Archive for the 'Qur'an' Category

Jan 06 2010

Interview mit A. Reidegeld: Einflüsterung

Allah, subhanahu wa ta’ala, sagt im Qur’an sinngemäss:

Sag: “Ich suche Schutz beim Herrn der Menschen, beim Herrscher über die Menschen, bei der Gottheit der Menschen vor dem Bösen des sich versteckenden Einflüsterers - der in den Brüsten der Menschen einflüstert - von den Dschinn und den Menschen.”

(Qur’an 114:1-6)

In der Surat an-Nas warnt uns Allah, subhahahu wa ta’ala, vor den Einflüsterungen Scheytans. Bruder Ahmad Abdurrahman Reidegeld, der Autor des Standardwerks Handbuch Islam, gibt uns im Gespräch Hinweise wie wir die Einflüsterung Scheytans erkennen und abwehren können.

Abdurrahman Reidegeld während eines Besuchs in der Innerschweiz

Rachid: Was muss man sich unter Einflüsterungen genau vorstellen?

Abdurrahman Reidegeld: Die Einflüsterung des Schaytan (verflucht sei er) geschieht auf besondere Weise: der Betreffende kann nur mit viel Erfahrung feststellen, dass die Gedanken, die ihm da kommen, NICHT von seiner eigenen Seelenwelt her stammen. Tatsächlich scheint es dem Menschen, dem da eingeflüstert wird, dass er selbst diese Gedanken gefasst habe. Besonders wenn jemand charakterlich und in seiner Persönlichkeit nicht gefestigt ist, neigt er dazu, auch diese Einflüsterung als SEIN EIGENES zu nehmen.In Wirklichkeit aber gibt es Indizien (Anzeichen), wenn es eine konkrete Einflüsterung ist. Besonders wenn man Streit anfängt, ohne dass es zu erwarten wäre, ungeduldig ist usw., UND ZUGLEICH man das Gefühl nicht los wird, dass eine sonst ungewohnte Heftigkeit von einem Besitz nimmt, dann ist das ein SICHERES Zeichen.Andererseits ist es so, dass es bestimmte EINFALSTORE für den Einfluss des Schaytan gibt, durch die er direkten Einfluss nehmen kann auf Denken und sogar Persönlichkeit eines betroffenen Menschen.

Rachid: Einfallstore? Meinst du damit bestimmte individuelle Schwächen, die wir haben?

Abdurrahman Reidegeld: Diese Einfallstore sind zunächst nicht individuell: sie bestehen als solche bei jedem Menschen, nur sind sie grundsätzlich verschlossen. Die wichtigsten werden ausgelöst durch die vier großen Überschreitungen des Maßes:

  • sehr heftiger Zorn
  • übergroße Freude
  • sehr tiefe Trauer
  • sehr starke Unachtsamkeit

In diesen Momenten sind diese vier Einfallstore für Dschinn- und Teufelwesen geöffnet, es kann zu direkter Einflüsterung oder sogar körperlicher Beeinflussung des Betroffenen kommen.Aus diesem Grunde ist es (mit starker Belegkraft durch Qur’an und Hadith) in allen islamischen Ortstraditionen üblich, Schutzformeln zu sprechen, mit denen man Zuflucht bei Allah (t) sucht.Entscheidend ist - wie die Gelehrten feststellen -, dass einer der Namen Allahs (t) in diesem Moment des “Außer-Sich-Seins” gesprochen oder gedacht oder rezitiert wird: wenn das geschieht, ist das jeweilige Einfallstor geschlossen.

Rachid: Wie nutzt Scheytan diese Schwächen aus?

Abdurrahman Reidegeld: Das geschieht ganz einfach: diese Zustände müssen entweder hervorgerufen oder - wenn bereits ansatzweise gegeben - ausgenutzt und erweitert werden. Das geschieht, indem etwa jemand, der leicht erzürnt ist, durch ein Familienmitglied gereizt, beleidigt, herausgefordert wird. So wird dieses Tor in der Regel DURCH EINFLUSS EINES ANDEREN geöffnet, der wiederum nur INSTRUMENT ist.Die Gelehrten und Wissenden unterscheiden mehrere Stufen dieser Zugänglichkeit. Ist ein Mensch in einem Zustand der Unausgewogenheit, weil er sich niedrigen Begierden und nichtigen Deingen widmet,. Die Ibadat vernachlässigt, Unrecht ausübt usw., sind diese Tore ohnehin nicht wirklich geschlossen, es genügt einem jeden Teufelwesen eine einfache Einflüsterung.Ist ein Mensch aber gefestigter, gehen die üblen Kräfte den Weg des direkten Angriffs: die Gefühle, die diese vier Tore öffnen, sollen erzeugt werden durch Bilder, durch Vorspiegelungen, manchmal durch Träume oder Tagträume besonderer Art.Ist das nicht möglich, greifen die Teufelwesen zu dem nächst-übleren Weg: sie beeinflussen Menschen in der direkten Umgebung der Zielperson, vorzugsweise Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, Vorgesetzte, usw.

