Mar 10 2010
Du hast genau ein Leben
Du hast genau ein Leben.
Die Zeit läuft.
Verschwende sie nicht.

Dec 01 2007
Eigentlich wissen wir doch, wie wir in die Nähe Allahs gelangen, aber wir setzen dieses Wissen nur begrenzt in die Tat um. Bei Umsetzen fehlt uns die nötige Konsequenz. Wir verbringen viel Zeit mit Dingen, die vorwiegend mit dem Diesseits verbunden sind, und nur relativ wenig Zeit mit Dingen, die uns im Jenseits etwas nützen werden.

Oct 27 2007
Ein Natel ersetzt einen MP3-Player, eine Digitalkamera, einen Kassettenrekorder und nun auch einen Gebetszeitenkalender.
Guidedways.com bietet die Software PrayerTimes für Java oder Symbian Natels an. Somit läuft die Software auf fast jedem in den letzten Jahren produzierten Natel. Die Einstellungsmöglichkeiten sind äusserst vielseitig. Ein sehr gutes zusätzliches Feature ist der Qibla-Kompass.

Screenshot von PrayerTimes 2.0
PrayerTimes ist wirklich hilfreich, vor allem wenn man viel unterwegs ist. Etwas nervig ist der Nag, der immer mal wieder erscheint und einen auffordert per Tastendruck zu schwören, dass man die Software nicht weiterkopiert.
Oct 21 2007
Gestern habe ich über den Wert der Lehrer/Schüler-Beziehung geschrieben. Wie aber findest du einen guten Lehrer, der dich auf dem Weg des Islam weiterbringt?
Als ich neu zum Islam kam, besass ich unkommentierte mahrbändige Ausgaben von Sahih Muslim und Sahih al-Buchari in englischer Sprache. Ich konnte aus diesen Büchern unmöglich die Dinge lernen, die man wissen muss, um als Muslim den Islam in Übereinstimmung mit den Geboten Allahs leben zu können. Die Liste, die wir vor einiger Zeit zusammengestellt haben, kannte ich damals noch nicht. Ich war der einzige Muslim im Dorf. Die Gefahr bestand, dass ich mir aus unterschiedlichsten Quellen einen ganz eigenen Islam zusammenbastle und nicht zwischen dem Islam und türkischen Traditionen unterscheiden konnte.
Nach dem Gebet habe ich dann jeweils in einer Du’a Allah gebeten, mir doch zu helfen diese Dinge zu lernen. Das ging nicht von einem Tag auf den anderen. Ich begann aktiv nach Brüdern zu suchen, von denen ich lernen konnte. In Zürich hatte ich einen Bruder gefunden, der mich in der Moschee einige Dinge aus der Aqida gelernt hat. Damals wusste ich aber noch nicht, dass man dies Aqida nennt. Ich bin wöchentlich von Luzern nach Zürich gefahren um von ihm zu lernen. Vor allem charakterlich konnte ich viel von diesem libanesischen Bruder lernen. Später habe ich in Bern einen türkischstämmigen Bruder kennengelernt, der in Saudiarabien und in Syrien studiert hat. Jeden Monat habe ich einen Sonntagmorgen mit ihm in Bern verbracht. Ihn konnte ich alles fragen, was mir auf dem Herzen lag. Dieser Bruder hat mich vor allem gelernt, wie wichtig es ist sein Leben auf Allah auszurichten, und wie wichtig es ist zu lernen. Er hat mich auf das Islamologische Institut in Frankfurt aufmerksam gemacht. Ohne zu zögern habe ich mich angemeldet und zusammen mit einem Bruder aus Biel die Kurse besucht. Daneben hatte ich natürlich auch andere Lehrer. Bei denen kam ich aber jeweils an einen Punkt, an dem es mir bewusst wurde, dass ich mich da langsam und freundlich wieder zurückziehen sollte. Ich habe das jeweils irgendwie gespürt.
