Archive for January, 2009

Jan 19 2009

Stellungnahme der Juden in der Schweiz zum Ghazakrieg

Published by Rachid under Vereine, Politik

Aus dem Islam.ch Newsletter:

Juden in der Schweiz stehen vorbehaltlos hinter Israel

Nach 3 Wochen (!) haben sich endlich offizielle Vertreter der in der Schweiz lebenden Juden zu Wort gemeldet. Wie dieser Stellungnahme des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG) und der Plattform der Liberalen Juden der Schweiz (PLJS) zu entnehmen ist, stehen die Schweizer Juden vorbehaltlos hinter dem militärischen Angriff Israels gegenüber dem palästinensischen Volk.

Leider passt dies nicht so recht zu dem Bild der sich sonst so betont friedliebend gebenden Juden… 

Ich persönlich finde es bezeichnend, dass den Schweizer Juden nichts anderes einfällt, als einmal mehr mit der Antisemitismuskeule zu winken. Habt ihr kein anderes Argument? Ach ja, die selbstgebastelten Raketen der Hamas. Das Problem ist aber nicht der Raketenbeschuss, sondern die seit Jahrzehnten andauernde Landnahme Israels, die trotz aller israelischer Friedensheuchelei immer konsequent fortgesetzt wurd.

Ich fordere die Juden in der Schweiz auf, sich von Vereinen zu distanzieren, die Gewalt und Terror gegen die Zivilbevölkerung gutheissen!

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Jan 18 2009

Westen trägt Schuld an Ghaza mit

Published by Rachid under Politik

Gastbeitrag von Gabriela:

Nicht nur Israel trägt die Schuld an der momentanen Problematik in Gaza. Nein, die ganze westliche Welt trägt die ganze Last mit!!!

Ich empfinde tiefe Schuld für das Grauen, das die jüdische Bevölkerung im und auch vor dem zweiten Weltkrieg, sowie in den letzten Jahrhunderten angetan wurde, in diesen Zeiten, in der das jüdische Volk im Westen vertrieben und verfolgt wurde. Ich denke, der momentane Krieg in Gaza ist eines der Schlimmsten Verbrechen an der Menschheit seit dem 2. Weltkrieg und so ist es für mich absolut unverständlich, dass diese Gewalt genau von dem Volk aus kommt, das diese Schrecken an eigenem Leibe erfahren musste.

Die islamischen Länder haben den Juden immer Schutz gewährt, mit Ihnen friedlich zusammengelebt und ihnen ihre Rechte und Pflichten gegeben. Es existieren immer noch Dokumente aus dem 20. Jahrhundert die dies historisch belegen.

Nun, leider wurden die Palästinenser von der UN nicht gefragt, ob sie mit dem Staat Israel einverstanden waren. Sie mussten ihr Land aufgeben, es wurde ihnen regelrecht weggenommen, sie wurden vertrieben und getötet, wegen dem Unrecht, was Europa damals den Juden angetan hatte.

Doch damit sind die Israelis noch nicht zufrieden. Schritt für Schritt haben sie die Kontrolle über Palästina an sich gerissen und immer mehr Gebiete besetzt. So wird heute Wasser, Gas bis hin zur Milch von den Israelis kontrolliert.

Gewalt ist keine Lösung, aber leider manchmal der letzte Hilfeschrei. Die UN hat den Staat Israel gegründet, die Palästinenser übergangen und sie in ihrer Unterdrückung alleine gelassen. Könnt ihr verstehen, dass so jemand zur Waffe greift? In der Verzweiflung? In der Hoffnung auf Gerechtigkeit? In der Absicht seine Frau und seine Kinder zu schützen? Mit dem Willen für sein verlorenes Land und für das vergossene Blut seiner Verwandten zu kämpfen?

Israel hat das Recht Flüchtlinge in einem besetzten Gebiet aufs Schlimmste zu bombardieren. Von der Luft, dem Land und vom Wasser aus. Von überall kommen die Phosphorbomben, töten und verstümmeln die Körper der Männer, Frauen und Kinder. Heute (18. Januar 2008) sind  es nach 23-tägigem Beschuss 1200 Tote, 5300 Verletzte, davon 1500 Kinder. Auf israelischer Seite sind es gerade mal ein Dutzend Tote. Die Israelis haben anscheinend das Recht dieses Massaker anzurichten, die Palästinenser gelten als Terroristen wenn sie sich diesem Grauen zur Wehr setzen. Ist dies nicht absurd?