Rachid: Wie geht Scheitan da vor?

Abdurrahman Reidegeld: Diesen wird etwas eingeflüstert, um Neid, Hass, Missgunst, hämischer Spott usw. hervorzubringen, aber mit dem Zweck, eben die Zielperson so aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass eines (oder mehrere) dieser Tore geöffnet werden.Andererseits gibt es Momente, in denen niemand vor diesen seelischen Ausnahmezuständen gefeit ist; der einzige wirksame Schutz besteht in der Gewohnheit, schützende Du’as und als Schutz dienende Ayat zu rezitieren.

Rachid: Warum Gewohnheit?

Abdurrahman Reidegeld: Eine Gewohnheit wird zum festen Handlungsbestandteil eines geübten Menschen. In der Ausnahmesituation selbst ist der Mensch außerstande, reaktionsschnell und passend das Richtige zu finden, wenn esihm nicht schon durch Übung UND Gewohnheit “in Fleisch und Blut” übergegangen ist. Vergleichbar ist das mit einem erfahrenen Autofahrer, der sich nicht alle Verkehrszeichen und -umstände bewusst macht, sondern aus dem Unterbewusstsein heraus fahren kann (Stichwort: er fährt die Strecke im Schlaf, einschließlich aller Ampeln und Umleitungen usw.).

Rachid: Bei welcher Gelegenheit soll man welche Du’as und Ayat rezitieren?

Abdurrahman Reidegeld: Hierzu gibt es eine ganze Reihe von Überlieferungen des Propheten (saws), die Sahih bzw. akzeptabel sind, sowie Erfahrungswerte vieler Gelehrter.Sehr wichtig ist das Du’a an den Grenzen von Tag und Nacht, zuerst nach Maghrib, aber auch vor Sonnenaufgang (Schurûq). Hier ist sicher überliefert, jeweils 3 mal (bzw. 5 mal oder 7 mal) hintereinander die drei letzten Suren al-Ikhlâs, al-Falaq, an-Nâs zu rezitieren, und dieser Rezitation ein Du’a folgen zu lassen, in dem man Allah (t) um Schutz vor allem Übel und Bösen und Schaden bittet, was einem gemäß Qadr und Qadâ’ zustoßen kann. In diesem Du’a sollten mehrere Elemente vorhanden sein, die allgemein auch beim Du’a empfohlen sind: Zuerst das Istighfâr (um Vergebung bitten), dann al-Hamd (Lobpreisung Allahs), Segen für den Propheten (Salawât a la-n-nabîy) und die Formel “innaka alâ kulli schai’in qadîr” (Wahrlich, Du vermagst alles zu tun / bist aller Dinge mächtig). Der Abschluss sollte mit Segen für en Propheten (saws) und der Hauqala-Formel geschehen (wa-lâ haula wa-lâ quwwata illâ bi-llâhi-l-alîyyi-l-azîm).Diese Du’as und andere zeitgebundene Du’as beziehen ihre Wirkkraft aus der Besonderheit des Zeitpunktes; der Prophet (saws) betont in etlichen Hadîthen, dass nicht jede Zeit gleich jeder anderen Zeit sei, bzw. dass manche Zeiten derart sind, dass in ihnen ein Du’a besonders gut akzeptiert wird. Berühmt ist die Überlieferungh bezüglich des Du’as nach dem Freitagsgebet, nach den Asr des Freitages, nach der Erfüllung eines Gelöbnisses, nach der vollständigen Rezitation des Qur’an.Hier schließen sich schon inhaltlich diejenigen Du’a-Anlässe an, die weniger zeitgebunden, als anlassgebunden sind.Insbesondere zu Einflüsterungen wird die Rezitation der Sure an-Nâs empfohlen, zum Schutz die Ayat al Kursî, usw. Weniger bekannt ist, dass auch Du’as zu diesen Anlässen überliefert sind, die man auch im Anschluss an Ayat (wie die oben genannten) sprechen kann.Sehr wichtig ist die Nennung der jeweils passenden Namen Allahs (t), entsprechend der qur’anischen Aufforderung, Ihn (t) doch bei seinen Namen zu nennen, gerade auch im Du’a. Jeder Name steht auch für einen besonderen Aspekt Allahs, einer besonderen Eigenschaft, und im Du’a sollte der genannte Gottesname der Ausrichtung des Du’a entsprechen - ansonsten ist ein innerer Fehler (Khalal) im Du’a und schwächt die Auswirkung des Du’a.So sei zu diesem Punkt auch erwähnt, dass man zunächst die Du’a-Arten unterteilen sollte: wer sich nicht klar macht, welcher Art sein Du’a ist, kann logischerweise auch den dazu passenden Gottesnamen nicht wählen.Zum Aspekt des Schutzes passt etwa der Name Allahs (t) : Hafîz, zum Wissenserwerb der Gottesname `Alîm, usw.Die häufigsten Aspekte des Du’a sind sicherlich das Bedürfnis nach Schutz vor Übel, Wunsch nach Gesundheit, Streben nach Wissen, Bitte um Aufhebung einer schwierigen Lage im Leben.