Sehr wichtig bei der Wahl eines Lehrers sind mir jeweils die Charaktereigenschaften. Ist er bescheiden? Stellt er seine Person in den Hintergrund? Lebt er was er sagt? Spricht er schlecht über andere? Animiert mich seine Gegenwart zum Lernen? Fühle ich mich in seinem Haus wohl? Achtet er darauf, halal zu essen? Wie hält er es mit der Sauberkeit? Spüre ich in seiner Gegenwart, dass er Allah fürchtet? Es gibt noch viele weitere solcher Fragen.
Zusammengefasst habe ich folgendes getan:
1. Allah intensiv um Hilfe gebeten
2. Die Nähe von Brüdern gesucht, von denen ich lernen kann
3. Den Charakter eines Lehrers angeschaut
4. Mich bei der Suche nach einem Lehrer nicht auf die Stadt Luzern beschränkt. Es hat sich gezeigt, dass lernen oft mit reisen verbunden ist.

Muhammad Said Ramadan al-Buti *
Und deine Geschichte? Wie hast du deinen Lehrer gefunen? Wie lernst du?
* Scheich Muhammad Said Ramadan al-Buti ist einer der grössten Gelehrten des Islams. Er lebt in Damaskus und predigt jeden Freitag in einer kleinen Moschee in der Nähe seines Hauses im Quartier Rukn ed-Din. Während seinen Predigten ist die Moschee bis weit auf die Strasse hinaus überfüllt. Interessant ist diese Diskussion zwischen Scheich al-Buti und einem Salafi-Lehrer.
Oct 19 2007
Der Prophet, Sallallahu Alaihi wa Sallam, war den Sahaba (Gefährten) ein Lehrer. Die Sahaba wiederum waren die Lehrer der Tabi’i (Nachfolger). Die Sahaba und ihre Schüler haben die Botschaft des Islams in die Welt hinaus getragen. Leider lehnen heute viele Muslime die Lehrer/Schüler-Beziehung mit dem Hinweis ab, dass Qur’an und Hadith genügen. Schade, denn die Lehrer/Schüler-Beziehung bannt die Gefahr, beim Lernen vom rechten Weg abzuweichen.
Der Lehrer kennt den Weg zum Wissen besser als der Schüler. Der Lehrer bringt den Schüler auf direktem Weg zum Wissen. Der Schüler kann sein Wissen zielstrebiger und nachhaltiger aufbauen als derjenige, der ohne Lehrer lernt.
Der Schüler kann im Gespräch mit dem Lehrer überprüfen, ob er richtig verstanden hat. Der Lehrer korrigiert die Fehler des Schülers. Der Schüler kann Fragen stellen. Der Lehrer zeigt dem Schüler, wie er das gelernte theoretische Wissen in der Praxis anwenden kann.
Der Schüler lernt von den guten Charaktereigenschaften und Gewohnheiten des Lehrers. Der Schüler lernt Demut und Bescheidenheit. Dies ist der grosse Gewinn der Lehrer/Schüler-Beziehung. Denn derjenige, der ohne Lehrer lernt, denkt vielleicht bald nachdem er ein paar Ayat und Hadith auswendig gelernt hat, er gehöre zu den Gelehrten. Dann verteufelt ihn seine Nafs und er wird stolz. Und bald wagt er sich an die Interpretation der Quellen, die selbstständige Urteilsfindung, den Idschtihad. Wie weit ist er schon vom rechten Weg abgewichen und merkt es nicht.
Falls du der Sunna des Propheten, Sallallahu Alaihi wa Sallam, und dem Beispiel der Sahaba folgen willst, so lerne mit einem Lehrer und gib danach dein Wissen weiter. Mit Demut und Bescheidenheit.
Sep 30 2007
Als arbeitender und bloggender Student mit Familie steht mir nur begrenzt Zeit für’s Lernen zur Verfügung. Also muss ich möglichst effektiv lernen.
Es hat sich inzwischen eine Vorgehensweise herauskristallisiert, die ich mir auf einer Hand notiert habe, die meine Tochter Aischa für mich gemacht hat. Die Hand verwende ich als Buchzeichen.
