Thema 'Moschee und Gemeinschaft'

May 11 2010

Kaum einer geht zum Morgengebet in die Moschee

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Ein Freund, der manche Pflichtgebete jeweils in Luzern in einer Moschee verrichtet, hat gesagt, dass er während dem Morgengebet oft der einzige hinter dem Imam ist. Es kommt sonst oft keiner zum Gebet.

Da müssen wir uns doch nicht wundern, dass wir uns in einer misslichen Lage befinden. An der Hetze gegen uns - dies muss man auch sagen - sind gewisse wahhabitisch beeinflusste Gruppen und Einzelpersonen durch ihre Taten mitschuldig. Auf der anderen Seite des Spektrums sind auch Muslime wie Saida Keller mitschuldig.

Wie war das nochmals? Wenn wir den Segen im Morgengebet erkennen würden, kämen wir in die Moschee selbst wenn wir kriechen müssten?

Noch keine Kommentare

Feb 24 2010

Einladung zum Familientreffen am 7. März

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Salamu Alaykum wa Rahmatullahi wa Barakatuh

Am Sonntag 7. März 2010 kochen wir* in der Moschee in Ebikon. Ihr seid alle nach dem Mittagsgebet zum Mittagessen eingeladen. So Allah will, gibt es ein reichhaltiges Buffet mit asiatisch-arabisch-türkisch-schweizerischen Balkanleckereien. Selbstverständlich für die ganze Familie. Eintritt frei, Spenden willkommen.  

Bitte gebt in etwa  an, mit wie vielen Leuten ihr kommt, damit wir wissen, ob wir für 50 oder für 300 Leute kochen sollen. Natürlich dürft ihr auch kurzentschlossen und unangemeldet kommen. Alle, die ihr mitbringt sind herzlich eingeladen.

Du möchtest mithelfen? Alhamdulillah, sehr gut. Melde Dich bei einem von uns oder hier in einem Kommentar. Oder koch etwas Feines fürs Buffet.

Salamu Alaykum

Rachid

* In etwa die Clique vom Familienpicknick

Noch keine Kommentare

Jan 17 2010

“Mit islamischen Grüssen”

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Briefe oder E-Mails von Muslimen an Muslime enthalten manchmal Formeln wie “Mit Du’as verbleibend” oder “Mit islamischen Grüssen”. Warum sagt ihr nicht einfach “As-Salamu Alaykum”?

Ein Mann fragte den Propheten, Sallallahu alaihi wa sallam: “Was vom Islam ist am besten?” Der Prophet, Sallallahu alaihi wa sallam antwortete sinngemäss: “Nahrung zu geben und Salam zu dem zu sagen, den du kennst, und zu dem, den du nicht kennst.”

(Sahih nach Buchari und Muslim)

2 Kommentare

Jan 12 2010

Sich in der Moschee versammeln und lernen

Unser Prophet, Sallallahu Alaihi wa Sallam, hat sinngemäss gesagt:

“Nie versammeln sich Leute in einem der Häuser Allahs, tragen das Buch Allahs vor und studieren es miteinander ohne dass Allahs friedvolle Gegenwart auf sie herabkommt, die Barmherzigkeit sie bedeckt, die Engel sie umgeben und Allah sie denen gegenüber nennt, die bei Ihm sind.”

(Sahih nach Muslim)

Noch keine Kommentare

Dec 26 2009

Feiern Muslime auch Weihnachten?

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Nein, Muslime feiern Weihnachten nicht. Weihnachten ist ein chistliches Fest. Muslime feiern andere Feste. Die wichtigsten islamischen Feste sind das Eid ul-Fitri zum Ende des Fastenmonats Ramadan und das Eid ul-Adha während der Zeit der Hadsch Pilgerfahrt.
Wie also verbringt ein Muslim in der Schweiz die Weihachtsfeiertage? Ich zum Beispiel war mit den Kindern in der Garage und habe den Töff repariert. Ich fahre einen Yamaha XT 600. Der Motor wollte einfach nicht mehr anspringen. Der Tank war halbvoll, die Batterie hatte ich über Nacht geladen. Die Kerze ist noch fast wie neu, der Luftfilter zieht auch, die Zündspule ist trocken. Blieb nur noch der Vergaser. Den auseinander zu schrauben hatte ich aber einfach keine Lust. Der Trick war dann recht einfach: unten am Vergaser gibt es eine kleine Schraube und ein Schläuchlein. Schraube aufgedreht und im Vergaser vorhandenes Benzin abgelassen. Und siehe da: Motor sprang an und dröhnte in der Garage dass gleich Lust auf Abenteuer aufkam. Auf dem Weg in die Mochee zum Freitagsgebet bin ich danach die Route Luzern -> Meggen -> (durch den Wald) -> Udligenswil -> Meierskappel -> Root -> Ebikon gefahren (30 Km), trotz Winter. Nach dem Freitagsgebet wäre ich doch am liebsten gleich Richtung Afrika losgerattert, aber die Familie wollte zu Tuncai Pizza essen gehen. Ach ja, als ein Freund den Töff vor der Moschee stehen sah meinte er zu mir: “Das ist sicher dein Töff, richtig wüst und grusig!” LieberBruderAli.com soll ja nicht zu einem Motorradblog mutieren, aber das war bei mir der 25. Dezember 2009.

Meine ist  blau, nicht rot/weiss, und etwas jünger.

Noch keine Kommentare

Nov 07 2009

Tag der offenen Moschee

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Morgen Sonntag, 8. November 2009, ist in der ganzen Schweiz Tag der offenen Moschee. Auch die Moscheen in Ebikon, Luzern, Reussbühl, Emmenbrücke und Kriens freuen sich auf Deinen Besuch. Auch ich habe ein kleines Ämtli bei der Aktion bekommen: ich bin von 11:00 bis 13:00 in der Moschee in Ebikon und koche Tee.

Selbstverständlich freuen wir uns auch ausserhalb des “Tags der offenen Moschee” auf Deinen Besuch. Besucher sind das ganze Jahr über in allen Moscheen jederzeit herzlich willkommen.

