Archive for the 'Iman' Category

Jan 26 2010

2h am Flughafen Zürich

Published by Rachid under Menschen, Iman, Islam

Vor einiger Zeit hat ein Freund aus dem Ausland für 2 Tage in der Nähe von Zürich gearbeitet. Nennen wir ihn Abdulwakil, denn seinen richtigen Namen will ich hier nicht nennen. Nach getaner Arbeit hatte Abdulwakil 2 Stunden Freizeit bis zum Rückflug. Er hat mich angerufen, worüber ich mich sehr gefreut habe, und mich gefragt, ob wir uns treffen können. Ich habe alles stehen und liegen lassen und bin zum Flughafen gerattert. Dort haben wir uns im Café vor dem Zoll wie immer gut unterhalten. Die Zeit verging viel zu schnell. Als wir uns verabschiedet haben, sagte Abdulwakil bevor er durch den Zoll ging, er habe mich einfach anrufen müssen, obwohl wir nur kurz miteinander sprechen konnten. Abdulwakil fasste diese 2h Freizeit als ein Test von Allah auf. Er sagte sich: “Wenn ich diese 2h verplempere und Rachid nicht anrufe, muss ich dies vor Allah verantworten.”

Ich war ganz baff. Mir wurde bewusst wie klein ich im Vergleich zu Abdulwakil bin. Wieviel solche kleine Tests sich uns doch im Alltag stellen. Ganz leise, feine Klänge, überdeckt vom Getöse des Alltags. Wir nehmen sie kaum war. Was Abdulwakil mir da sagte, war wie eine Ohrfeige, die wachrüttelt. Hoffentlich schlafe ich nicht gleich wieder ein.

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Dec 08 2007

Unerwartet und plötzlich

Published by Rachid under Persönlich, Iman

Gestern morgen wurde meine Tante auf einem Fussgängerstreifen von einem Auto angefahren. Bis am Nachmittag wussten wir nichts über ihren Zustand. Wir rechneten mit dem Schlimmsten. Doch gegen Abend erhielten wir Gewissheit. Meine Tante hat einen Oberschenkelhalsbruch, einen gebrochenen und gequetschten Arm, Prellungen, Schnittwunden im Gesicht und eine Gehirnerschütterung. Sie wird sich, insyaAllah, wieder erholen. Alhadulillah.

Mir wurde gestern einmal mehr bewusst, wie unerwartet und plötzlich der Tod uns Menschen überraschen kann. Wären wir uns dessen immer bewusst, würde sich wohl einiges ändern.

Wir Menschen würden weniger streiten. Wir würden dem Anderen den Vortritt lassen. Wir würden einander vergeben. Wir würden mit unserem Hab und Gut - das wir ja doch in dieser Welt zurücklassen müssen - viel freigiebiger umgehen. Ja, wir würden grosse Teile unseres Geldes an die Bedürftigen spenden, damit etwas nach dem Tod bleibendes aus unserem Geld wird. Wir würden nicht mehr so sehr auf unseren eigenen Vorteil achten. Wir würden anders miteinander umgehen. Viel herzlicher, wohlwollender, liebevoller. Wenn du wüsstest, dass Ali gleich überfahren wird und stirbt, nachdem er die Moschee verlässt, wie herzlich würdest du ihn nach dem Freitagsgebet umarmen, auch wenn du ihn nur flüchtig kennst? Und die Floskel “Möge Allah dein Gebet annehmen” wäre von ganzem Herzen aufrichtig.

Und das Gebet, die Du’a, das Fasten und der Dhikr würden an Stellenwert gewinnen, während der Broterwerb als das angesehen würde, was er ist - Broterwerb eben, und nicht Sinn und Zweck unseres Daseins. Hat uns der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, nicht gesagt wir sollen jedes Gebet verrichten als sei es unser letztes Gebet?

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Dec 01 2007

Uns fehlt die nötige Konsequenz

Published by Rachid under Arbeitstechnik, Persönlich, Iman

Eigentlich wissen wir doch, wie wir in die Nähe Allahs gelangen, aber wir setzen dieses Wissen nur begrenzt in die Tat um. Bei Umsetzen fehlt uns die nötige Konsequenz. Wir verbringen viel Zeit mit Dingen, die vorwiegend mit dem Diesseits verbunden sind, und nur relativ wenig Zeit mit Dingen, die uns im Jenseits etwas nützen werden.

