallallahu Alaihi wa Sallam, und dem Beispiel der Sahaba folgen willst, so lerne mit einem Lehrer und gib danach dein Wissen weiter. Mit Demut und Bescheidenheit.
Oct 18 2007
Islamologiekurse des Islamologischen Instituts
Die Islamologiekurse des Islamologischen Instituts sind ein guter Weg um sich das Wissen anzueignen, das man braucht, um als Muslim den Islam leben zu können. Im November beginnen die neuen Kurse. Hier kannst du dich zu den Kursen anmelden.
Die Kurse kann ich dir nur empfehlen.
Oct 17 2007
Sprich Gutes oder sei still
Haben wir Menschen einen natürlichen Hang zum Verbreiten von Klatsch, Gerüchten, übler Nachrede und Verleumdung? Prophet Muhammad, Sallallahu Alaihi wa Sallam, sagte sinngemäss:
„Wer an Allah glaubt und an den jüngsten Tag, der soll Gutes sagen oder still sein.“
(Sahih nach Buchari und Muslim)
Oct 16 2007
Hasan al-Basri sagte…
al-Hasan al-Basri sagte sinngemäss: “Wer Allah recht erkennt, der liebt Ihn, und wer die Welt recht erkennt, der hasst sie; nur so lange ist der Gläubige lustig, als er gedankenlos ist, wenn er aber nachdenkt, so wird er ernst.”
Oct 15 2007
Qur’an 5:33
Immer wieder führen Islam-Hasser den Qur’anvers 5:33 an, um zu beweisen, dass der Qur’an die Muslime zu Gewalt aufrufe. Diese aus dem Zusammenhang gerissene Interpretation entspricht nicht der Botschaft des Islams.
Gestern hat eine Schwester, die Anschuldigungen eines SVP Nachwuchspolitikers zurückweisen möchte, auf LieberBruderAli.com nach einem Qur’anvers gefragt. Ich bin nicht befugt, den Qur’an zu kommentieren oder gar den Qur’an zu interpretieren. Dieser Text ist eine Zusammenfassung der Meinungen verschiedener Qur’an-Kommentatoren wie Muhammad Asad, Yusuf Ali und Muhammad Salim al-Awa.
In der Frage der Schwester geht es um folgendes:
“Die Vergeltung für die, die gegen Gott und seinen Gesandten Krieg führen und auf der Erde umherreisen, um Unheil zu stiften, soll dies sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden, oder dass ihnen Hände und Füsse wechselseitig abgehackt werden.”
Natürlich packt einen das blanke Entsetzen, wenn man diese Zeilen aus dem Zusammenhang gerissen liest. Aber alleine schon der Zusammenhang, in dem dieser Vers steht, schafft einige negative Vorurteile gegen den Islam beiseite. Vers 5:33 kann man nur in Zusammenhang mit dem vorhergehenden Vers 5:32 (Verbot des Tötens) und dem nachfolgenden Vers 5:34 zitieren (Aufforderung zur Vergebung).
Amir Zaidan hat die entsprechende Textstelle folgendermassen ins Deutsche übertragen:
(Qur’an 5:32) Deshalb haben Wir den Kindern Israels geboten, dass, wer einen Menschen tötet - nicht als Vergeltung für einen getöteten Menschen und nicht wegen Anrichten von Verderben auf Erden -, es so sei, als hätte er alle Menschen getötet, und wer ihm das Leben erhält, es so sei, als ob er der ganzen Menschheit das Leben erhalten hätte. Und gewiss, bereits kamen zu ihnen doch Unsere Gesandten mit den deutlichen Zeichen, dann sind viele von ihnen danach auf Erden gewiss des Masses Überschreitende!
(Qur’an 5:33) Die Bestrafung für diejenigen, die Allahs (Din) und Seinen Gesandten durch Muharaba* bekämpfen und Verderben auf Erden anrichten, ist, dass sie getötet oder gekreuzigt oder dass ihre Hände und Füße wechselseitig abgetrennt oder des Landes verwiesen werden. Dies ist für sie Schmach im Diesseits. Und im Jenseits ist für sie übergrosse Peinigung bestimmt.
(Qur’an 5:34) Ausgenommen sind diejenigen, die bereut haben, bevor ihr ihrer habhaft geworden seid. Also wisst, dass Allah gewiss allvergebend, allgnädig ist.
* Muharaba ist die massive Beeinträchtigung des inneren Friedens durch Verbreitung von Angst und Unsicherheit mit Raubüberfällen und Terrorismus.
Die qur’anische Strafe für Terrorismus soll Terrorismus befürworten?
Hier geht es um ein äusserst schweres Verbrechen. Es geht um Leute, die im Innern gegen den Propheten Allahs (sas) kämpfen und dabei Tod und Zerstörung verbreiten, und fortlaufend jedes Mass überschreiten. Es geht dabei um das rücksichtslose Töten von Menschen. In der heutigen Terminologie würde man dies als Terrorismus bezeichnen. Es geht also um eines der schwersten Verbrechen überhaupt - daher die schwere Bestrafung.