Die Adressen:

  • Emmenweidstr. 4, 6020 Emmenbrücke
  • Hauptstrasse 58, 6015 Reussbühl
  • Sedelstrasse 7, 6020 Emmenbrücke
  • Luzernerstrasse 67, 6010 Kriens
  • Baselstrasse 61a, 6003 Luzern
  • Luzernerstrasse 30, 6010 Ebikon

Noch keine Kommentare

Jun 02 2008

Islamische Gemeinde Luzern - neuer Präsident

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Gestern Abend wurde Vehbia Efendic - ein in Sarajevo ausgebildeter Imam - zum neuen Präsidenten der Islamischen Gemeinde Luzern (IGL) gewählt. Vehbija Efendic leistet schon seit Jahrzehnten viel für die Muslime in der Innerschweiz. So war er zum Beispiel die treibende Kraft hinter dem Aufbau der bosnischen Gemeinschaft, die heute in Emmenbrücke die vielleicht schönste Moschee der Schweiz betreibt. Sein derzeitiges Projekt ist der Aufbau einer islamischen Bibliothek mit einem breit gefächerten Bücherbestand in verschiedenen Sprachen. Ein Projekt, in dem bestimmt viel Baraka liegt.

Die Moschee in Emmenbrücke

Ich begrüsse die Wahl von Hajji Vehbia Efendic und wünsche mir, dass er mit demselben Elan, mit dem er die Moschee in Emmenbrücke aufgebaut hat, nun die Islamische Gemeinde Luzern anführt.

Yusuf Sabadia, der Gründer und bisherige Präsident der Islamischen Gemeinde Luzern, hat während den vielen Jahren seiner Präsidentschaft ebenfalls viel erreicht. Speziell zu erwähnen sind der Aufbau eines muslimischen Friedhofs in Zusammenarbeit mit der Stadt Luzern, der Aufbau einer Gefängnis- und Spitalseelsorge, die Schaffung von islamischem Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen von Kriens und Ebikon, die Organisation des jährlichen Familienpicknicks, die Liste ist noch lang.

Noch keine Kommentare

May 11 2008

Chatm ul-Qur’an in der albanischen Moschee

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Heute waren wir in der albanischen Moschee in Emmenbrücke und haben den Kindern zugehört, die heute einen grossen Erfolg feierten. Sie haben in den letzten Monaten den ganzen Qur’an auf Arabisch durchgelesen, 600 Seiten. Bestimmt konnten die Kinder in dieser Zeit von ihrem Lehrer Imam Abdulkerim Sadiku viel lernen.

Man sieht auf dem Foto Imam Abdulkerim Sadiku, der den Nachmittag moderiert hat, im Hintergrund stehen.

Noch keine Kommentare

Nov 16 2007

Die Sucht nach Anerkennung - Teil 2

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Unter dem Post Die Sucht nach Anerkennung hat ein Bruder eine interessante Frage gestellt:

Manchmal bin ich nicht sicher, ob meine Absicht wirklich nur für Allah ist, oder auch für diese Welt. Wie kann ich rausfinden und ganz sicher sein, dass meine Absicht nur für Allah ist?

In diesem Fall ist es am besten, wenn du gute Taten, die du nicht unbedingt in der Öffentlichkeit ausführen musst, im Verborgenen tust. Ganz so, dass nur Allah und Seine Malaikat deine gute Tat überhaupt sehen. Damit schliesst du Augendienerei aus. Wie sollen dich die Menschen für etwas Loben das sie gar nicht sehen?

Dann gibt es natürlich auch die guten Taten, die man nicht ausführen kann, ohne dass jemand sie bemerkt. Dazu zählt das Freitagsgebet, ganz allgemein das Gebet in der Moschee, aber auch das Vorbeten als Imam, sei es in der Moschee oder im privaten Rahmen. Wenn du aktiv bist in der Gemeinschaft und zum Beispiel einem Vorstand angehörst oder Anlässe organisierst, so kannst du die guten Taten ebensowenig im Verborgenen tun. Du brauchst also auch da einen Mechanismus um deine Nafs zu kontrollieren.

Vielleicht kennst du einen Bruder, den du nicht so besonders magst. Ein Bruder, dem du zwar bestimmt nichts schlechtes wünschst, mit dem du aber ganz einfach das Heu nicht auf der gleichen Bühne hast. Bevor du eine gute Tat in der Öffentlichkeit ausführst, frag dich, ob du diese Tat auch ausführen würdest, wenn Du sie in der Haut eines dir nicht so sympathischen Bruders ausführen müsstest? Wenn das Lob für deine gute Tat an diese Person geht und nicht an dich, verspürst du immer noch das gleich starke Verlangen die gute Tat zu verrichten? Oder kühlt dein Verlangen deutlich ab?

In diesem Fall weisst du genau, dass Augendienerei im Spiel ist. Alhamdulillah. Und wenn du die Augendienerei in deinem Herzen bemerkst, dann kannst du sie bekämpfen.

Noch keine Kommentare

Nov 15 2007

Neuer Raum für Frauen in der albanischen Moschee

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Kürzlich hat der albanische Kulturverein in Emmenbrücke einen Dachraum zur Moschee hinzugemietet und zu einem behaglichen Gebetsraum für die Frauen ausgebaut. Auch ein eigener Platz für die rituelle Gebetswaschung (Wudu) und ein WC ist vorhanden. 

Der Raum kann in Absprache mit Imam Abdulkerim für Veranstaltungen, Familienfeiern und dergleichen benutzt werden. Tische und Bänke sind vorhanden, eine Küche ebenfalls. Neben der bosnischen Moschee in Emmenbrücke und der türkischen Nur Moschee in Ebikon gibt es nun eine dritte Moschee im Raum Luzern, in der auch Frauen ihre Gebete verrichten können.

Noch keine Kommentare

Nov 14 2007

Gemeinsames islamisches Zentrum in Luzern

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

In Zeitungsartikeln und in den Gemeinschaften ist in letzter Zeit häufig die Rede von einer geplanten grossen Moschee im Zentrum Luzerns. Dies ist ein erfreulicher Schritt in die richtige Richtung, der sowohl für die Muslime als auch den Staat und die Gesellschaft viel Positives bewirken kann.

Islamisches Zentrum in den USA

Ich habe bei Bruder Yusuf Sabadia, dem Präsidenten der Islamischen Gemeinde Luzern (IGL) und Initiator des Projekts, nachgefragt.