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Nov 25 2007

Widme dich Ihm von ganzem Herzen

Published by Rachid under Dhikr, Gebet, Iman, Qur'an, Islam

Sinngenäss sagt Allah im Qur’an:

“O du in ein Gewand Gehüllter! Erhebe dich und stehe im Gebet, einen Teil der Nacht - die Hälfte von ihr, oder verringere es ein wenig, oder füge ein wenig hinzu - und sprich den Qur’an langsam und besinnlich. Fürwahr, Wir legen dir da ein gewichtiges Wort auf. Wahrlich, die Stunden der Nacht sind stärker an Eindruck und aufrichtiger an Rede. Du hast ja gewiß während des Tages eine lange Beschäftigung. So gedenke des Namens deines Herrn und widme dich Ihm von ganzem Herzen.”
(Qur’an 73:1-8)


So gedenke des Namens deines Herrn und widme dich Ihm von ganzem Herzen…

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Nov 16 2007

Die Sucht nach Anerkennung - Teil 2

Published by Rachid under Iman

Unter dem Post Die Sucht nach Anerkennung hat ein Bruder eine interessante Frage gestellt:

Manchmal bin ich nicht sicher, ob meine Absicht wirklich nur für Allah ist, oder auch für diese Welt. Wie kann ich rausfinden und ganz sicher sein, dass meine Absicht nur für Allah ist?

In diesem Fall ist es am besten, wenn du gute Taten, die du nicht unbedingt in der Öffentlichkeit ausführen musst, im Verborgenen tust. Ganz so, dass nur Allah und Seine Malaikat deine gute Tat überhaupt sehen. Damit schliesst du Augendienerei aus. Wie sollen dich die Menschen für etwas Loben das sie gar nicht sehen?

Dann gibt es natürlich auch die guten Taten, die man nicht ausführen kann, ohne dass jemand sie bemerkt. Dazu zählt das Freitagsgebet, ganz allgemein das Gebet in der Moschee, aber auch das Vorbeten als Imam, sei es in der Moschee oder im privaten Rahmen. Wenn du aktiv bist in der Gemeinschaft und zum Beispiel einem Vorstand angehörst oder Anlässe organisierst, so kannst du die guten Taten ebensowenig im Verborgenen tun. Du brauchst also auch da einen Mechanismus um deine Nafs zu kontrollieren.

Vielleicht kennst du einen Bruder, den du nicht so besonders magst. Ein Bruder, dem du zwar bestimmt nichts schlechtes wünschst, mit dem du aber ganz einfach das Heu nicht auf der gleichen Bühne hast. Bevor du eine gute Tat in der Öffentlichkeit ausführst, frag dich, ob du diese Tat auch ausführen würdest, wenn Du sie in der Haut eines dir nicht so sympathischen Bruders ausführen müsstest? Wenn das Lob für deine gute Tat an diese Person geht und nicht an dich, verspürst du immer noch das gleich starke Verlangen die gute Tat zu verrichten? Oder kühlt dein Verlangen deutlich ab?

In diesem Fall weisst du genau, dass Augendienerei im Spiel ist. Alhamdulillah. Und wenn du die Augendienerei in deinem Herzen bemerkst, dann kannst du sie bekämpfen.

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Nov 13 2007

Die Sucht nach Anerkennung

Published by Rachid under Iman

Der Mensch braucht Anerkennung. Wer Menschen führen muss, macht sich dies zu Nutzen. Wer Anerkennung zu geben weiss, kann Höchstleistungen aus seinen Mitarbeitern herauskitzeln, kann zusehen, wie die Mitarbeiter über sich selbst hinaus wachsen und ihre Ziele übertreffen.