Vorgehen beim Lernen
Mit dieser Vorgehensweise fällt mir das Lernen leichter. Für jemand anders mag eine andere Vorgehensweise besser sein.
Die Mindmaps übrigens, die erstelle ich manchmal von Hand und manchmal mit der Open Source Software Freemind. Ich setze fast ausschliesslich Open Source Software ein.
Sep 23 2007
Meist ist es ja nicht so, dass man sich hinsetzt, über einem Problem brütet und sagt: “So, jetzt habe ich eine Idee.” Die Ideen kommen oft im unpassendsten Augenblick. Mitten in einem Gespräch zum Beispiel. Vielleicht beim Auto fahren, oder in der Bäckerei. Wir haben dann aber keine Zeit um uns um die Idee zu kümmern. Und wenn wir uns das nächste Mal hinsetzen und über einem Problem brüten, ist die Idee weg. Das ist Verschwendung von guten Ideen.
Alles was mir einfällt, schreibe ich auf. Meinen Filofax habe ich immer dabei. Zum Beispiel habe ich in meinem FilofaxFilofax eine Liste mit mindestens 30 Ideen für Blog Posts.
Sep 13 2007
Vor einigen Tagen wurde meine Frau von einer Freundin unserer Familie gefragt: “Dein Mann schreibt jeden Tag einen Artikel auf seinem Blog. Mein Mann und ich fragen uns wo Rachid nur die Zeit dafür findet?” Eine gute und berechtigte Frage. Ich habe eine Familie, ich studiere und ich arbeite. Und ich schreibe ein Blog. Den meisten Menschen bleibt neben der Arbeit kaum genug Zeit für die Familie. An eine Weiterbildung oder ein Blog wagen sie gar nicht zu denken.
Der wichtigste Schlüssel ist ein kühl berechnetes Zeitmanagement, eine gut funktionierende Aufgabenplanung, und eiserne selbstkritische Disziplin. Durch glückliche Umstände reduziert sich die Belastung durch das Studium beträchtlich. Fast die Hälfte der nötigen ECTS Punkte wurde mir angerechnet, ich muss also nicht das volle Programm mitmachen. Ich belege ein Fernstudium, Präsenzunterricht findet nur jeden zweiten Samstag statt. Mein Arbeitspensum habe ich etwas reduziert und nutze diese Zeit um zu hause zu lernen. So gesehen bin ich sogar öfter zu hause als früher.
Wir haben keinen Fernseher und kein Auto. Damit fallen zwei der schlimmsten Zeitfresser weg. Denn wenn man zu Fuss und mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist plant man besser. Während Autofahrer viel Zeit hinter dem Steuer verbringen und immer öfter in einer Kolonne stecken bleiben, nutze ich die Zeit im Zug produktiv. Auch die Zeit, die im Normalfall ungenutzt verstreicht, versuche ich auszunutzen. Dies ist z.B. die Zeit während man vor der Kasse in der Schlange steht, oder während man auf den Bus wartet. Oder die Zeit, während man zu Fuss in der Stadt unterwegs ist - die ist hervorragend für das Auswendiglernen geeignet.
Und dann muss man natürlich auch nicht alles perfekt machen. So gut wie nötig, nicht so gut wie möglich.
Das Blog braucht eigentlich nicht so viel Zeit. Ich versuche möglichst viele Dinge doppelt zu nutzen. Wenn ich z.B. eine E-Mail beantworte und dabei etwas entsteht, das ich auch auf dem Blog nutzen kann, so nutze ich das. Oder wenn ich für die Zeitschrift “Die Gemeinschaft” einen Artikel schreibe, so poste ich ihn auch auf dem Blog. Wenn ich Bilder von einem Familienausflug von der Kamera auf den Computer kopiere, schreibe ich währenddessen einen kurzen Bericht auf dem Blog. Und wenn mir eine Idee für einen Blogpost kommt, so notiere ich mir diese Idee auf einer Liste in meinem Filofax. Im Moment befinden sich 33 Ideen auf dieser Liste, die auf die Umsetzung warten.