“Der Aufbau eines gemeinsamen islamischen Zentrums ist ein wichtiges Ziel der Islamischen Gemeinde Luzern (IGL). Dieses Zentrum soll Muslimen jeglicher Herkunft offenstehen. Zukünftige Generationen können durch dieses Zentrum von einem besseren religiösen, kulturellen und sozialen Leben profitieren. Durch ein gemeinsames Zentrum könnten Brücken gebaut werden zwischen den verschiedenen religiösen Gemeinschaften Luzerns.

Während der letzten paar Jahre gab es Ideen und Diskussionen innerhalb der islamischen Gemeinschaft um ein solches gemeinsames Zentrum aufzubauen. Zur Zeit formiert sich breitere Unterstützung für diese Idee. Doch momentan befinden wir uns bloss in einer konzeptionellen Phase. Es wird im Moment noch nichts konkretes geplant.

Falls die verschiedenen islamischen Vereine, die Behörden, die Kirchen und die Öffentlichkeit gemeinsam für ein solches Zentrum einstehen, kann dieser Traum insyaAllah wahr gemacht werden.”
(Yusuf Sabadia, IGL Präsident)

Kommentar

Nov 09 2007

Freitagsgebet in der neuen albanischen Moschee

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Heute habe ich das Freitagsgebet hinter Petrit Alimi in der neuen albanischen Moschee an der Baselstrasse verrichtet. Bruder Abdussalam hat mich herzlich begrüsst in der neuen Moschee, Allah belohne ihn dafür. Zwei Sachen sind mir aufgefallen.

Inneneinrichtung
Die Inneneinrichtung ist hochwertig, sauber und es wird nicht geraucht.

Gebetsrichtung eindeutig markiert
Die Gebetsrichtung ist am Boden mit Bändern markiert, die Quer durch den ganzen Raum gespannt wurden. Dies ist in vielen orientalischen Moscheen üblich. Die Bänder zeigen nicht nur die Gebetsrichtung an, sondern eigenen sich hervorragend, um daran die Reihen der Betenden auszurichten. Die neue albanische Moschee ist die einzige Moschee im Raum Luzern, deren Wände nicht genau nach Mekka ausgerichtet sind. Die Gebetsrichtung verläuft diagonal, wie auf dem Foto gut sichtbar.

Man sieht auf dem Bild die Bänder, an denen sich die Reihen der Gläubigen ausrichten, deutlich am Boden. Vorbildlich.

Es mag sein, dass in allen anderen Moscheen der Raum genau Richtung Mekka ausgerichtet ist. Doch mich plagen seit einiger Zeit Zweifel. Weil ich nun in allen 6 Moscheen meine Gebete verrichte, möchte ich dies gerne einmal nachprüfen, um meine Zweifel auszuräumen.

33 Kommentare

Oct 23 2007

Interview mit Yusuf Sabadia, Präsident der islamischen Gemeinde Luzern

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Yusuf Sabadia hat seinerzeit die Gründung eines muslimischen Dachverbandes im Kanton Luzern angeregt und und den Verband in der Aufbauphase begleitet. Heute präsidiert Yusuf Sabadia die Islamische Gemeinde Luzern.

Yusuf Sabadia ist der Vater des Dachverbandes der Luzerner Muslime, der Vereinigung der islamischen Organisationen des Kantons Luzern (VIOKL). Es ist Yusuf Sabadias Verdienst, dass die Muslime im Kanton Luzern sich damals an einen Tisch gesetzt haben, und heute enger zusammenarbeiten. Nach der Abwahl von Petrit Alimi, dem ersten VIOKL Präsidenten, war Yusuf Sabadia Präsident der Vereinigung der islamischen Organisationen des Kantons Luzern (VIOKL). Etwa ein Jahr nach der Gründung der Islamischen Gemeinde Luzern (IGL), der er seit ihrer Gründung als Präsident vorsteht, hat er das Amt des VIOKL Präsidenten an Abdulnasser Callaku abgegeben.

Rachid: Lieber Bruder Yusuf, im Jahr 2002 wurde die Vereinigung der islamischen Organisationen des Kantons Luzern (VIOKL) gegründet. Was ist der Zweck dieses Vereins?

Yusuf: Seit Mitte der 90er Jahren geben sich die verschiedenen ethnischen Gruppen viel Mühe, sich besser kennen zu lernen und sich durch den ihnen gemeinsamen Bund des Islams anzunähern. Schliesslich leben sie alle in den gleichen gesellschaftlichen Umständen und haben die gleichen Anliegen. Diese Bemühungen führten im Januar 2002 zur Gründung der Vereinigung der islamischen Organisationen des Kantons Luzern (VIOKL).

VIOKL repräsentiert als Dachverband die Institutionen der Gemeinschaft – das heisst: Moscheen, Kulturzentren und anderen Vereine. Über die Plattform VIOKL koordinieren die verschiedenen Vereine ihre gemeinsamen Aktivitäten  untereinander, aber auch  mit der breiteren schweizerischen Gesellschaft.

Rachid: Vor 2 Jahren wurde dann die Islamische Gemeinde Luzern (IGL) gegründet. Wozu?

Yusuf: Ein paar Jahre nach der Gründung der VIOKL diskutierten wir innerhalb der islamischen Gemeinschaft jedoch immer wieder die Repräsentation der Muslime gegenüber den Behörden. Vor allem Muslime aus der zweiten Generation - die sich viel mehr mit der schweizerischen Umgebung und den Werte identifizieren - haben sich die Frage gestellt, wie man eine die verschiedenen Ethnien integrierende islamische Gemeinschaft aufbauen könnte. Dies bringt uns zur Entwicklung einer schweizerischen muslimischen Identität.

Der Demokratisierungsprozess ist der Schlüssel für unsere vielfältige Gemeinschaft. Deswegen haben wir in März 2005 die Islamische Gemeinde Luzern (IGL) gegründet.