Doch dieser Wunsch nach Anerkennung ist gleichfalls auch eine Schwachstelle vieler Menschen. Zum Tauhid gehört, dass wir Muslime unsere Gebete, und ganz allgemein unsere guten Taten, in aufrichtiger Absicht für Allah subhanahu wa ta’ala verrichten. Diese Aufrichtigkeit Allah subhanahu wa ta’ala gegenüber nennt man auf Arabisch Ichlas. Und zu Ichlas gehört, dass unser Herz keinen Gefallen an der Anerkennung und dem Lob der Menschen empfindet. Aber auch, dass unser Herz keinen Ärger empfindet über Kritik und Unmut der Menschen. Augendienerei - etwas zu tun, um von anderen gesehen zu werden und Anerkennung zu erhalten - ist das Gegenteil von Aufrichtigkeit gegenüber Allah subhanahu wa ta’ala. Auf Arabisch nennt man die Augendienerei Ria’.

Was können wir gegen Augendienerei tun? Die Augendienerei entsteht aus dem Lob und der Anerkennung der Menschen. Und genau dort müssen wir den Hebel ansetzen, wenn wir uns gegen die Augendienerei schützen wollen. Wenn wir die Menschen als blosse Instrumente Allahs betrachten, durch die Er al-Qadar umsetzt, so werden wir unempfindlich gegenüber dem Lob und der Anerkennung der Menschen.

Der Prophet, sallallahu alaihi wa sallam, sagte zu Abdullah ibn Abbas: “Mein Junge! Ich lehre dich einige Worte: Bewahre Allah, so wird Er dich bewahren. Bewahre Allah, dann wirst du Ihn bei dir finden. Wenn du irgend jemanden bittest, dann bitte Allah. Wenn du Hilfe suchst, dann suche Hilfe bei Allah. Und wisse, dass wenn die gesamte Gemeinde beschliesst, dir in einer Sache zu nutzen, sie dir nur in etwas nutzt, das Allah schon für dich niedergeschrieben hat, und dass sie, wenn sie beschliesst, dir in einer Sache zu schaden, dir nur in etwas schadet, das Allah schon für dich niedergeschrieben hat. Die Schreibfedern sind abgesetzt, und die Tinte ist getrocknet.”
(Sahih nach at-Tirmidhi)

Solange wir uns der Bedeutung dieses Hadithes nicht bewusst werden, solange wir denken die Menschen hätten irgendwelche Macht, können wir die Augendienerei nicht überwinden.

Lieber Bruder Ali, du weisst, der Mensch, den Allah am schlimmsten bestrafen wird, ist jemand, der den Menschen als grosser islamischer Gelehrter bekannt ist. Allah bestraft ihn, weil er sein tiefes Wissen nur erlernte, um von den Menschen als grosser Scheich Anerkennung zu erhalten.

Ya Allah, bewahre uns vor der Augendienerei und mach uns aufrichtig Dir gegenüber!

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Nov 08 2007

Aus einem Brief al-Ghazalis

Published by Rachid under Gebet, Iman

Abu Hamid al-Ghazali schreibt in einem langen Brief, den er einem seiner Schüler auf eine Frage hin gesendet hat:

“Es vergeht für den Diener Allahs kein Tag und keine Nacht, ohne dass die Möglichkeit besteht, dass sein Tod ihn darin ereilt.”

Dieser Satz rüttelt mich hellwach. Lieber Bruder, liebe Schwester, denk an diesen Satz, bevor du dein nächstes Gebet verrichtest. Verrichte dein Gebet, als sei es dein letztes Gebet. So hat es uns Prophet Muhammad empfohlen, Sallallahu Alaihi wa Sallam.

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Nov 05 2007

Eine Du’a für deinen Bruder

Published by Rachid under Iman, Hadith

Der Prophet, Sallallahu Alaihi wa Sallam, hat sinngemäss gesagt:

“Bei dem, in dessen Hand meine Seele ist, der Knecht Allahs glaubt nicht wirklich, bis er für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst wünscht.”

(Sahih nach Buchari und Muslim)

Lieber Bruder, Liebe Schwester, lass uns diese Woche etwas versuchen. Wann immer wir diese Woche einen Muslim sehen, sprechen wir eine Du’a für ihn und bitten Allah all unsere Wünsche, die wir selbst an Allah haben, diesem Bruder oder dieser Schwester zu erfüllen. Wenn wir also zum Beispiel Allah oft darum bitten, am Tag des Gerichts im Schatten Seines Thrones stehen zu dürfen, so bitten wir Allah in der Du’a, die wir für unseren Bruder, unsere Schwester sprechen, Er möge unseren Bruder oder unsere Schwester im Schatten Seines Thrones stehen lassen.