Jul 30 2007
Wenn man sich mit Brüdern und Schwestern zu einer Sitzung verabredet um etwas vorzubereiten, dann nimmt im besten Fall die Hälfte der Eingeladenen teil. Das erste, was einem da vielleicht durch den Kopf geht: “Unzuverlässiger Sauhaufen!” Aber dies ist sicher ein zu schnelles Urteil. Die Brüder und Schwestern sind wahrscheinlich nicht grundsätzlich unzuverlässig und schlecht. Es ist der Alltag, der uns übermässig absorbiert. Die Arbeit, die Familie, und all die Kleinigkeiten, die bewältigt werden müssen. Und es wird immer mehr…
Dieser Artikel hier - auf im modernen Alltag stehende Muslime zugeschnitten - erklärt die grundsätzlichen Methoden der Lebensplanung und des Zeitmanagements.
Den Artikel habe ich soeben für die Publikation in der Zeitschrift “Die Gemeinschaft” überarbeitet.
Jul 26 2007
Lass sein, was leicht ist für deine Nafs, und bemühe dich mit dem, was schwierig ist für deine Nafs. Denn was schwierig ist für die Nafs ist nichts anderes als Haqq, das Wahrhaftige, Beständige.
Jul 19 2007
Mein Post Zwei albanische Moscheen in Luzern hat eine angeregte Diskussion mit einem Bruder ausgelöst. Leider haben wir diese Diskussion per E-Mail geführt und nicht per Kommentar unter dem Post. Unter anderem war der Bruder der Meinung, ich soll meine Haltung zur neuen albanischen Moschee nicht so öffentlich kundtun.
Wenn eine Entwicklung nicht gut ist, dann finde ich, ist Kritik angebracht. Auch unter Muslimen. Viele Muslime können aber mit Kritik nicht umgehen. Leider. Denn Kritik ist nicht unbedingt etwas negatives. Kritik regt an, die eigene Position zu überdenken. Oft entsteht aus der kritischen Auseinandersetzung eine Verbesserung. Dazu müssen wir Muslime aber erst mit Kritik umgehen lernen. Es ist ja nicht so, dass jeder der uns kritisiert gegen uns arbeitet. Unsere Nafs (Triebseele) reagiert empfindlich auf Kritik. Aber wer ist unser grösster Feind? Unsere Nafs. Warum fasten wir und spenden von dem was uns am liebsten ist? Um unsere Nafs zu läutern. Zum Läutern der Nafs gehört aber vielleicht auch, dass wir lernen Kritik als etwas Positives zu sehen. Wenn mich jemand kritisiert bin ich jeweils sehr dankbar. Ich sage dies dem Betreffenden meist auch: “Danke, mein lieber Bruder, Deine Kritik hat mich zum Nachdenken angeregt. Und ich habe bemerkt, dass ich tatsächlich …” Und schon habe ich meiner Nafs eins ausgewischt!
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es in Luzern keine zweite albanische Moschee braucht. Vielleicht führt Kritik und die Diskussion darüber dazu, dass man zum Schluss kommt, dass längerfristig nur ein gemeinsames grosses islamisches Zentrum erstrebenswert ist? Oder vielleicht führt die Kritik dazu, dass die neue albanische Moschee an der Baselstrasse das “albanisch” komplett aus dem Programm streicht. Ich weiss, auf dem Papier heisst die Moschee “Barmherzigkeit”. Aber es ist nicht wichtig, was auf der Packung steht, sondern was die Packung tatsächlich enthält. Falls das albanische in dieser Moschee tatsächlich einmal fallen gelassen wird - und davon gehe ich aus - dann verrichte ich meine Gebete auch ab und zu in dieser Moschee und unterstütze sie wo ich kann.
Und ja, vielleicht sollten wir uns auch einmal mit der Kritik auseinandersetzen, die wir von Nichtmuslimen erhalten. Uns einmal über unseren Beitrag an die Gesellschaft Gedanken machen?