Die Behauptung, Vers 5:33 rufe die Muslime zu Gewalt auf, entstellt den Islam. Der textliche, historische und rechtliche Zusammenhang dieses Verses zeigt im Gegenteil auf, dass dieser Vers Bestrafung für ein äusserst schweres Verbrechen fordert, und in keiner Weise im Sinne der Islam-Hasser gedeutet werden kann.
Es ist irritierend, dass die Islam-Hasser den Vers 5:33 als vermeintliches Beispiel nennen, wie der Qur’an ihrer Ansicht nach die Muslime zu Gewalt und Krieg aufrufe. Denn dieser Vers steht direkt nach einem Vers (5:32), der das Töten eines einzelnen Menschen dem Töten der gesamten Menschheit gleichsetzt. Es wird also erst die Schwere des Verbrechens beschrieben, bevor die Strafe beschrieben wird. Doch dieser Teil wird ausgeblendet. Mord und Terrorismus werden im Islam als so schwere Verbrechen angesehen, dass eine schwere Strafe dafür vorgeschrieben wurde. Die Islam-Hasser sehen in Vers 5:33 den Beweis, dass der Qur’an Terrorismus befürworte. Und die muslimischen Gelehrten berufen sich auf eben diese drei Verse, wenn sie erklären, dass Terrorismus im Islam eines der grössten Verbrechen ist. Welche Ironie!
Ist es logisch, jemanden über eine bestimmte Strafe (5:33) zu informieren, ohne vorher zu sagen, für welches Verbrechen die Strafe vorgesehen ist? Die Islam-Hasser tun genau dies, wenn sie einen Teil des Verses 5:33 aus dem Zusammenhang gerissen wiedergeben. Ihre Absicht ist den Islam als gewaltverherrlichende Religion darzustellen.
Der Qur’an sieht in Vers 5:33 verschiedene Strafen vor, mit dem Wort “ODER” verknüpft. Eine Strafe soll doch immer im Zusammenhang mit den Umständen und der Schwere des Verbrechens stehen. Also sieht der Qur’an verschiedene Alternativen vor. Die im vorislamischen Arabien üblichen weit schlimmeren Strafen, wurden durch die Muslime abgeschafft. Doch nicht einmal diese vorislamischen Strafen erreichten die Grausamkeit der im Mittelalter in Europa üblichen Strafen.
Aufrichtiges Bereuen setzt die Bestrafung aus
Wenn man Vers 5:33 erwähnt, darf man den darauf folgenden Vers 5:34 nicht verschweigen. Denn Vers 5:34 sagt, dass diese Strafen nicht für jene gelten, die aufrichtig bereuen bevor es zu spät ist. Allahs - in Seiner unendlichen Gnade - ist bereit selbst Menschen zu vergeben, die rücksichtslose Verbrechen verübt haben, für die solch harte Strafen angedroht wurden. Die muslimischen Gelehrten weisen immer wieder darauf hin: wenn Allah eine Strafe androht, bietet Er dem Menschen immer auch einen Ausweg an, um die Strafe auszusetzen. Zum Beispiel wird in Vers 5:33 die Kreuzigung erwähnt. Viele muslimische Rechtsgelehrte der letzten 1400 Jahren haben gesagt, dass ihnen kein Fall bekannt ist, in dem die Kreuzigung als Strafe zur Anwendung kam. Dies zeigt auf, dass Allah diese Strafen wohl vor allem auch zur Abschreckung im Qur’an erwähnt hat.
Diese Zusammenfassung ist ungenügend, lässt noch viele Fragen offen. Wie gesagt, ich bin nicht die richtige Person um solche Fragen zu beantworten.
Oct 14 2007
Open House bei Schwester Sari
Open House gestern bei Schwester Sari. Viele mehrheitlich asiatische Familien aus der ganzen Schweiz sind der Einladung nach Zofingen gefolgt und haben gemeinsam “Hari Raya - Idul Fitri 1428″ gefeiert. Für mich war es ein nicht ganz ungetrübt fröhliches Fest.
“Open House” ist eine schöne indonesische Tradition. An Festtagen werden die Türen der Häuser für die ganze Nachbarschaft weit geöffnet, man besucht sich gegenseitig ohne Absprache, ein fröhliches Gewimmel entsteht.
Wie immer gab es ein reichhaltiges indonesisches Buffet. Vor allem das Rindfleisch hat mir geschmeckt. Etwas weniger gefallen haben mir diese abschätzig prüfenden Blicke, die manche Leute einander aus den Augenwinkeln zugeworfen haben. Diese Blicke, wären sie aus Eisen gewesen, hätten ihr Ziel wohl zerschmettert. Einigen dieser Blicke folgten hinter vorgehaltener Hand ätzende Kommentare in zuweilen vulgärer Sprache. Warum nur? Ist Hari Raya nicht das Fest der allseitigen Vergebung? Es stimmt mich traurig, dass diese durch und durch gute Tradition zu einer blossen Fassade zu verkommen scheint. Das Fundament scheint am zerfallen. Wohl bald stürzt auch die Fassade ein. Und zurück bleibt nichts als ein innerlicher Trümmerhaufen.