Wenn wir eine Du’a sprechen, sollen wir unsere Handflächen nach oben halten. In der kalten Jahreszeit kann man auf der Strasse völlig unbemerkt eine Du’a sprechen. Man steckt die Hände einfach in die Manteltaschen und hält die Handflächen nach oben.

In einem Hadithbuch, ich erinnere mich nicht mehr in welchem, habe ich einmal gelesen, dass wenn man eine Du’a für seinen Bruder oder seine Schwester spricht, die Engel sagen: “Und mit dir fangen wir an!”

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Oct 28 2007

Sprich niemals darüber

Published by Rachid under Iman

Lieber Bruder Ali, denke nur ja nicht, du seist besser als irgend jemand anders. Vielleicht fastest du jeden zweiten Tag und stehst jede Nacht zum Gebet auf. Vielleicht hast du eine Moschee aufgebaut und hast die Tasbih die ganze Zeit in der Hand. Vielleicht spriesst dir ein prächtiger Bart und die Leute kommen zu dir, wenn sie eine Frage über den Islam haben. Denn du bist ein Gelehrter. Aber was bringt dir all dies am Ende, wenn du es für dein Ansehen unter den Menschen und nicht aus Liebe zu Allah tust?

Halte immer ein wachsames Auge auf dein Herz, mein lieber Bruder Ali. Lass niemals zu, dass sich Augendienerei, Neid oder dergleichen in dein Herz einschleichen. Bitte Allah darum, dass Er dich zu Seinem aufrichtigen Diener macht. Und dann vollbringe gute Taten lieber im Verborgenen und sprich niemals darüber.

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Oct 25 2007

Der Kampf gegen die eigene Nafs

Published by Rachid under Persönlich, Iman

Das Register “Diary” in meinem Filofax ist vergleichsweise schmal, aber das Register “Notes” quillt über. Ich mache mir nicht nur viele Notizen, sondern zeichne manchmal auch Skizzen, um mir Zusammenhänge besser verständlich zu machen. Ab und zu möchte ich eine Skizze hier im Blog vorstellen. Heute geht es um den Kampf gegen die eigene Nafs. 

Der Kampf gegen die eigene Nafs ist ganz wesentlich auf dem Weg in die Nähe Allahs. Man versucht sich dabei ein Stück weit von den Fesseln freizumachen, die einen an die diesseitige Welt ketten. Unsere Begierden, unser Zorn, unser Körper und eigentlich auch unser Verstand sind tief im Diesseits verankert. Bestimmt kennst du das Gefühl - wohl jeder von uns hat das schon erlebt - dass dir eine Sache gefällt, du musst sie unbedingt haben. Du wirst von deiner Begierde angetrieben das Geld zusammenzukratzen und diese Sache zu kaufen. Kaum besitzt du die Sache, keimt schon die Begierde nach etwas anderem. Manche Menschen geben sich dem hin, bis sie die Sklaven ihrer Begierden sind. Ihre Nafs ist ihren Begierden unterworfen. Dies ist wohl mitunter ein Grund, warum vielen Menschen das Gebet, das Fasten und das Spenden schwer fällt.

Eine Skizze aus meinem Filofax, gezeichnet im Café Bachmann

Durch ein andauerndes Ringen mit Deiner Nafs kannst Du diese Knechtschaft überwinden. Deine Nafs ist dann nicht länger der Begierde unterworfen, sondern unterwirft ihrerseits die Begierde und benutzt sie auf dem Weg in die Nähe Allahs.

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Oct 16 2007

Hasan al-Basri sagte…

Published by Rachid under Iman

al-Hasan al-Basri sagte sinngemäss: “Wer Allah recht erkennt, der liebt Ihn, und wer die Welt recht erkennt, der hasst sie; nur so lange ist der Gläubige lustig, als er gedankenlos ist, wenn er aber nachdenkt, so wird er ernst.”

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Aug 24 2007

Arzt oder Fischverkäufer?

Published by Rachid under Iman, Islam

Welchen Unterschied bedeutet es für dein Leben nach dem Tod, ob du Arzt oder Fischverkäufer bist?

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