Ich hoffe sehr, dass die westliche Bevölkerung sowie die Politik daran interessiert ist, die Fakten über Palästina und Israel offenzulegen und nicht nur in diesem Krieg für Palästina einsteht, sonder sich auch nach der ganzen Schuld, für die der Westen seine Schuld mit trägt, einsteht für ein freies Palästina.

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Jan 14 2009

Holocaust Gedenktag?!

Published by Rachid under Gesellschaft, Politik

Medienmitteilung des Kantons Luzern, 14. Januar 2008

Guten Tag Herr Moos

Kommen am Holocaust Gedenktag auch die aktuellen Menschenrechtsverletzungen durch Israel zur Sprache? Die Greueltaten, die die Nachkommen der Holocaust Opfer heute begehen?

Ich bitte Sie um eine Stellungnahme.

Stellungnahme des Bildungs- und Kulturdepartements des Kantons Luzern:

Hier ein paar Überlegungen zu ihrer Anfrage.

Vorweg möchte ich feststellen, dass es durchaus sinnvoll sein kann, auch die aktuellen Menschenrechtsverletzungen, wie sie zurzeit in Gaza geschehen, im Rahmen des Holocaust-Gedenktags zu thematisieren. Die Bezeichnung des Gedenktags ist leider eine Verkürzung - aus praktischen Gründen. Die volle Version lautet: “Tag des Gedenkens an den Holocaust und der Verhütung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit”. Im Kanton Luzern wird, nach sehr positiven Erfahrungen im Jahr 2005, dieser Tag zum zweiten Mal an den Schulen begangen - freiwillig und schulautonom in jeder Beziehung.

In unseren Unterlagen kommt immer wieder zum Ausdruck, dass die Thematik des Gedenktags viel weiter gefasst ist als der Holocaust in Deutschland. Jede Art von Völkermord und ähnlichen Grossverbrechen ist eingeschlossen, so etwa die unglaublichen Schandtaten des Stalinismus, die Genozide in Kambodscha, Ruanda, auf dem Balkan. Der Holocaust in Deutschland ist allerdings von besonderer Tragweite, unter anderem weil er sich in unserem Nachbarland abgespielt hat, weil unser Land teilweise involviert war, weil sich die Folgen des beispiellosen Antisemitismus der Nazizeit in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und bis heute ausgewirkt haben. Auch die aktuellen Ereignisse in Palästina haben Wurzeln im Zweiten Weltkrieg. Das ist keine Entschuldigung für das unverständlich harte Vorgehen Israels. Doch wir sind herausgefordert, die Abgründe heutiger Kriege und Menschenrechtsverstösse in einen geschichtlichen Kontext zu stellen.

Auch wenn die Einladung und Unterlagen an alle Luzerner Schulen sämtlicher Stufen geschickt wurden, besteht nicht die Meinung, dass nun Unterstufen-Kinder mit dieser schwierigen Thematig konfrontiert werden. Auch dieser Aspekt - eine stufengerechte Vermittlung - kommt in den Unterlagen klar zum Ausdruck. Zudem ist nichts “verordnet”, niemand kontrolliert den “Vollzug” - es handelt sich um ein freiwilliges Angebot. Mit den Dossiers von 2005 und 2009 versuchen wir, fundierte Informationen und stufengerechte Anregungen zu vermitteln. Auf der Webseite www.holocaust.edulu.ch können alle Informationen, inkl. das Konzept und der Brief des Bildungsdirektors an die Schulen (Ende Juni 2008) eingesehen werden. Wenn es Ihnen möglich ist, so empfehle ich Ihnen, die neue Dokumentation und weitere Informationen auf der Webseite anzuschauen. Auf Ihren Wunsch schicken wir Ihnen eine Dokumenationen in Papierform.

Selbstverständlich sprechen wir hier von Themen, deren Behandlung immer auch Fragen und Widerspruch auslösen. Das darf und soll so sein.

In diesem Sinne grüsse ich Sie freundlich

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