Ich finde die Zeit ist gekommen, um in sich zu schauen und sich selbst kritisch zu beurteilen. Sowohl die äusseren Handlungen als auch der innere Zustand bedürfen einer Muhasabat un-Nafs. Und weil ich mich nicht für besser als andere halte, mache ich den Anfang - ich denke ich habe es von uns allen am nötigsten.
Oct 13 2007
Wann darf ein Blogger jemanden namentlich erwähnen?
Wie halte ich es als Blogger mit dem Persönlichkeitsschutz? Unter welchen Umständen erwähne ich eine Person mit vollem Namen?
Gestern nach dem Festgebet hat sich eine Schwester, deren Mann auf meinem Blog nicht namentlich erwähnt werden möchte, in sehr unerfreulicher Art und Weise an mich gewendet. Ich verstand die Situation als eine Prüfung. Und während Prüfungen versuche ich mich in Geduld zu üben.
Aus diesem Anlass möchte ich heute die bisher ungeschriebenen Regeln vorstellen, nach denen ich mich bei der Erwähnung von Namen richte.
Wer wird mit vollem Namen erwähnt?
In der Öffentlichkeit stehende Personen erwähne ich namentlich, sofern ich positiv oder neutral über sie berichte. Wenn ich Schlechtes über in der Öffentlichkeit stehende Personen zu berichten habe, so nenne ich wenn möglich keine Namen.
Sobald der Name einer Person mit ihrem Einverständnis in den Medien erscheint, sobald also ein gewisses öffentliches Interesse besteht, gehe ich davon aus, dass ich diese Person auch auf meinem Blog bei ihrem vollen Namen nennen kann. Ebenfalls mit vollem Namen erwähnt werden Politiker, Gelehrte, Autoren sowie Personen die oft Vorträge halten oder an Podiumsdiskussionen teilnehmen.
Wer wird mit Vornamen erwähnt?
Brüder und Schwestern, die innerhalb der islamischen Gemeinschaft “in der Öffentlichkeit stehen” oder Funktionen ausüben, erwähne ich mit Vornamen - sofern ich positiv über sie schreibe. Zu dieser Kategorie zähle ich Imame, Präsidenten und evtl. weitere Vereinsfunktionäre, Metzger Mustafa, meine Kinder Aischa und Omar sowie unter Umständen Brüder und Schwestern, die z.B. ein Fest organisieren. Auch mir nahe stehende Brüder und Schwestern die heiraten erwähne ich mit Vornamen, denn eine Hochzeit soll man bekannt machen.
Wer wird nicht namentlich erwähnt?
Alle anderen werden in der Regel nicht namentlich erwähnt. Wenn ich von einem Sonntagsausflug berichte, kann es sein, dass ich zum Beispiel sage: “Ich war mit Bruder Muhammad und einer Schar Kinder auf dem Hasenberg.”
Und wenn etwas schief läuft?
Irren ist menschlich. Es ist durchaus möglich, dass ich eine Situation falsch einschätze und jemanden erwähne, der lieber nicht namentlich erwähnt werden möchte. Und es ist auch möglich, dass sich jemand auf einem Bild nicht gefällt. Bitte sprich in diesem Fall mit mir, benutze die Kommentarfunktion oder schreib mir eine E-Mail.
Und ich bin überzeugt, dass nicht alle mit meinen Ansichten einverstanden sind. Es darf verschiedene Meinungen geben. Falls du mit einem Artikel nicht einverstanden bist oder Fehler bemerkst, so schreib bitte einen Kommentar. Aber erwarte nicht, dass ich einen Artikel lösche, nur weil du findest, dass man Muslime nicht kritisieren darf.
Oct 12 2007
Eindrücke vom Festgebet
Das Fest zum Ende des Monats Ramadan beginnt mit einem gemeinsamen Gebet am Morgen. Dem Gebet folgt eine Predigt. Danach wünscht man sich gegenseitit ein schönes Fest und bittet einander die Fehler zu vergeben, die man vielleicht gemacht hat.

Die Kinder, wie auch die Erwachsenen, ziehen für das Festgebet schöne Kleider an.
Nach dem Festgebet spazierten wir langsam nach Hause. Dort angekommen haben wir uns in der Familie gegenseitig gebeten einander zu vergeben. Und dann kam der grosse Augenblick für die Kinder - Geschenke auspacken.
Omar hat eine Autobahn mit Brücke erhalten. Und Aischa eine Kamera.
Oct 11 2007
Eid Mubarak!
Liebe Brüder und Schwetern,
Salamu Alaykum wa Rahmatullahi wa Barakatuh
Ich wünsche euch allen ein schönes Fest zum Ende des Ramadan.