Rachid: Lieber Bruder Abdurrahman, ich danke dir für das Gespräch.

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Dec 04 2007

“Liefert eure Seelen aus!”

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Und würdest du nur wahrnehmen können, wenn die Unrecht-Begehenden sich mitten im Todeskampf befinden, während die Engel auf sie einschlagen: “Liefert eure Seelen aus! Heute werdet ihr mit der erniedrigenden Peinigung für das entlohnt, was ihr an Unwahrem über Allah gesprochen habt und weil ihr euch Seinen Ayat gegenüber hochmütig verhalten habt.”

(Qur’an 6:93)

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Nov 25 2007

Widme dich Ihm von ganzem Herzen

Published by Rachid under Dhikr, Gebet, Iman, Qur'an, Islam

Sinngenäss sagt Allah im Qur’an:

“O du in ein Gewand Gehüllter! Erhebe dich und stehe im Gebet, einen Teil der Nacht - die Hälfte von ihr, oder verringere es ein wenig, oder füge ein wenig hinzu - und sprich den Qur’an langsam und besinnlich. Fürwahr, Wir legen dir da ein gewichtiges Wort auf. Wahrlich, die Stunden der Nacht sind stärker an Eindruck und aufrichtiger an Rede. Du hast ja gewiß während des Tages eine lange Beschäftigung. So gedenke des Namens deines Herrn und widme dich Ihm von ganzem Herzen.”
(Qur’an 73:1-8)


So gedenke des Namens deines Herrn und widme dich Ihm von ganzem Herzen…

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Nov 10 2007

Dankbarkeit

Published by Rachid under Qur'an, Islam

Viele Menschen achten diejenigen, die mehr besitzen als sie selbst, und schätzen diejenigen gering, die weniger besitzen als sie selbst. Letztlich ist es doch völlig egal wieviel man besitzt. Besitz kann sowohl ein Segen als auch eine schwere Prüfung sein. Viel wichtiger als Besitz sind andere Geschenke, die Allah dir macht: dein Wissen, dein Iman, dein Gebet, dein Fasten, dein Dhikr, dein Vertrauen auf Allah, deine schönen Charakterzüge, deine positive Entwicklung - und in letzter Konsequenz die Glückseligkeit im Jenseits.

Einer der Namen Allahs ist as-Samad, der absolut Unabhängige, von dem alles abhängt. Doch obwohl Seine Diener zu jeder Zeit auf Allah angewiesen sind, zeigt sich kaum jemand Allah gegenüber dankbar. Sinngemäss sagt Allah im Qur’an:

“Wahrlich, Allah ist Gnadenvoll gegen die Menschen, jedoch die meisten von ihnen sind nicht dankbar.”
(Qur’an 10:60)

“Wahrlich, Wir haben euch auf der Erde Macht verliehen und euch darin die Mittel zum Unterhalt bereitet. Wie wenig seid ihr dankbar! “
(Qur’an 7:10)

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Oct 15 2007

Qur’an 5:33

Published by Rachid under Qur'an

Immer wieder führen Islam-Hasser den Qur’anvers 5:33 an, um zu beweisen, dass der Qur’an die Muslime zu Gewalt aufrufe. Diese aus dem Zusammenhang gerissene Interpretation entspricht nicht der Botschaft des Islams.