Wir glauben, dass  sich die Strukturen von  IGL und VIOKL ergänzen und ein stabiler Grundpfeiler für die Gemeinschaft sein werden. Durch die VIOKL werden die Institutionen vertreten und durch die IGL individuelle Mitgliedern. Wir glauben, dass wir durch IGL und VIOKL einerseits die Bedürfnisse der muslimischen Gemeinschaft vertreten können und andererseits die legitimen Erwartungen und Anliegen der schweizerischen Gesellschaft ansprechen. Ausserdem es ist wichtig, dass beide Organisationen ergänzende Rollen haben und sich gut untereinander koordinieren.

Rachid: Wie stark überschneiden sich die Aufgabengebiete von VIOKL und IGL?

Yusuf: Während und kurz nach der Gründung gab es Diskussionen zwischen IGL und VIOKL um die jeweilige Rolle zu klären und um sicherzustellen, dass die Aktivitäten von IGL und VIOKL einander ergänzen und nicht konkurrieren. Wir haben uns darauf geeinigt, dass VIOKL - als Vertreter der islamischen Institutionen - sich der Koordination von religiösen und kulturellen Belange annimmt. Die IGL andererseits versucht eine Gemeinde zu formieren und widmet sich daher eher sozialen Belangen. Diese Tabelle gibt Auskunft über die Ausrichtung von IGL und VIOKL.

Natürlich kann es Fälle geben, bei denen nicht klar ist, wo die Trennlinie verläuft. Genau deswegen ist es wichtig, dass VIOKL und IGL ihre Aktivitäten eng koordinieren.

Rachid: Die Mission der IGL ist die öffentlich rechtliche Anerkennung als religiöse Gemeinde im Kanton Luzern. Von den fast 14′000 im Kanton Luzern wohnhaften Musliminnen und Muslimen sind bis heute nur knapp 100 der IGL beigetreten. Ist mit dieser geringen Mitgliederzahl die öffentlich rechtliche Anerkennung überhaupt realistisch?

Yusuf: Die öffentlich rechtliche Anerkennung ist ein längerer Prozess. Zuerst müssen wir eine mitgliederstarke Gemeinde aufbauen und nach verschiedenen Seiten Gespräche führen. Vielleicht sind wir in zehn Jahren soweit, dass eine öffentlich rechtliche Anerkennung konkret werden könnte.

Rachid: Du engagierst dich stark für unsere Gemeinschaft. Wie viel Zeit pro Woche wendest du in etwa für das Amt des IGL Präsidenten auf?

Yusuf: Allah weiss es, das genügt.

Rachid: Das ist die Beste Antwort, die man auf diese Frage geben kann. Auf dass Allah dich für deine Aufrichtigkeit mit Dschannat ul-Firdaus belohnt. Als Präsident der IGL stehst du in der Öffentlichkeit. Was war deine positivste Erfahrung?

Yusuf: Gibt es positive Erfahrungen? Da muss man weit suchen. (lacht). Eine positive Erfahrung ist, dass man mehr und mehr einen Gemeinschaftsgeist spürt. Man kommt zusammen und macht neue Erfahrungen. Das Familienpicknick zeigt dies sehr schön auf.

Rachid: Und die negativste Erfahrung?

Yusuf: Die erniedrigenden Kampagnen gewisser Parteien sind eine negative Erfahrung. Auch eine sehr negative Erfahrung ist die verletztende Initiative, die Muslime generell von der Einbürgerung ausschliessen will.

Rachid: Was ist dein grösster Wunsch als IGL Präsident an die Gesellschaft?

Yusuf: Ich finde es wichtig, dass man die vielfältige Gesellschaft der Schweiz wahrnimmt. Es ist eine Herausforderung, mit dieser Vielfältigkeit umgehen zu können und sich gegenseitig zu respektieren.

Rachid: Und dein grösster Wunsch an die Muslime?

Yusuf: Ich wünsche mir, dass sich die Muslime sowohl in der islamischen Gemeinschaft als auch in der schweizerischen Gesellschaft mehr engagieren. Die Muslime sind zu wenig präsent.

Rachid: Bruder Yusuf, ich danke dir vielmals für das Gespräch.

Wenn ich recht darüber nachdenke, finde ich, dass VIOKL und IGL zusammengelegt werden sollten. Dies aus zwei Gründen:

1. Man erklärt den Leuten seit drei Jahren, warum es die VIOKL und parallel dazu die IGL braucht. Kaum jemand versteht dies.

2. Die nötigen Ressourcen fehlen, um zwei Vereine am Leben zu erhalten. Von der VIOKL hat man in den letzten zwei Jahren nichts mehr gehört. Die Organisation ist nur noch eine leere Hülle.

2 Kommentare

Sep 09 2007

Der Beginn des Monats Ramadan

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Die Muslime in Europa sind sich über den Beginn und das Ende des Monats Ramadan selten einig. Woher kommen die Meinungsverschiedenheiten und welche Lösungsansätze gibt es?

Wir befinden uns in den letzten Tagen des Monats Schaban, bald beginnt der Fastenmonat Ramadan. Der islamische Kalender ist ein Mondkalender. Der Beginn des Ramadans richtet sich nach dem Mond. Sobald am Ende des Monats Schaban der Neumond gesichtet wird, fasten wir am nächsten Tag.

In den letzten Jahren war es leider so, dass wir Muslime in Luzern - und wohl auch in anderen Städten - den Ramadan an verschiedenen Tagen begonnen haben. Die einen richten sich nach der Mondsichtung in Europa, die anderen nach dem bereits im Voraus gedruckten Kalender, der bosnische Kulturverein haltet sich streng an die Vorgaben aus Sarajevo, überhaupt beginnen viele Muslime den Ramadan erst wenn man ihn in ihrem Heimatland beginnt. Und dann gibt es noch die Meinung, dass sich weltweit alle Muslime an Saudi Arabien orientieren sollen. Dieser Ansicht sind vor allem die Wahhabiten. Nur leider gewinnt der erste, der in Saudi Arabien den Neumond sichtet einen Preis. Es ist also fast garantiert, dass die Wahhabiten einen Tag vor den anderen Muslimen zu fasten beginnen. Oft ist genau dies der Grund, warum wir uns nicht auf einen Tag einigen können.