Oct 11 2007
Fünf Fragen an Ylfete Fanaj, Nationalratskandidatin der Second@s plus
Ylfete Fanaj, Mitglied des grossen Stadtrates der Stadt Luzern und Studentin an der HSA, kandidiert für die SP Second@s plus als Nationalrätin und beantwortet unsere fünf Fragen.
Unsere fünf Fragen wurden von Musliminnen und Muslimen zusammengestellt und richten sich an Schweizer Politiker. Wenn man sie den Second@s plus stellt - allesamt Politiker/innen mit Migrationshintergrund - klingen die Fragen natürlich etwas eigenartig.
Ich finde, dass die Second@s plus einige Anliegen der Muslime vertreten (die Liste ist gekürzt):
- Faire Einbürgerungsverfahren.
- Ein flächendeckendes Netz an obligatorischen Sprachkursen als Integrations- und nicht als Repressionsmittel gegen MigrantInnen. Alle sollen zumindest versuchen, eine Landessprache zu lernen – auch ausländische Top-Manager!
- Chancengleicher Zugang zu Bildung auf allen Stufen, u.a. mit mehr Stipendien, Tagesschulen und Sprachförderprogrammen.
- Griffige Massnahmen gegen Zwangsheiraten. (Dieses Problem zu lösen ist leider nicht so einfach, dies darf aber kein Grund sein die Augen zu verschliessen und nichts zu tun. Ylfete Fanaj verschliesst die Augen nicht und unternimmt etwas. Anm. Rachid)
- Einen wirkungsvollen Schutz der Umwelt.
Rachid: Wie stellen sie sich das Zusammenleben ganz praktisch vor? Was möchten sie ändern, was möchten sie so lassen wie es ist?
Ylfete Fanaj: Ein respektvolles Zusammenleben unter Berücksichtigung der „Gleichheit in Vielfalt”.
Rachid: Welche Erwartungen haben sie den Musliminnen und Muslimen gegebüber?
Ylfete Fanaj: Keine speziellen für Muslime. Die gleichen Erwartungen, die ich an alle Menschen habe.
Rachid: Zur Integration gehört auch die Beteiligung der Migrantinnen und Migranten an politischen Prozessen. Wie stehen sie zum Ausländerstimmrecht?
Ylfete Fanaj: Selbstverständlich bin ich dafür!
Rachid: Haben sie persönlich Kontakt zu Musliminnen und Muslimen? Sei es durch ihre politische Arbeit oder ihren Freundeskreis?
Ylfete Fanaj: Ich bin selbst Muslimin.
Rachid: Tun ihnen muslimische Frauen die ein Kopftuch tragen leid?
Ylfete Fanaj: No, chacun a sa façon!
Rachid: Ylfete Fanaj, ich danke ihnen für das Interview und wünsche ihnen ein gesegnetes Eid ul-Fitri und viel Glück am 21. Oktober.
Oct 10 2007
Fünf Fragen an Trix Dettling, Nationalratskandidatin der SP
Trix Dettling, Grossrätin seit 2003, kandidiert für die SP als Nationalrätin. Trix Dettling beantwortet die fünf Fragen, die wir kürzlich auf LieberBruderAli.com zusammengestellt haben.
Trix Dettlings Vorstösse im Grossen Rat geben einen guten Überblick über die Themen, für die sie sich einsetzt. “Ich stehe für Chancengerechtigkeit in der Bildung”. Keine Scheinpolitik - Frau Dettling setzt diese Aussage schon seit vielen Jahren in die Tat um. Hervorheben möchte ich auch ihre Anfrage an den inzwischen mit Schimpf und Schande abgewählten luzerner SVP-Regierungsrat Daniel Bühlmann wegen seinen frauenfeindlichen Äusserungen.

Rachid: Frau Dettling, wie stellen sie sich das Zusammenleben ganz praktisch vor? Was möchten sie ändern, was möchten sie so lassen wie es ist?
Trix Dettling (SP): Ich bemühe mich um verstärkten Kontakt und erwarte das auch von Muslimen und Musliminnen. Wir garantieren in der Schweiz die Religionsfreiheit. Es ist aber wichtig sich gegenseitig zu verstehen. Verbessern möchte ich die Chancengerechtigkeit fremdsprachiger Kinder und Jugendlicher in der Bildung.
Rachid: Welche Erwartungen haben sie den Musliminnen und Muslimen gegebüber?
Trix Dettling (SP): Ich erwarte, dass sie sich mit den gängigen Regeln unseres Zusammenlebens auseinandersetzen. Mädchen dürfen z. B. in der Schule nicht diskriminiert und vom Schwimmunterricht oder vom Klassenlager ausgeschlossen werden. Ich bin aber meinerseits auch interessiert an der Geschichte und den Lebensrealitäten hier lebender Migrantinnen und Migranten.
Rachid: Zur Integration führt nicht nur die Bildung sondern auch die Beteiligung der Migrantinnen und Migranten an politischen Prozessen. Wie stehen sie zum Ausländerstimmrecht?