Gestern hat eine Schwester, die Anschuldigungen eines SVP Nachwuchspolitikers zurückweisen möchte, auf LieberBruderAli.com nach einem Qur’anvers gefragt. Ich bin nicht befugt, den Qur’an zu kommentieren oder gar den Qur’an zu interpretieren. Dieser Text ist eine Zusammenfassung der Meinungen verschiedener Qur’an-Kommentatoren wie Muhammad Asad, Yusuf Ali und Muhammad Salim al-Awa.

In der Frage der Schwester geht es um folgendes:

“Die Vergeltung für die, die gegen Gott und seinen Gesandten Krieg führen und auf der Erde umherreisen, um Unheil zu stiften, soll dies sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden, oder dass ihnen Hände und Füsse wechselseitig abgehackt werden.”

Natürlich packt einen das blanke Entsetzen, wenn man diese Zeilen aus dem Zusammenhang gerissen liest. Aber alleine schon der Zusammenhang, in dem dieser Vers steht, schafft einige negative Vorurteile gegen den Islam beiseite. Vers 5:33 kann man nur in Zusammenhang mit dem vorhergehenden Vers 5:32 (Verbot des Tötens) und dem nachfolgenden Vers 5:34 zitieren (Aufforderung zur Vergebung).

Amir Zaidan hat die entsprechende Textstelle folgendermassen ins Deutsche übertragen:

(Qur’an 5:32) Deshalb haben Wir den Kindern Israels geboten, dass, wer einen Menschen tötet - nicht als Vergeltung für einen getöteten Menschen und nicht wegen Anrichten von Verderben auf Erden -, es so sei, als hätte er alle Menschen getötet, und wer ihm das Leben erhält, es so sei, als ob er der ganzen Menschheit das Leben erhalten hätte. Und gewiss, bereits kamen zu ihnen doch Unsere Gesandten mit den deutlichen Zeichen, dann sind viele von ihnen danach auf Erden gewiss des Masses Überschreitende!

(Qur’an 5:33) Die Bestrafung für diejenigen, die Allahs (Din) und Seinen Gesandten durch Muharaba* bekämpfen und Verderben auf Erden anrichten, ist, dass sie getötet oder gekreuzigt oder dass ihre Hände und Füße wechselseitig abgetrennt oder des Landes verwiesen werden. Dies ist für sie Schmach im Diesseits. Und im Jenseits ist für sie übergrosse Peinigung bestimmt.

(Qur’an 5:34) Ausgenommen sind diejenigen, die bereut haben, bevor ihr ihrer habhaft geworden seid. Also wisst, dass Allah gewiss allvergebend, allgnädig ist.

* Muharaba ist die massive Beeinträchtigung des inneren Friedens durch Verbreitung von Angst und Unsicherheit mit Raubüberfällen und Terrorismus.

Die qur’anische Strafe für Terrorismus soll Terrorismus befürworten?

Hier geht es um ein äusserst schweres Verbrechen. Es geht um Leute, die im Innern gegen den Propheten Allahs (sas) kämpfen und dabei Tod und Zerstörung verbreiten, und fortlaufend jedes Mass überschreiten. Es geht dabei um das rücksichtslose Töten von Menschen. In der heutigen Terminologie würde man dies als Terrorismus bezeichnen. Es geht also um eines der schwersten Verbrechen überhaupt - daher die schwere Bestrafung.

Die Behauptung, Vers 5:33 rufe die Muslime zu Gewalt auf, entstellt den Islam. Der textliche, historische und rechtliche Zusammenhang dieses Verses zeigt im Gegenteil auf, dass dieser Vers Bestrafung für ein äusserst schweres Verbrechen fordert, und in keiner Weise im Sinne der Islam-Hasser gedeutet werden kann.