Und genau das gleiche Problem haben wir beim Eid ul-Fitri, dem Fest am Ende des Ramadans. Sobald man am Ende des Ramadans den Neumond des Monats Schawwal sichtet, fastet man am nächsten Tag nicht mehr, sondern feiert.  Falls man den Mond nicht sehen kann, bemisst man für den Ramadan 30 Tage und beginnt am 31. Tag mit dem Fest. Es ist doch sehr schade, dass zum Beispiel die Araber sich bereits zum Fest treffen, während die Türken noch fasten. Dies treibt einen Keil zwischen unsere Gemeinschaft.

Eine sinnvolle Lösung wäre meiner Meinung nach, dass sich die Imame aller fünf Moscheen sich am Ende des Schaban treffen und GEMEINSAM den Beginn des Ramadans bestimmen. Und zwar UNABHÄNGIG von den Teils viel zu mächtigen Präsidenten der Moscheevereine. Sämtliche Moscheen halten sich danach an die Vorgaben dieses Gremiums. Auf jedem im voraus verteilten Ramadankalender muss die Telefonnummer und die Internetsite aufgeführt sein, unter der man den Beginn des Ramadans abfragen kann. Um dies umzusetzen ist nun VIOKL gefragt. Ich mache mir keine Illusionen…

4 Kommentare

Aug 31 2007

Welchem Kulturverein wäre der Prophet (sas) beigetreten?

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Vor der Ankunft des Propheten, Sallallahu Alaihi wa Sallam, wohnten in Yathrib - dem späteren Medina - die beiden arabischen Stämme Chazradsch und ‘Aws, sowie die drei jüdischen Stämme Bani Nadir, Bani Quraizah und Bani Qainuqa’. Die Chazradsch und ‘Aws bekannten sich zum Teil bereits vor der Ankunft des Propheten (sas) zum Islam. Zwischen den Chazradsch und den ‘Aws gab es althergebrachte Spannungen. Der stetig wachsende Strom aus Mekka zuwandernder Muslime verschärfte die Konflikte zusätzlich. Die Mekkaner und die mit ihnen verbündeten Stämme im Umland von Medina waren den Muslimen feindlich gesinnt. Alles in allem warteten in Medina schwierige Verhältnisse auf den Propheten (sas).

Als der Prophet (sas) nach seiner Hijra in Medina ankam, hat er zuallererst ein Stück Land erworben und eine einfache Moschee gebaut. Die Moschee weder ein Minaret, noch einen Teppich, noch war sie reich geschmückt. Die Moschee des Propheten (sas) besass nicht einmal ein richtiges Dach. Gleich nach dem Moscheebau hat der Prophet (sas) das traditionelle Stammesgefüge aufgebrochen indem er jeweils einen medinensischen Muslim mit einem mekkanischen Muslim verbrüderte. Mit den drei jüdischen Stämmen haben die Muslime einen Bündnisvertrag geschlossen, die Charta von Medina. Damit waren die Spannungen in Medina vorerst beigelegt und die Umma der Muslime war geboren. Erst danach hat sich der Prophet (sas) um die Bedrohungen von aussen gekümmert.

Kurz zusammengefasst hat der Prophet (sas) also folgendes getan:

  1. Landerwerb und Moscheebau
  2. Verbrüderung der Mekkaner und Medinenser, Bündnisvertrag mit den jüdischen Stämmen
  3. Bannen der Gefahr von aussen

Nun stell dir vor, die nach Medina emigrierten mekkanischen Muslime hätten ihre eigene Moschee gebaut, die Chazradsch hätten ihre eigene Moschee gebaut, und die ‘Aws hätten ebenfalls ihre eigene Moschee gebaut. Die Muslime hätten wahrscheinlich keinen Bündnisvertrag mit den drei jüdischen Stämmen schliessen können. Und wahrscheinlich hätte sich der Islam nie über Medina hinaus verbreitet.

Wir befinden uns doch heute in Luzern in einer ähnlich schwierigen Lage wie die Medinenser vor der Ankunft des Propheten (sas). Es lassen sich durchaus einige Parallelen ziehen. Doch das Medinensische Modell des Propheten (sas) unterscheidet sich stark von unserer zerklüfteten Vereinslandschaft. Eigentlich tun wir genau das Gegenteil dessen, was der Prophet (sas) getan hat. Es ist Zeit dass wir über den Zustand unserer Gemeinschaft nachdenken. Wie hätte sich der Prophet (sas) in unserer Situation verhalten? Welchem Kulturverein wäre er beigetreten? In welcher Moschee hätte er die Freitagspredigt gehalten?

Noch keine Kommentare

Aug 27 2007

Sind Moscheevereine der richtige Weg?

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Der Islam ist die am schnellsten wachsende Religion, auch und vor allem in Europa. Vor allem junge Menschen besinnen sich auf den Islam, beginnen das Gebet zu verrichten. Immer mehr junge Frauen tragen aus Überzeugung ein Kopftuch. Und am Freitag sind die Moscheen voll mit Betenden.

Erstaunlicherweise fehlt den Moscheevereinen und den islamischen Verbänden der Nachwuchs und eigentlich ganz einfach aktive Mitglieder. Wieso dieses Missverhältnis? Warum bedeutet wachsendes Interesse für den Islam nicht automatisch wachsendes Interesse für die Vereine und Verbände?

Sind die Moscheevereine und islamischen Verbände vielleicht die falsche Organisationsform für die neuen Muslime?

2 Kommentare

Aug 19 2007

Moscheevereine haben ein Ressourcenproblem

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Die islamischen Organisationen haben schon seit Jahren ein Ressourcenproblem. Dies gilt vor allem auch für die islamischen Vereine im Raum Luzern. Es fehlen ganz einfach Leute, die mithelfen. Die Moscheen sind jeden Freitag bis auf den letzten Platz besetzt. Diejenigen, die zu spät kommen, müssen das Gebet im Aufenthaltsraum oder im Gang verrichten. Trotzdem haben die Vereine ein Ressourcenproblem. Es gibt nur wenige fähige Leute, die bereit sind ihre Zeit zu opfern.

Umso schlimmer, dass sich die Moscheevereine derart verzetteln. Es gibt im Raum Luzern sechs Moscheevereine:

  • die albanische Moschee in Emmenbrücke
  • die arabische Moschee in Kriens
  • die bosnische Moschee in Emmenbrücke
  • die türkische Moschee in Reussbühl
  • seit kurzem die neue albanische Moschee an der Baselstrasse
  • und nun auch die unabhängige Nur Moschee in Ebikon

Oft müssen alle sechs Vereine Lösungen für dasselbe Problem finden. Zum Beispiel organisiert jeder Verein einen Sonntagsunterricht für Kinder. Gemeinsam könnten die sechs Vereine einen viel besseren und umfassenderen Sonntagsunterricht aufbauen.