Trix Dettling (SP): Ich befürworte das Ausländerstimmrecht und habe mich mehrfach dafür stark gemacht. Ich bedaure sehr, dass die neue Luzerner Verfassung diese Möglichkeit nicht vorsieht.
Rachid: Haben sie persönlich Kontakt zu Musliminnen und Muslimen? Sei es durch ihre politische Arbeit oder ihren Freundeskreis?
Trix Dettling (SP): Ich unterrichte ein 65% Pensum Deutsch für Fremdsprachige an der Schule Buchrain. Die meisten meiner Schülerinnen und Schüler sind muslimischen Glaubens. Auf politischer Ebene unterstütze ich die Gruppierung SP Second@s, wo zahlreiche politisch aktive Muslime und Musliminnen mitarbeiten.
Rachid: Tun ihnen muslimische Frauen die ein Kopftuch tragen leid?
Trix Dettling (SP): Ich wünsche mir die Gleichberechtigung für alle Frauen, ob nun Musliminnen oder nicht.
Rachid: Frau Dettling, vielen Dank für das Interview. Ich wünsche ihnen für den 21. Oktober viel Glück!
Oct 09 2007
Hast du die Zakat schon bezahlt?
Die jährlich zu bezahlende Zakat auf Vermögenswerten ist die dritte Säule des Islams. Hast du deine Zakat dieses Jahr schon bezahlt?
Allah, subhanahu wa ta’ala, hält uns im Qur’an an, von unserem Vermögen einen genau festgesetzten Anteil jährlich an bestimmte Personengruppen abzugeben. Zakatpflichtig ist also nicht das Einkommen, sondern nur das Vermögen. Im Qur’an wird die Zakat oft zusammen mit dem Gebet genannt, wodurch die Wichtigkeit der Zakat betont wird.
Und verrichtet das Gebet und zahlt die Zakat und verneigt euch mit den sich Verneigenden.
(Qur’an 2:43)
Allah stellt die Zakat - eine gottesdienstliche Handlung, die belohnt wird - im Qur’an den Zinsen (Riba) gegenüber:
Was immer ihr auf Zinsen verleiht, damit es sich mit dem Gut der Menschen vermehre - er vermehrt sich nicht vor Allah; doch was ihr an Zakat gebt, indem ihr verlangt nach Allahs Antlitz - sie ind es, die vielfache Mehrung empfangen werden.
(Qur’an 30:39)
Das Bezahlen der Zakat ist für alle Muslime und Musliminnen eine Pflicht. Es ist genau festgelegt wer wieviel an wen bezahlen muss. Darüber hinaus soll sich der Muslim aber auch sonst grosszügig zeigen und Sadaqa (freiwillige Spenden) geben. Der Prophet, Sallallahu Alaihi wa Sallam, hat sinngemäss gesagt:
“Kein Vermögen wird durch Sadaqa vermindert! Keinem Diener Allahs wird Unrecht zugefügt, und er bleibt dabei standhaft, ohne dass Allah ihn noch mehr ehrt. Kein Diener Allahs bettelt, ohne dass Allah ihn noch ärmer macht.”
(Sahih nach Tirmidhi)
Wer muss Zakat bezahlen?
Jeder Muslim, der Vermögen besitzt, über das er uneingeschränkt verfügen kann, und dessen Vermögen während einem Mondjahr ein bestimmtes Mindestmass überschritten hat, muss einen bestimmten Teil dieses Vermögens als Zakat an bestimmte Zakatempfänger zahlen. Die Höhe dieses Nisab genannten Mindestmasses ist je nach Art des Vermögens unterschiedlich. Im Fall von Geld und Gold entspricht der Nisab dem Wert von 85 Gramm Gold, aktuell CHF 2370 / EUR 1423.
Auf welche Güter muss Zakat bezahlt werden?
Zakat muss grundsätzlich nur auf wachstumsfähige Vermögenswerte bezahlt werden. Die Liste der zakatpflichtigen Güter umfasst auch Nutztiere, Ernteerträge und Bodenschätze. Für uns sind wohl vor allem Geld, Gold & Silber, Aktien, etc wichtig. Falls du eine Schafherde oder gar Kamele besitzt, so schlag die Zahlen für Schafe und Kamele bitte im Handbuch Islam nach.
Wann muss Zakat bezahlt werden und wie wird sie berechnet?
Sobald der Besitz den Nisab, die Grenze zur Zakatpflicht, erreicht, beginnt man die Zeit eines Mondjahres zu messen. Nachdem ein Mondjahr verstrichen ist, wir die Zakat fällig. Ausnahmen sind hier Bodenschätze und landwirtschaftliche Erträge. Beim Abbau von Bodenschätzen wird die Zakat sofort fällig. Bei den landwirtschaftlichen Erträgen wird die Zakat bei der Ernte fällig. Als Grundlage für die Berechnung der Zakat nimmt man den Besitz, über den man an diesem Tag verfügt, auch wenn der Besitz zu beginn des Mondjahres geringer war.