Es ist irritierend, dass die Islam-Hasser den Vers 5:33 als vermeintliches Beispiel nennen, wie der Qur’an ihrer Ansicht nach die Muslime zu Gewalt und Krieg aufrufe. Denn dieser Vers steht direkt nach einem Vers (5:32), der das Töten eines einzelnen Menschen dem Töten der gesamten Menschheit gleichsetzt. Es wird also erst die Schwere des Verbrechens beschrieben, bevor die Strafe beschrieben wird. Doch dieser Teil wird ausgeblendet. Mord und Terrorismus werden im Islam als so schwere Verbrechen angesehen, dass eine schwere Strafe dafür vorgeschrieben wurde. Die Islam-Hasser sehen in Vers 5:33 den Beweis, dass der Qur’an Terrorismus befürworte. Und die muslimischen Gelehrten berufen sich auf eben diese drei Verse, wenn sie erklären, dass Terrorismus im Islam eines der grössten Verbrechen ist. Welche Ironie!

Ist es logisch, jemanden über eine bestimmte Strafe (5:33) zu informieren, ohne vorher zu sagen, für welches Verbrechen die Strafe vorgesehen ist? Die Islam-Hasser tun genau dies, wenn sie einen Teil des Verses 5:33 aus dem Zusammenhang gerissen wiedergeben. Ihre Absicht ist den Islam als gewaltverherrlichende Religion darzustellen.

Der Qur’an sieht in Vers 5:33 verschiedene Strafen vor, mit dem Wort “ODER” verknüpft. Eine Strafe soll doch immer im Zusammenhang mit den Umständen und der Schwere des Verbrechens stehen. Also sieht der Qur’an verschiedene Alternativen vor. Die im vorislamischen Arabien üblichen weit schlimmeren Strafen, wurden durch die Muslime abgeschafft. Doch nicht einmal diese vorislamischen Strafen erreichten die Grausamkeit der im Mittelalter in Europa üblichen Strafen.

Aufrichtiges Bereuen setzt die Bestrafung aus 

Wenn man Vers 5:33 erwähnt, darf man den darauf folgenden Vers 5:34 nicht verschweigen. Denn Vers 5:34 sagt, dass diese Strafen nicht für jene gelten, die aufrichtig bereuen bevor es zu spät ist. Allahs - in Seiner unendlichen Gnade - ist bereit selbst Menschen zu vergeben, die rücksichtslose Verbrechen verübt haben, für die solch harte Strafen angedroht wurden. Die muslimischen Gelehrten weisen immer wieder darauf hin: wenn Allah eine Strafe androht, bietet Er dem Menschen immer auch einen Ausweg an, um die Strafe auszusetzen. Zum Beispiel wird in Vers 5:33 die Kreuzigung erwähnt. Viele muslimische Rechtsgelehrte der letzten 1400 Jahren haben gesagt, dass ihnen kein Fall bekannt ist, in dem die Kreuzigung als Strafe zur Anwendung kam. Dies zeigt auf, dass Allah diese Strafen wohl vor allem auch zur Abschreckung im Qur’an erwähnt hat.

Diese Zusammenfassung ist ungenügend, lässt noch viele Fragen offen. Wie gesagt, ich bin nicht die richtige Person um solche Fragen zu beantworten.

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Sep 18 2007

Wurde der Qur’an seit seiner Offenbarung verändert?

Published by Rachid under Qur'an

Europäer gehen oft davon aus, dass der Qur’an eine ähnliche Geschichte hat wie die Bibel. Dieser Artikel stellt die Geschichte des Qur’ans der Geschichte der Bibel gegenüber. Meine Absicht ist Muslimen und Nichtmuslimen die muslimische Sicht der Geschichte des Qur’ans in kompakter Form darzulegen. Meine Absicht ist nicht, die Bibel in irgend einer Weise gering zu schätzen.

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Sep 16 2007

Aus dem Qur’an

Published by Rachid under Qur'an, Islam

Allah, subhanahu wa ta’ala, sagt uns sinngemäss im Qur’an:

So betrübt euch nicht über das, was euch entgeht, und freut euch nicht überheblich über das, was Er euch gibt, und Allah liebt nicht jeden sich wichtigtuenden Prahler, diejenigen, die geizen und den Menschen Geiz gebieten. Und wer sich abwendet, so ist gewiß Allah der absolut Autarke, der Alllobenswürdige.
(Qur’an 57:23-24)