2 Kommentare

Aug 17 2007

Freitagspredigt in der neuen Moschee in Ebikon

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Bruder Hasib hat heute in der neuen Moschee in Ebikon folgende Freitagspredigt auf Deutsch gehalten:

Liebe Brüder und Schwestern,
Das Thema meiner heutigen Chutba lautet: Die Eigenschaften der Mu’minun. In der Sura asch-Schura in der Ayat 36 sagt uns Allah: „Also was euch auch immer zuteil wurde, dies ist das Verbrauchsgut des diesseitigen Lebens. Und was bei Allah ist, ist besser und bleibender für diejenigen, die den Iman verinnerlichten und Tawakkul ihrem Herrn gegenüber üben.“

Und danach erklärt uns Allah in den folgenden Ayat wer die Mu’minin sind, und welche Eigenschaften sie haben.

Die Mu’ninun sind „diejenigen, welche die schweren Verfehlungen und Verabscheuenswürdigkeiten meiden, und wenn sie erzürnen, verzeihen sie;“

Die Mu’minun sind „diejenigen, die ihrem Herrn folgen, das rituelle Gebet ordnungsgemäss verrichten, ihre Angelegenheiten gemäß der Schura unter sich klären und vom Rizq geben, was Wir ihnen gewährten;“

Ya Allah, nimm uns als Mu’min bei Dir an.

Ya Allah, lass uns den Iman an Dich, Deine Engel und die Dschinn, Deine Propheten, Deine Bücher, den Jüngsten Tag und al-Qadaa / al-Qadar verinnerlichen.

Ya Allah, lass uns Tawakkul Dir gegenüber üben.

Ya Allah, lass uns die Sünde meiden und lass uns anderen ihre Fehler verzeihen, damit auch Du uns unsere Fehler verzeihst.

Ya Allah, lass uns unsere Gebete mit Ichlas uns Ichsan verrichten.

Ya Allah, lass uns von Deinem Rizq Sadaqa spenden.

Ya Allah, gib uns Gutes in dieser Dunya, gib uns gutes in der Achira und beschütze uns vor dem Feuer.

Noch keine Kommentare

Jul 23 2007

Neue Moschee in Ebikon ist eröffnet

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft, Islam

Die neue Nur Moschee in Ebikon steht ab sofort allen Musliminnen und Muslimen für die täglichen fünf Gebete offen. Die offizielle Eröffnungsfeier findet nach den Ferien Mitte August statt.

Der Eingang der Moschee befindet sich im Gebäude von Carpetland an der Luzernerstrasse 30 in Ebikon. Eine Treppe führt vom Parkplatz zu einer mit “Nur Verein” beschrifteten Glastür. Die Mochee befindet sich im ersten Stock.

3 Kommentare

Jul 19 2007

Über den Umgang mit Kritik

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Mein Post Zwei albanische Moscheen in Luzern hat eine angeregte Diskussion mit einem Bruder ausgelöst. Leider haben wir diese Diskussion per E-Mail geführt und nicht per Kommentar unter dem Post. Unter anderem war der Bruder der Meinung, ich soll meine Haltung zur neuen albanischen Moschee nicht so öffentlich kundtun.

Wenn eine Entwicklung nicht gut ist, dann finde ich, ist Kritik angebracht. Auch unter Muslimen. Viele Muslime können aber mit Kritik nicht umgehen. Leider. Denn Kritik ist nicht unbedingt etwas negatives. Kritik regt an, die eigene Position zu überdenken. Oft entsteht aus der kritischen Auseinandersetzung eine Verbesserung. Dazu müssen wir Muslime aber erst mit Kritik umgehen lernen. Es ist ja nicht so, dass jeder der uns kritisiert gegen uns arbeitet. Unsere Nafs (Triebseele) reagiert empfindlich auf Kritik. Aber wer ist unser grösster Feind? Unsere Nafs. Warum fasten wir und spenden von dem was uns am liebsten ist? Um unsere Nafs zu läutern. Zum Läutern der Nafs gehört aber vielleicht auch, dass wir lernen Kritik als etwas Positives zu sehen. Wenn mich jemand kritisiert bin ich jeweils sehr dankbar. Ich sage dies dem Betreffenden meist auch: “Danke, mein lieber Bruder, Deine Kritik hat mich zum Nachdenken angeregt. Und ich habe bemerkt, dass ich tatsächlich …” Und schon habe ich meiner Nafs eins ausgewischt!

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es in Luzern keine zweite albanische Moschee braucht. Vielleicht führt Kritik und die Diskussion darüber dazu, dass man zum Schluss kommt, dass längerfristig nur ein gemeinsames grosses islamisches Zentrum erstrebenswert ist? Oder vielleicht führt die Kritik dazu, dass die neue albanische Moschee an der Baselstrasse das “albanisch” komplett aus dem Programm streicht. Ich weiss, auf dem Papier heisst die Moschee “Barmherzigkeit”. Aber es ist nicht wichtig, was auf der Packung steht, sondern was die Packung tatsächlich enthält. Falls das albanische in dieser Moschee tatsächlich einmal fallen gelassen wird - und davon gehe ich aus - dann verrichte ich meine Gebete auch ab und zu in dieser Moschee und unterstütze sie wo ich kann.

Und ja, vielleicht sollten wir uns auch einmal mit der Kritik auseinandersetzen, die wir von Nichtmuslimen erhalten. Uns einmal über unseren Beitrag an die Gesellschaft Gedanken machen?

2 Kommentare

Jul 09 2007

Warum unsere Projekte oft scheitern - und wie wir es besser machen können

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

In Luzern ist es für die islamische Gemeinschaft seit jeher schwierig motivierte Leute zu finden um Projekte durchzuziehen. Es läuft eigentlich immer gleich ab. Im Moment sind wir dabei, das Familienpicknick vorzubereiten. Ich nehme gleich dieses Projekt als Beispiel.