Das nächste Mal wird die Zakat nach dem verstreichen eines neuen Mondjahres fällig. Falls der Besitz aber irgendwann unter den Nisab fällt, beginnt man mit dem Messen eines Mondjahres erst wieder, wenn der besitz den Nisab überschreitet. Wenn der Besitz unter den Nisab fällt, entfällt die Zakatpflicht für die Zeitspanne zwischen dem letztmaligen Entrichten der Zakat und dem Zeitpunkt, zu dem der Besitz unter den Nisab fällt – falls diese Zeitspanne kürzer als ein Mondjahr ist.

Als Grundlage für die Berechnung der Zakat nimmt man den Besitz, über den man an diesem Tag verfügt, auch wenn der Besitz zu beginn des Mondjahres geringer war. Am Tag der Fälligkeit zählt man z.B. alle Geldwerte zusammen, die man gegenwärtig besitzt, und entrichtet 2.5% davon als Zakat.

*1) Der Besitz fällt unter den Nisab, also entfällt eine Bedingung für die Zakat, nämlich, dass man ein Mondjahr lang über den Besitz verfügt.
*2) Sobald der Besitz den Nisab wieder überschreitet, beginnt man von neuem ein Mondjahr zu zählen. Die Zakat wird nach Ablauf dieses neuen Mondjahres wieder fällig. Nach Abu Hanifa ist die Zakat auch fällig, falls der Nisab innerhalb des Mondjahres unterschritten wurde, zum Zeitpunkt der Fälligkeit der Nisab aber erreicht ist.
An wen bezahlt man die Zakat?
Die Zakat steht grundsätzlich nur Muslimen zu. In Bedrängnis geratene Nichtmuslime können durch Sadaqa unterstützt werden. Das Ergebnis ist bei Zakat und Sadaqa schlussendlich das gleiche. Man gibt einem unterstützungsbedürftigen Geld. Doch Zakat hat einen anderen religiösen Hintergrund als Sadaqa. Unter den Muslimen sind die Vermögenden, die Arbeitsunwilligen, die offen schwere Sünden begehenden, die Verwandten des Zakatpflichtigen sowie die Familie des Propheten (sas) als Zakatempfänger ausgeschlossen. Damit sind diejenigen Verwandten gemeint, für deren Unterhalt man sowieso aufkommen muss, z.B. Frauen, Kinder, Eltern.
| Gruppe | Bemerkungen |
| Arme (Faqir) | Muslime, die unter dem Existenzminimum leben. Ihnen fehlt es an elementaren Dingen wie Essen, Wohnung, Kleidung. |
| Bedürftige (Miskin) | Muslime, die auf dem Existenzminimum leben, deren elementare Bedürfnisse knapp gedeckt sind, die aber durch widrige Umstände, Katastrophen, Unglücke mehr brauchen. |
| Zakat Sammler/Verteiler | Diejenigen, die die Zakat sammeln und/oder verteilen, können für ihre Ausgaben und Aufwände etwas von der Zakat nehmen. |
| Deren Herzen gewonnen werden sollen | Leute, die neu in den Islam eintreten und durch ihren Eintritt in den Islam Verluste erleiden werden. Ihnen kann aus der Zakat gegeben werden, falls die Muslime ihre Unterstützung brauchen. |
| Sklaven | Zakat konnte zur Befreiung von muslimischen Sklaven verwendet werden. Diese Gruppe der Zakatempfänger fällt heute weg. |
| Schuldner | Muslime, die durch erlaubte und notwendige Schulden in Bedrängnis geraten sind. |
| Kämpfer fi sabil Illah | Muslime, die die Muslime mit der Waffe gegen Angriffe verteidigen. Im Fall der Zakat ist mit fi sabil Illah nur der bewaffnete Kampf zur Verteidigung der Muslime gemeint. |
| Reisende | Der in Not geratene Reisende |
Beim verrichten der Zakat zählt die Absicht des Gebenden, ob es sich um Zakat oder um Sadaqa, eine freiwillige Spende, handelt. Man braucht dem Zakatempfänger nicht zu sagen: “Hiermit bezahle ich dir CHF 200 Zakat!” Dies könnte ihn verletzen. Besser ist, man gibt und verliert darüber keine Worte.
Oct 07 2007
Muslimischer Friedhof in Luzern
Im Februar erhalten die Musliminnen und Muslime des Kantons Luzern ein Gräberfeld im Friedhof Luzern. Warum brauchen die Muslime eigentlich einen eigenen Friedhof?
Seit langem hat die Vereinigung der islamischen Organisationen des Kantons Luzern (VIOKL) mit der Stadt Luzern wegen einem muslimischen Gräberfeld innerhalb des Städtischen Friedhofs verhandelt. Die Stadt wiederum hat sich darum bemüht umliegende Gemeinden in das Projekt einzubinden. Die jahrelange Arbeit zeigt nun Früchte. Der grosse Stadtrat hat am 26. September das Projekt mit einem deutlichen Ja gutgeheissen. Das muslimische Grabfeld um Friedhof Friedental kann nun im Februar eröffnet werden. Unser Grabfeld liegt gleich neben dem alten jüdischen Friedhof. Es bietet Platz für 297 nach Mekka gewandter Gräber. Wir haben das Grabfeld heute besichtigt.