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Sep 07 2007

Verbrauchsgut der Täuschung

Published by Rachid under Qur'an, Islam

„Wisst, dass das diesseitige Leben doch nur Vergnügen, Ablenkung, Schmuck, Wichtigtuerei unter euch und Vermehrung an Vermögen und Kindern ist. Es gleicht reichlichem Regen, dessen Pflanzenwuchs den Bauern gefällt. Dann vertrocknet der Pflanzenwuchs, und du siehst ihn gelb werden, dann wird er Zermalmtes, und im Jenseits gibt es harte Peinigung und Vergebung von Allah und Wohlgefallen. Doch das diesseitige Leben ist nichts ausser Verbrauchsgut der Täuschung.“

(Qur’an 57:20)

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Sep 06 2007

Den Qur’an auswendig lernen

Published by Rachid under Qur'an, Islam

Ich lese zu wenig Qur’an. Eigentlich ist das Rezitieren des Qur’an in arabischer Sprache eine Ibadat. So müsste doch das Rezitieren zu meinem festen Tagesablauf gehören. Da muss ich mich ganz dringend verbessern. Imam Abdulkarim Sadiku hat mich einmal gefragt, ob ich einen Schweizer Muslim kenne, der den gesamten Qur’an auf Arabisch auswendig kennt. Ich kenne ein paar Schweizer Muslime, die sehr gut Rezitieren können, aber keiner von ihnen kennt den gesamten Qur’an auswendig. Imam Abdulkerim findet es schade, dass wir das Auswendiglernen vernachlässigen. Er hat recht.

Scheich Muhammad Abdullah Darchawasti (1906 - 1994) kannte nicht nur den gesamten Qur’an auswendig sondern auch über 100′000 Ahadith

Als ich in Damaskus war, gab es in der Moschee unseres Quartiers einen Kurs um den Qur’an auswendig zu lernen. Wir trafen uns einmal wöchentlich. Wir sassen im Halbkreis um Scheich Badr ud-Din und haben der Reihe nach das auswendig gelernte rezitiert. Danach gab Scheich Badr ud-Din jedem eine neue Aufgabe. Jeder hatte sein individuelles Tempo beim Auswendiglernen. Ich habe jeweils nur einige Ayat auswendig gelernt, doch es gab einen Somali, dem Scheich Badr ud-Din gleich ganze Suren als Aufgabe mit nach Hause gab. Besonders schön fand ich, dass unsere Gruppe so bunt gemischt war. Neben Syrern haben auch Afrikaner, Asiaten und ein Schweizer teilgenommen. Könnten wir nicht auch in Luzern so einen Kurs organisieren? Allah, subhanahu wa ta’ala, wird uns für unsere Teilnahme reich belohnen. Wie hat doch Rasulullah, Sallallahu alaihi wa sallam, sinngemäss gesagt?

“Nie versammeln sich Leute in einem der Häuser Allahs, tragen das Buch Allahs vor und studieren es miteinander ohne dass Allahs friedvolle Gegenwart auf sie herabkommt, die Barmherzigkeit sie bedeckt, die Engel sie umgeben und Allah sie denen gegenüber nennt, die bei Ihm sind.”

(Sahih nach Muslim)

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Sep 04 2007

Quranexplorer.com

Published by Rachid under Qur'an, Islam

Quranexplorer.com ist eine hilfreiche Seite um sich online Qur’anrezitationen anzuhören. Man kann verschiedene Rezitatoren auswählen - mir gefällt “Mishari-Rashid” am besten. Rechts steht der arabische Text, links die sinngemässe Bedeutung in einer von sechs wählbaren Sprachen. Die gerade rezitierte Ayat wird markiert.

Das Programm - ein Webbrowser genügt, es muss nichts installiert werden - ist ganz hervorragend zur Unterstützung beim Lernen geeignet, ersetzt aber nicht einen guten Qur’anlehrer. Eine Schwäche des Programms sehe ich in der manchmal zerhackten arabischen Schrift, die einen ungeübten Leser vielleicht verwirrt. Aber ich bin sicher, dass dies in einer späteren Version verbessert wird.

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Aug 28 2007

Ibn Mas’ud

Published by Rachid under Hadith, Qur'an, Islam

Der Sahabi Ibn Mas’ud sagte: “Bei Allah, ausser Ihm gibt es keine Gottheit! Keine Sura vom Buch Allahs wurde hinabgesandt, ohne dass ich weiss, wo sie hinabgesandt wurde. Und es wurde keine Ayat vom Buch Allahs hinabgesandt, ohne dass ich weiss, weshalb sie hinabgesandt wurde.”
(Sahih nach al-Buchari)

Ibn Mas’ud, ein treuer Gefährte des Propheten, Sallallahu Alaihi wa Sallam, war einer der hervorragendsten Qur’an-Kommentatoren unter den Sahaba. Wie weit sind wir doch vom Wissen eines Ibn Mas’ud entfernt. Und doch trauen wir es uns ohne weiteres zu, eine Ayat zu interpretieren, ja Verpflichtendes daraus abzuleiten, ohne zu wissen wo diese Ayat warum hinabgesandt wurde.