Von der Islamischen Gemeinde Luzern (IGL) habe ich den Auftrag bekommen, das diesjährige Familienpicknick zu organisieren. Natürlich kann ich das nicht alles selbst machen. Ich brauche Brüder und Schwestern, die mir helfen. Leute, die mir geeignet scheinen habe ich direkt um Mithilfe angefragt. Das waren aber noch lange nicht genug, ich habe deshalb auch bei den Moscheevorständen angefragt, ob mir jemand helfen kann. Und nun kommt das Lächerliche. Einzelne Moscheen senden dann irgendwelche Leute, die helfen sollen. Die sind in der Regel überhaupt nicht motiviert. Wenn sie überhaupt an Sitzungen teilnehmen, dann nur mit mindestens einer Stunde Verspätung. Aufgaben erledigen sie grundsätzlich nicht. Warum auch. Schliesslich ist man ja als Vertreter der Moschee Soundso zur Sitzung gekommen, aber doch nicht etwa um zu arbeiten. Für die Moscheevereine ist damit der Fall erledigt. Sie haben ja jemanden als Vertreter gesandt. Somit unterstützt ihre Moschee das Anliegen. Diese “Moscheevertreter” bringen selten etwas. Sie sind nur ein Ärgernis für denjenigen, der die Sitzung leiten muss.

Das Familienpicknick vorzubereiten ist dieses Jahr schwierig. Es harzt richtig. Es harzt so sehr, dass ich diese Aufgabe nächstes Jahr eigentlich nicht mehr übernehmen möchte. Wie anders war das doch letztes Jahr. Es hat richtig Spass gemacht das Familienpicknick vorzubereiten. Ich habe mich jeweils auf die Sitzungen gefreut. Alle haben ihre Aufgaben erledigt. Oft wurden meine Erwartungen sogar weit übertroffen. Da hat zum Beispiel der Bruder, der eigentlich nur Wegweiser aufstellen sollte, auch gleich leuchtfarbene Westen mitgebracht, auf denen “Familienpicknick Parkdienst” aufgedruckt war. Richtig professionell hats ausgeschaut. Genau wie die Wegweiser. Bei so viel Motivation wurde das Familienpicknick selbstverständlich ein voller Erfolg.

Letztes Jahr Top, dieses Jahr Flop. Woran liegt das nur? Ich glaube ich weiss woran das liegt. Letztes Jahr habe ich wöchentlich in der bosnischen Moschee Erwachsene im Islam unterrichtet. Mit der Zeit kannten sich die Teilnehmer gut untereinander. Ich bin mir nicht sicher, ob die Leute wegen dem Unterricht kamen, oder weil sie sich bei dieser Gelegenheit treffen konnten ;-) Als mich die Islamische Gemeinde (IGL) letztes Jahr beauftragte das Familienpicknick zu organisieren, habe ich vor dem Unterricht gefragt, wer bei den Vorbereitungen mithelfen möchte. Es haben sich genügend Brüder und Schwestern gemeldet. Den Rest der Geschichte kennt ihr ja. Es hat richtig Spass gemacht.

Wir könnten uns nun natürlich Gedanken machen, warum das so ist. Aber das ist eigentlich gar nicht so wichtig. Wichtig ist der Weg, den wir letztes Jahr unbewusst gegangen sind:

Unterricht -> Clique -> Familienpicknick vorbereiten -> Erfolg

Können wir diesen Weg nicht auch bewusst gehen? Also schon bestehende Cliquen zur Durchführung eines Projekts gewinnen? Die Entstehung von Cliquen fördern? Vom verknöcherten Vorgehen gemäss Artikel 60 ZGB wegkommen? Präsident -> Vorstand -> Moscheevertreter austrocknen lassen?

Kommentar

Jul 03 2007

Neue Moschee in Ebikon

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Schon länger habe ich gewusst, dass Bruder Yasar mit ein paar Freunden den Nur Verein gegründet hat und in Ebikon ein Lokal sucht um ein islamisches Zentrum aufzubauen. Am Sonntag durfte ich die Baustelle besichtigen. Es werden noch Wände verschoben, überall stehen Farbkübel und Teppichrollen. Es sieht aber schon vielversprechend aus! Noch im Juli soll der Gebetsraum eröffnet werden. Das Lokal bietet aber viel mehr als nur einen Gebetsraum:

  • Gebetsraum für Frauen
  • Aufenthaltsraum für Frauen
  • Schulungsraum (soll später mit Computer und Internetverbindung ausgestatet werden)
  • Spielzimmer für Kinder
  • Küche

In diesen Räumen soll nach und nach ein breites Programm aufgebaut werden. Das Herzstück bildet sicher das Freitagsgebet, während dem auf Deutsch gepredigt werden soll. Daneben soll später ein Arabischkurs, ein Deutschkurs und Nachhilfeunterricht angeboten werden. Dies alles ist sicher sehr ehrgeizig. Der Nur Verein ist bei der Umsetzung meiner Meinung nach auf neue Mitglieder angewiesen, die tatkräftig mit anpacken. Nach der Eröffnung stossen bestimmt noch ein paar Brüder und Schwestern hinzu, insyaAllah.

In diesem Haus vis-à-vis Koch Garage entsteht zur Zeit die Nur Moschee. Die reichlich vorhandenen Parkplätze können am Abend und am Wochenende von den Moscheebesuchern genutzt werden.

Ich finde es sehr gut, dass der Nur Verein sich nicht an einem Herkunftsland orientiert, dass die Umgangssprache Deutsch ist, und dass der Nur Verein finanziell unabhängig und politisch neutral ist. Durch das Islamische Zentrum Nur wandelt sich der Islam im Raum Luzern langsam aber sicher von einer Migrantenreligion zu einer einheimischen Religion. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Integration (nicht Assimilation ;)

Der Erfolg des Nur Vereins hängt vor allem davon ab, ob der Verein als türkischer Verein wahrgenommen wird oder nicht. Wird man unter Muslimen von der “türkischen Moschee in Ebikon” sprechen, oder überwiegt der Eindruck, den die deutschsprachigen Predigten vermitteln? Deshalb warne ich den Nur Verein davor, auf Türkisch zu predigen.