Warum brauchen eigentlich die Muslime einen eigenen Friedhof? Halten die Muslime die Nichtmuslime für unrein und wollen nicht neben ihnen begraben sein? Kein Mensch ist unrein, unabhängig von seinem Glaubensbekenntnis. Kein Mensch ist unrein, weder lebend noch verstorben.
Wenn ein Muslim stirbt, wird sein Körper gewaschen. In Luzern steht dafür in der bosnischen Moschee ein spezieller Raum zur Verfügung. Danach wird der Tote in seine Leichentücher eingewickelt und im Sarg zum Friedhof getragen. Die Muslime sprechen für den Verstorbenen das Totengebet und beerdigen ihn ohne Sarg. Musliminnen und Muslime ruhen in den Gräbern mit dem Kopf auf einer Kopfstütze, so dass ihr Blick über den Körper hinweg nach Mekka gerichtet ist. Folglich werden muslimische Gräber nach Mekka ausgerichtet. Unsere Gräber werden bewusst einfach gehalten. Für Muslime ist die Grabesruhe bis zum jünsten Tag wichtig. Und nicht zuletzt hat das Begräbnis und die Zeit im Grab starke religiöse Aspekte. Wir Muslime möchten auf dem Friedhof mit denen zusammen sein, mit denen wir während unserem Leben gebetet und gefastet haben.
Wir sind mit dem neuen Gräberfeld einige Kompromisse eingegangen, doch insgesamt ist es eine sehr gute Lösung. Die Kompromisse waren, dass
- die Toten im Sarg beerdigt werden, und
- die Gebeine, wenn der Friedhof voll besetzt ist, in einem Grab gesammelt werden.
Der Stadt bin ich sehr dankbar für den neuen Friedhof. Vor allem freue ich mich auch über den sehr eindeutigen Entscheid des grossen Stadtrates.
Oct 06 2007
Fragen an die Parteien: Die Liste
Die National- und Ständeratswahlen stehen in der Schweiz vor der Tür. Seit letzter Woche sammeln wir Fragen, die wir Vertretern der Parteien stellen möchten, um uns zu entscheiden, wem wir unsere Stimmen geben sollen. Aus euren sehr guten Vorschlägen habe ich eine Liste mit fünf Fragen zusammengestellt.
- Wie stellen sie sich das Zusammenleben ganz praktisch vor? Was möchten sie ändern, was möchten sie so lassen wie es ist?
- Welche Erwartungen haben sie den Musliminnen und Muslimen gegebüber?
- Zur Integration gehört auch die Beteiligung der Migrantinnen und Migranten an politischen prozessen. Wie stehen sie zum Ausländerstimmrecht?
- Haben sie persönlich Kontakt zu Musliminnen und Muslimen? Sei es durch ihre politische Arbeit oder ihren Freundeskreis?
- Tun ihnen muslimische Frauen leid?
Die Fragen habe ich heute an die Parteien gesendet. Ich bin gespannt ob jemand antwortet.
Oct 05 2007
Fünfter muslimischer Blogkarneval
Heute endet der fünfte muslimische Blogkarneval. Muslimische Blogger hatten ein paar Wochen Zeit um Beiträge einzureichen. Diesmal darf ich die Zusammenfassung schreiben.
Musafira schreibt in ihrem Beitrag über den Ramadan in Osnabrück über ihre Rückkehr aus Berlin. Gerade heute, nachdem ich das Freitagsgebet in der albanischen Moschee verrichtete, kam mir der gleiche Gedanke. Schwester Eman ruft uns Muslime auf während dem Ramadan vermehrt zu spenden. Bruder Aykan’s Beitrag auf seinem Blog Aykie’s Welt ist eine gelungene Einführung in das Fasten im Monat Ramadan. Vor allem Nichtmuslimen, die sich einen Überblick verschaffen wollen, kann ich den Artikel sehr empfehlen. Eine sehr schöne Angewohnheit finde ich die Quellenangabe bei Zitaten, vorbildlich. Bruder Karim Saad - ein Journalist aus Wien - hat auf seinem Blog ebenfalls einen besinnlichen Text zum Ramadan verfasst.
Es folgt eine Zeit der inneren Ruhe, dem Versuch vom irdischen Leben Abstand zu gewinnen und sich nur dem einen und barmherzigen Schöpfer zu widmen. (Karim Saad)

Etwas weniger besinnlich geht’s auf Belal’s Blog zu. In seinem Beitrag Für ein Mehr an Sicherheit in diesem Land verpasst er der aktuellen Islam-Diskussion einen Abrieb. Bruder Ekrams Beitrag über Stoiber und Pauli kann ich als Schweizer nur begrenzt folgen. Ich glaube die beiden sind bayrische Politiker. Stiober wollte soweit ich weiss mal Bundeskanzler werden, hat es aber nicht geschafft. In Bruder Ekrams zweitem Beitrag geht es um das Schächten betreffende deutsche Gesetze - sein Blog heisst ja auch Jurblog. In Bruder Ekrams drittem Beitrag geht es um die Schwimmunterricht-Debatte.