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Jul 13 2007

Freitag-Newsletter

Published by Rachid under Qur'an, Islam

Der aktuelle Freitagsnewsletter von Islam.ch. Den Newsletter kannst du hier abonnieren.

Liebe Brüder und Schwestern,
Salamu Alaykum wa Rahmatullahi wa Barakatuh

“Bei Al-’asr*! Gewiss, der Mensch ist im Verlust ausser denjenigen, die den
Iman verinnerlicht, gottgefällig Gutes getan, einander zur Wahrheit ermahnt und
einander zur Geduld ermahnt haben.”
(Qur’an 103:1-3)

*) Al-’asr ist der Eigenname der 103. Sura. Linguistisch bedeutet Al-’asr „der Zeitabschnitt, der Nachmittag“. Siehe A. Zaida, at-Tafsir, Adib Verlag.

Salamu Alaykum

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Jul 06 2007

Islam.ch Freitagsnewsletter

Published by Rachid under Hadith, Qur'an, Islam

Das Redaktionsteam von Islam.ch versendet neben dem altbekannten Newsletter mit News zum Islam in der Schweiz seit einiger Zeit einen Freitagsnewsletter mit jeweils einer Ayat aus dem Qur’an, einem Hadith oder einem besinnlichen Text. Hier ein Beispiel:

Liebe Brüder und Schwestern,
Salamu Alaykum wa Rahmatullahi wa Barakatuh

„Wisst, dass das diesseitige Leben doch nur Vergnügen, Ablenkung, Schmuck, Wichtigtuerei unter euch und Vermehrung an Vermögen und Kindern ist. Es gleicht reichlichem Regen, dessen Pflanzenwuchs den Bauern gefällt. Dann vertrocknet der Pflanzenwuchs, und du siehst ihn gelb werden, dann wird er Zermalmtes, und im Jenseits gibt es harte Peinigung und Vergebung von Allah und Wohlgefallen. Doch das diesseitige Leben ist nichts ausser Verbrauchsgut der Täuschung.“
(Qur’an 57:20)

Salamu Alaykum

Der Freitagsnewsletter erfreut sich wachsender Beliebtheit. Den Islam.ch Newsletter kannst du hier abonnieren.

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Jul 04 2007

Anmeldeformular für das Islamische Lager

Published by Rachid under Hadith, Qur'an, Islam

Das Islamische Lager findet dieses Jahr vom 17. bis 19. August in Mannenbach statt. Das Anmeldeformular ist nun online. Die Plätze sind begrenzt.

>> Zum Anmeldeformular

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Jul 04 2007

Muss man einem Madhhab folgen?

Published by Rachid under Hadith, Qur'an, Islam

Ich habe eine Frage betreffend den Vortägen von Pierre Vogel alias Abu Hamza aus Deutschland. Ich habe im Internet gelesen, dass er alle Madhhabs anerkennt, aber keiner gehört. Was meinst du dazu? Muss man einem Madhhab angehören? Ich bin ein Muslim der ursprünglich aus dem Balkan kommt und gehöre bekanntlich dem Madhhab von Abu Hanifa (r.a) an. Ich danke dir für die prompte Antwort und grüsse dich freundlich mit Salam Alaikum.

Lieber Bruder Ali,
Salamu Alaykum wa Rahmatullahi wa Barakatuh

Vereinfacht gesagt ist eine Madhhab ein in sich geschlossenes System von Methoden zur Ableitung von Allahs Gesetzen aus den Quellen des Islams, die auf einen Gelehrten vom Rang eines absoluten Mudschtahids zurückgeht. Die Quellen sind der Qur’an und die Sunna des Propheten, Sallallahu Alaihi wa Sallam. Zu diesen Gelehrten, die den höchsten Grad der Gelehrsamkeit erreicht haben, gehören Imam Abu Hanifa, Imam asch-Schafi’f, Imam Malik und Imam Ahmad Ibn Hanbal. Ihre Denkschulen haben sich im Lauf der Jahrhunderte im sunnitischen Islam durchgesetzt.