Ich unterstütze den Nur Verein mit einem sehr bescheidenen monatlichen Beitrag per Dauerauftrag. Durch regelmässiges Beitragzahlen tritt man automatisch dem Verein bei. Die Höhe des Mitgliederbeitrags kann man selbst bestimmen. Falls du den Nur Verein ebenfalls unterstützen möchtest, hier die Nummer des Postcheque Kontos: Nur Verein, 6030 Ebikon, PC 60-719516-5.

Die grösszügigen Räume lassen sich gut in eine Moschee umgestalten.

4 Kommentare

Jun 07 2007

Toiletten in Richtung Qibla

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Beim auf die Toilette gehen, soll man sich nicht zur Qibla hinwenden. Leider sind in sämtlichen Moscheen im Raum Luzern die Toiletten exakt in Richtung Qibla ausgerichtet. Wenn wir Luzerner also in der Moschee auf die Toilette gehen, sollten wir uns etwas zur Seite gerichtet auf die Schüssel setzen.

Noch keine Kommentare

Jun 04 2007

Nachwuchsförderung?

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Die meisten von uns Muslimen gestarteten Projekte leiden unter derselben Krankheit. Der Krankheitsverlauf ist immer der selbe.

Jemand hat eine gute Idee. Im ersten Moment kann er einige in seiner Umgebung damit begeistern. Spontan sagen ein paar Leute Unterstützung zu. Sobald es aber an die Umsetzung der Idee geht, ist kaum noch jemand hier. Man vereinbart eine Sitzung, aber kaum jemand nimmt tatsächlich teil. Oder hat schon mal jemand eine Sitzung erlebt, bei der alle eingeladenen Teilnehmer zu Beginn der Sitzung anwesend waren? Üblich ist doch eher, dass man eine Stunde lang herumtelefonieren und warten muss, bis man in unvollständiger Besetzung mit der Sitzung beginnen kann. Kaum jemand erledigt die ihm zugewiesenen Pendenzen. Stattdessen gibt man unverhohlen zu: “Ich habe nichts gemacht.”

Gibt es nicht eine Person, die das Projekt vorwärtstreibt und unter grossem Zeitaufwand den Leuten nachrennt, so versandet das Projekt innert kurzer Zeit. Hier eine Auswahl an versandeten oder gescheiterten Projekten:

  • Arabischunterricht in der bosnischen Moschee - nur zwei regelmässige Teilnehmer, einer davon hat nun aufgehört, bleibt noch ein einziger Teilnehmer.
  • Deutschsprachiger Islamunterricht in der bosnischen Moschee - ich habe den Unterricht aus persönlichen Gründen bis auf weiteres abgesagt, und keine Unterstützung durch VIOKL / IGL / Moscheen, nur wenige wirklich regelmässige Teilnehmer.
  • Islamisches Lager für Familien
  • Freitagsrunde in Zürich - meist nimmt gar niemand teil.
  • Vereinigung der islamischen Organisationen des Kantons Luzern (VIOKL) - zu wenig Leute, die mithelfen, Probleme zwischen den albanischen Moscheen, im Moment herrscht Stillstand
  • Islam.ch - die Site wird de facto von einer Einzelperson betreut, wo ist das Redaktionsteam geblieben?
  • Zeitschrift “Die Gemeinschaft” - nach der Erstausgabe hat sich das komplette Team aus dem Staub gemacht. Im Moment arbeitet ein neues Team an der zweiten Ausgabe.
  • Zeitschrift “Die Barmherzigkeit” - zu wenig Abonnenten, um die Kosten für den Druck zu decken.

An was liegt das nur? Warum arbeitet kaum jemand aktiv für die Gemeinschaft? Wenn man genauer hinsieht, fällt einem folgendes auf:

  1. Im Kanton Luzern sind es schon seit vielen Jahren die gleichen 20 - 30 Leute, die sich aktiv für die Gemeinschaft engagieren. Kein Wunder werden einige langsam müde und ziehen sich zurück.
  2. Die Nachwuchsförderung wird vernachlässigt.
  3. Fähige Leute sind rar. Und fähige Leute sind meist durch Beruf / Ausbildung so gebunden, dass sie keine Zeit haben um sich für die Gemeinschaft zu engagieren.
  4. Und, und, und

Meiner Meinung nach sollten sich ein paar erfahrene Brüder und Schwestern baldmöglichst zusammensetzen, diese Liste weiterführen und Lösungsansätze suchen.

Kommentar

Jun 01 2007

Islamisches Lager in Mannenbach

Published by Rachid under Moschee und Gemeinschaft

Vom 17. bis 19. August 2007 findet insyaAllah wieder das Islamische Lager statt. Weitere Informationen auf dem Flyer oder auf der Website der Zeitschrift “Die Barmherzigkeit”. Ich habe schon drei Mal am Islamischen Lager teilgenommen. Es war jedes Mal ein unvergessliches Erlebnis.Vielleicht nicht jedermanns Sache ist der diesjährige Hauptgast des Lagers, Hassan Dyck, ein Scheich des Naqschbandi Sufi Ordens. Mitte Mai hat Scheich Hassan Dyck ein Konzert im Romerohaus in Luzern gegeben. Voller Skepsis bin ich hingegangen.

Ich war überrascht wie Scheich Hassan Dyck das fast ausschliesslich aus Nichtmuslimen bestehende Publikum erreicht hat. Er hat sehr viel über Allah und Seinen Propheten Muhammad (sas) erzählt. Dabei haben die Zuhörer vorurteilsfrei zugehört. Am Ende wollten sie gar nicht mehr aufstehen :-) Wahrscheinlich hat dieses “Konzert” mehr zum friedlichen Nebeneinander der Religionen beigetragen als manche Veranstaltung im Bereich des interreligiösen Dialogs. Konzert in Anführungszeichen, weil die Instrumente punktuell zum klangmalerischen Unterlegen des Erzählten dienten. Es ist irgendwie mit der Art und Weise zu vergeichen, mit der eine Märchentante ihre Erzählung mit Klängen untermalt. Das war ein ganz gelungener Abend, der ein paar Anstösse zum Nachdenken gab. Ich werde insyaAllah wieder hingehen, falls Scheich Hassan Dyck wieder einmal in die Innerschweiz kommt.

Noch keine Kommentare

Next »