Der Interkulturelle Rat in Deutschland hat versucht, die Debatte um den Schwimmunterricht muslimischer Schülerinnen, durch Fakten zu versachlichen.
Die Debatte versachlichen. Das wäre allgemein ein guter Rat! Eine persönliche Geschichte, die wohl viele von uns schon in der einen oder anderen Form erlebt haben, hat Bruder Akif gekonnt erzählt. Bei Abu Zeynabs Beitrag Live aus Hamburg auf seinem Blog Hood Shaykh hört man beim Lesen die Breakbeats.
Seine Erscheinung Bleibt den Menschen unklar:
Atheisten deuten sie rational
Juden und Christen Sehen den Leviathan [15]
Und Muslime den Dajjal [16]
Ich selbst beteilige mich mit dem Artikel Wurde der Qur’an seit seiner Offenbarung verändert? In diesem Artikel stelle ich die Geschichte des Qur’ans der Geschichte der Bibel gegenüber.

Der nächste muslimische Blogkarneval kommt bestimmt, insyaAllah. Wer möchte auf seinem Blog die Zusammenfassung des sechsten muslimischen Blogkarnevals schreiben?
Oct 04 2007
Graue Haare
Menschen werden älter, verlieren ihre Jugend, werden gebrechlich. Was sagt Muhammad, Sallallahu Alaihi wa Sallam über das Älterwerden?
Der Prophet, Sallallahu Alaihi wa Sallam, hat sinngemäss gesagt: “Reisst die grauen Haare nicht aus, denn sie sind das Licht des Muslim. Wem ein graues Haar im Islam wächst, dem schreibt Allah dafür eine gute Tat an, löscht ihm dafür eine Sünde und erhöht ihn deswegen um eine Stufe.”
(Sahih nach Abu Daud)
Alhamdulillah, mir sind in letzter Zeit einige graue Haare gewachsen.
Oct 03 2007
Alhamdulillah
Alhamdulillah, es gibt im Alltag so viele vermeintlich kleine Dinge, die wir tun können um Allah näher zu kommen.
Unser Prophet Muhammad, Sallallahu Alaihi wa Sallam, hat sinngemäss gesagt: “Allah hat an Seinem Knecht Wohlgefallen, der, wenn er einen Bissen isst, Ihn dafür preist, und wenn er einen Schluck trinkt, Ihn dafür preist.”
(Sahih nach Muslim)
Oct 02 2007
Zeitschrift für Muslime?
Bald erscheint die zweite Ausgabe der “Gemeinschaft”, einer Zeitschrift für innerschweizer Muslime. Lohnt sich der Aufwand? Gibt es Alternativen?
Die Islamische Gemeinde Luzern versucht seit bald einem Jahr eine Zeitschrift für innerschweizer Muslime zu etablieren. Die Zeitschrift heisst “Die Gemeinschaft”. Nachdem endlich die erste Ausgabe erschienen ist, hat sich das Redaktionsteam in alle Winde zerstreut. Für die zweite Ausgabe musste ein neues Team zusammengestellt werden. Das war schwierig. Fünf Leute waren bereit zu helfen, drei davon haben die Absicht in die Tat umgesetzt. Einige Artikel für die zweite Ausgabe sind bereits vorhanden. Doch die Zeitschrift zu Layouten, in Bosnien zu drucken und dann zu versenden bedeutet immer noch sehr viel Arbeit.
Die Vorteile einer Printausgabe sind unter anderem dass sie auch von Leuten gelesen werden kann, die keinen Internetanschluss haben und dass man sie bei Veranstaltungen auflegen kann. Ein weiterer Vorteil könnte sein, dass eine Printausgabe regelmässig an einem bestimmten Datum erscheint. Doch davon sind wir noch weit entfernt.
Rechtfertigen diese Vorteile den beträchtlichen Mehraufwand einer Printausgabe? Wäre es vielleicht sinnvoller “Die Gemeinschaft” zu einer Online-Zeitschrift zu machen?
Oct 01 2007
Das schlechteste Gefäss
Dein Bauch ist dir genauso ein Feind wie deine Zunge.
Prophet Muhammad, Sallallahu Alaihi wa Sallam, hat sinngemäss gesagt: “Der Mensch füllt kein schlechteres Gefäss als seinen Bauch. Einige Bissen genügen für den Sohn Adams, um seinen Rücken aufrecht zu halten. Aber wenn das nicht möglich ist, dann soll ein Drittel des Magens für sein Essen, ein Drittel für sein Trinken und ein Drittel für sein freies Atmen vorbehalten sein.”
(Sahih nach Tirmidhi)

Also hau nicht übermässig rein beim Iftar. Damit du danach nicht wie ein gestrandeter Wal auf dem Sofa liegst.