Es gibt heute eine rasant wachsende Zahl vor allem junger Muslime, die keiner Madhhab mehr folgen und von sich sagen, sie richten sich ausschliesslich nach Qur’an und Sunna. Wonach hat sich denn zum Beispiel Imam asch-Schafi’i gerichtet? Etwa nicht nach Qur’an und Sunna?
Siehst du, lieber Bruder? Hier wird der Denkfehler dieser Leute offenkundig. Jemand der zum Beispiel der schfi’itischen Madhhab folgt, richtet sich nicht nach Qur’an, Sunna und der schafi’itischen Madhhab. Er fügt den Quellen des Islams nicht eine weitere Quelle hinzu. Er folgt ebenso Qur’an und Sunna, verwendet aber - falls er ein Gelehrter ist - das System von Imam asch-Schafi’i, um Antworten auf konkrete Fiqh-Fragen aus den Quellen abzuleiten.

Mein lieber Bruder Ali, wenn du keiner Madhahib folgst, sondern “nur Qur’an und Sunna”, nach welcher Methode willst du dann die für den Alltag nötigen Regeln aus Qur’an und Sunna ableiten? Wenn du die ganzen in den letzten 1400 Jahren entstandenen und verfeinerten Wissenschaften wie Ulum ul-Qur’an, Ulum ul-Hadith, Sira und Usul ul-Fiqh einfach über Bord wirfst? Wenn du nicht weisst welche Ayat eine andere Ayat aufhebt? Wenn Du den Offenbarungsanlass einer Ayat nicht kennst? Imam al-Buchari hat die in seinem Werk gesammelten Ahadith nach der Stärke des Überlieferungswegs ansgewählt, nicht nach der Belegkraft. Teilweise hat er deshalb ja auch verschiedene Überlieferungsstränge ein und desselben Hadith angenommen, die im Text leicht voneinander abweichen. Welchen ziehst du nun heran für deine Ableitung, wenn du die Belegkraft nicht beurteilen kannst? Du siehst, mein lieber Bruder, dies alles ist nicht so einfach, wie es sich die “nur Qur’an und Sunna” Leute vorstellen.

Falls jemand die Wissenschaften über Bord wirft und nach eigenem Gutdünken den Qur’an interpretiert, oder gar Regeln für sich und andere ableitet, die er im Alltag anwendest, so verlässt er vielleicht bald den rechten Weg. Die Gefahr ist doch, dass man sich dabei einen ganz persönlichen Islam zusammenbastelt, dass man sich die Dinge so zurechtbiegt, wie man es für gut befindet, dass man beim Interpretieren von Qur’an und Sunna auf die Einflüsterungen Schaitans hört und den Abgrund hinunter stürzt.

Aus diesen Gründen empfehle ich dir, mein lieber Bruder, einer Madhahib zu folgen. Naheliegend ist für Dich natürlich die hanafitische Madhhab.

Ich kenne Pierre Vogel nicht und weiss folglich auch nicht, ob der Text, den du im Internet gelesen hast, wirklich auf ihn zutrifft. Falls Pierre Vogel ein Gelehrter vom Rang eines absoluten Mudschtahids ist - man nimmt an, dass es weltweit zur Zeit weniger als 100 Gelehrte von diesem Rang gibt - braucht er sich mit gutem Gewissen nach keiner Madhahib zu richten. Andernfalls wäre es vielleicht gut, wenn er seine Haltung nochmals überdenken würde.

Mein lieber Bruder Ali, du stellst hier eine sehr gute Frage. Meine Antwort ist aber unzureichend. Ich möchte dir die Islamologiekurse des Islamologischen Instituts empfehlen, die seit kurzem auch in der Schweiz durchgeführt werden. Du lernst in diesen Kursen die oben genannten Wissenschaften in den Grundzügen kennen. Dies ist unschätzbar wertvoll auf dem Weg zu Allah. Falls du die Gelegenheit die Kurse zu besuchen zur Zeit nicht hast, empfehle ich Dir das Buch “Handbuch Islam” von Abdurrahman Reidegeld. In den ersten Kapiteln wird kurz auf die Wissenschaften eingegangen.

Ein paar Links
Islamologisches Institut
Handbuch Islam von Abdurrahman Reidegeld
Kurze Einführung in die Islamologie

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